{"id":653,"date":"2024-04-25T08:56:20","date_gmt":"2024-04-25T06:56:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/arbeitspsychologie\/?p=653"},"modified":"2024-04-25T08:56:20","modified_gmt":"2024-04-25T06:56:20","slug":"erhoehtes-belastungs-und-stresspotenzial-in-berufen-mit-taeglichen-extrem-und-krisensituationen-am-beispiel-des-gesundheitswesens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/arbeitspsychologie\/2024\/04\/25\/erhoehtes-belastungs-und-stresspotenzial-in-berufen-mit-taeglichen-extrem-und-krisensituationen-am-beispiel-des-gesundheitswesens\/","title":{"rendered":"Erh\u00f6htes Belastungs- und Stresspotenzial in Berufen mit t\u00e4glichen Extrem- und Krisensituationen am Beispiel des Gesundheitswesens"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Bastian Glatz<\/strong> (1. Semester Master Psychologie \u2013 Human Performance in Sociotechnical Systems, Technische Universit\u00e4t Dresden)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teaser<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Potenzial von Belastung und Stress stellt in der Arbeitswelt einen permanenten negativen Faktor dar. Jedoch erfahren einige Berufsfelder ein besonders hohes Belastungspotenzial, da diese zus\u00e4tzlich zu der Alltagsbelastung besonderen Extrem- und Krisensituationen ausgesetzt sind. Hierzu geh\u00f6ren insbesondere viele Berufe des Gesundheitswesens. Der Fokus liegt hier auf der pr\u00e4- und innerklinischen Intensiv-, Akut- und Notfallmedizin (IAN-Medizin) mit den Bereichen Rettungsdienst, Notaufnahme und Intensivstation, indem das medizinische Personal und pflegerische Personal agieren. Diese sind t\u00e4glich mit lebensbedrohlichen Situationen, emotionalen Ausnahmezust\u00e4nden und ethischen Dilemmas konfrontiert. Diese Zust\u00e4nde f\u00fchren zwangsl\u00e4ufig zu einem erh\u00f6hten Stresspotenzial und einer enormen Belastung, die sich sowohl physisch als auch psychisch niederschlagen kann. Dieser Artikel soll einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber die allgemeine Entstehung der konstruktiven Belastungen und der Stresssituationen mit spezifischem Fokus auf das medizinische Personal geben. Dabei werden Auswirkungen von Belastung und Stress sowohl des Systems als auch des Personals problematisiert, die abschlie\u00dfend von verf\u00fcgbaren Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten skizziert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einleitung&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der thematische Hintergrund ergibt sich aus der Situation, dass die Konfrontation mit medizinischen Extremsituationen f\u00fcr die Notfallmediziner und Notfallmedizinerinnen sowie die Notfallpflegenden einer zentralen Notaufnahme zum beruflichen Alltag geh\u00f6rt. Diese Situationen bergen f\u00fcr das behandelnde medizinische Personal immer auch Gefahren der akuten Belastung bis hin zur Traumatisierung (Beerlage, 2019). Die Arbeitsstruktur der Medizin wird zunehmend unter den Aspekten der psychischen Belastung betrachtet, jedoch erf\u00e4hrt sie erst seit 2013 eine vorgeschriebene Gef\u00e4hrdungsbeurteilung der psychischen Belastung (Schlie\u00dfl, 2020 &amp; West et al., 2006). Das Belastungspotenzial des medizinischen und pflegerischen Personals wurde in zahlreichen Studien belegt (Lindner et al., 2015; Raspe et al., 2020 &amp; Hinzmann et al., 2021). Eine \u00fcbergeordnete Problematik laut Hinzmann und Schlie\u00dfl (2019) ergibt sich bei der Akutmedizin aufgrund der hohen Anforderungen und komplexen Krankheitsbilder, die dieses Berufsfeld zum Hochrisikobereich machen, bei dem vom medizinischen Personal stets ein H\u00f6chstma\u00df an Professionalit\u00e4t gefordert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei verga\u00df die Wissenschaft lange Zeit, dass selbst routinierte Mitarbeiter zu akuter bis hin zu chronischer Belastung neigen k\u00f6nnen. Die Belastung von medizinischem Personal, die zu physischen, psychischen und emotionalen Sch\u00e4den und dysfunktionalen Verhaltens\u00e4nderungen f\u00fchren k\u00f6nnen, wird insbesondere dadurch verst\u00e4rkt, dass medizinisches Personal in der Intensivmedizin mit der Arbeit von schwerstkranken sowie schwerstverletzten Patienten jeglichen Alters zu tun hat (Michalsen, 2018). Als besonders belastende Situationen werden in der Literatur h\u00e4ufig Ereignisse von versuchtem oder tats\u00e4chlichem Suizid von Kindern und Jugendlichen, Ereignisse mit Opfern, die personenbezogene \u00c4hnlichkeiten aufweisen, Ereignisse mit Sterbenden sowie Gro\u00dfschadenslagen (MANV) benannt (Shapiro &amp; Galowitz, 2016). Zus\u00e4tzlich zum eingetroffenen Ereignis kann auch das Erleben von Behandlungsfehlern durch das medizinische Personal und medizinische Komplikationen dazu f\u00fchren, dass emotionaler Disstress ausgel\u00f6st wird, der zu langfristigen Folgen f\u00fchrt (Schwappach &amp; Boluarte, 2008). Diese Problematik f\u00fchrt \u00fcbergeordnet dazu, dass negative Auswirkungen von psychosozialer Belastung auf das medizinische Personal wirkt und dies Einfluss auf die Qualit\u00e4t der Patientenversorgung und im gr\u00f6\u00dferen Umfang auf die Patientensicherheit nimmt (Carrieri et al., 2020; Michalsen et al., 2018; Schwappach &amp; Boluarte, 2008; Shapiro &amp; Galowitz, 2016; Schwappach, 2014).<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Artikel soll die Fragestellung untersucht werden, wie Belastung und Stress zu einem negativen Empfinden f\u00fchren und dadurch berufliche Auswirkungen haben k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Zweiten soll die Frage eines \u00fcbergeordneten L\u00f6sungsansatzes im Umgang mit Stressempfinden und der Belastung gefunden werden und in Verbindung mit Implikationen f\u00fcr m\u00f6gliche Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten stehen und deren Wirksamkeit aufzeigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hauptteil<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein viel erw\u00e4hntes und geeignetes Belastungsmodell f\u00fcr Berufe in t\u00e4glichen Extrem- und Krisensituationen scheint das Transaktionale Stressmodell von Larzarus und Folkman (1984) zu sein. Dieses kann nicht nur die Frage der Ursachen und Entstehung von Stressempfinden und deren Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt erkl\u00e4ren, sondern zugleich auch die Frage beantworten, wie es zum individuellen Empfinden und Umgang mit Stress kommt. Es kann zudem Hinweise f\u00fcr praktische Implikationen geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Modell umfasst die zwei Hauptfaktoren der prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Bewertung.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter der prim\u00e4ren Bewertung ist eine Einsch\u00e4tzung einer Situation zu verstehen, die entweder als bedrohlich, herausfordernd oder irrelevant wahrgenommen wird. Die sekund\u00e4re Bewertung erfolgt nach der prim\u00e4ren Bewertung, indem ein Abgleich von den jeweiligen Situationsanforderungen und existierenden Ressourcen gemacht wird. Dies bezieht sich darauf, inwieweit die Person glaubt, mit den Anforderungen umgehen zu k\u00f6nnen, und umfasst alle individuellen Eigenschaften, wie z. B. soziale Ressourcen, F\u00e4higkeiten und Pers\u00f6nlichkeit. Im Falle der nicht vorhandenen oder ausreichenden Ressourcen erfolgt ein Stresserleben. Die Folge des wahrgenommenen Stresserlebens ist die Auswahl einer Bew\u00e4ltigungsstrategie, das sog. \u201eCoping\u201c. Diese kann je nach Lebenserfahrung, der Pers\u00f6nlichkeit, der Situation und der eigenen Wahrnehmung variieren und f\u00fchrt zu einer erneuten Interaktion zwischen der Situation und dem Individuum, die wiederum eine erneute Beurteilung (Reappraisal) der Situation verlangt. Eine wichtige Erkenntnis f\u00fcr den vorliegenden Kontext soll sein, dass \u201eCoping\u201c nicht implizit bedeutet, dass auch eine erfolgreiche Bew\u00e4ltigung der Belastungssituation stattfindet. Die Bew\u00e4ltigung sollte als eine Auseinandersetzung mit dem Stressor gesehen werden, bei der das Ergebnis entweder erfolgreich (Stresserleben minimieren bis verschwinden) oder weniger erfolgreich (Stresserleben h\u00e4lt an oder nimmt zu) ausfallen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das medizinische Personal bedeutet dies: Wenn die Einsch\u00e4tzung der Situation aufgrund der Schwere und der Bedrohlichkeit durch t\u00e4gliche Herausforderungen und Krisen negativ ausf\u00e4llt und die verschiedenen Anforderungen an die Situation h\u00f6her sind als das Vorhandensein der eigenen wahrgenommenen Ressourcen, kommt es zum Stressempfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine beispielhafte Studie von Watermann et al. (2007) verdeutlicht die Auswirkungen des oben genannten Modells von Belastung und deren Folgen am Beispiel von \u00c4rzten. Diese weisen, wenn sie keine institutionelle Unterst\u00fctzung im Umgang mit ernsthaften Fehlern erhalten, eine viermal h\u00f6here Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Stressempfinden auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies deutet aber gleichzeitig darauf hin, dass eine Form von Unterst\u00fctzung, sei es institutionell oder individuell, als L\u00f6sungsansatz gesehen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei an dieser Stelle erw\u00e4hnt, dass nicht nur eine Form der Unterst\u00fctzung als L\u00f6sungsweg in Betracht gezogen werden kann. Im Zusammenhang mit der eigenen Stressbew\u00e4ltigung sollte auch immer das Modell der \u201eSalutogenese\u201c von Antonovsky (1997) erw\u00e4hnt werden, welches die Entstehung und den Erhalt der eigenen Gesundheit beschreibt und kognitive Bew\u00e4ltigungsstrategien zur Abwehr von gesundheitlichen Risiken betont. Es kann in diesem Kontext zur Beantwortung der Frage herangezogen werden, warum das medizinische Personal gerade trotz Belastung und Stressoren arbeitsf\u00e4hig und gesund bleibt. In diesem Fall sei laut dem Modell der Koher\u00e4nzsinn stark ausgepr\u00e4gt und bedeute, dass Bew\u00e4ltigungsstrategien besser genutzt und flexibler eingesetzt werden k\u00f6nnen, sodass der Mensch gesund bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine eigene Bew\u00e4ltigung kann jedoch auch misslingen, weshalb in diesem Kontext der Fall beschrieben werden soll, wenn die Stressbew\u00e4ltigung aufgrund des fehlenden Koh\u00e4renzsinns nicht mehr m\u00f6glich ist. Medizinisches Personal sollte dann die M\u00f6glichkeit haben, auf externe Hilfe zugreifen zu k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass diese F\u00e4lle zugenommen haben, zeigt eindr\u00fccklich Studien (Mai 2022) zur SARS-CoV-Pandemie in Zusammenhang mit dem Wohlbefinden des medizinischen Personals. In Umfragen konnte festgehalten werden, dass vor allem negative Einfl\u00fcsse des arbeitsbezogenen Koh\u00e4renzgef\u00fchls dann auftreten, wenn fachlich in Krisenzeiten an Grenzen gesto\u00dfen wurde. Zudem ist festzuhalten, dass das medizinische Personal sich mit gro\u00dfer Mehrheit f\u00fcr den Wunsch von sozialen Unterst\u00fctzungsangeboten ausgesprochen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberleitend kann das Job-Demand-Control Modell von Karasek (1979) einen weiteren theoretischen Rahmen zur Erkl\u00e4rung von Stress und der damit verbundenen Belastung im Arbeitsumfeld bieten. Es ist insbesondere f\u00fcr \u201ehigh-strain jobs\u201c geeignet, bei denen durch gleichzeitiges Vorhandensein von hoher Arbeitsanforderung und niedrigen Entscheidungsfreir\u00e4umen Risiken f\u00fcr die physische und psychische Gesundheit des Personals bestehen k\u00f6nnen. Durch die Erweiterung zum Job-Demand-Control-Support Modell (Johnson, Hall &amp; Theorell 1989) um den Aspekt der sozialen Unterst\u00fctzung fokussiert dies die Unterst\u00fctzung, die Mitarbeiter von Kollegen, Vorgesetzten oder der Organisation erhalten k\u00f6nnen. Soziale Unterst\u00fctzung kann dazu beitragen, die Auswirkungen von Arbeitsanforderungen zu mildern und den Umgang mit Stress zu erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere wahrgenommene soziale Unterst\u00fctzung scheint ein wissenschaftlich anerkannter Einflussfaktor auf physische und mentale Gesundheit zu sein. Ein Erkl\u00e4rungsansatz ist die sogenannte Direkteffekthypothese (Sommer &amp; Fydrich, 1989), die davon ausgeht, dass das allgemeine Vorhandensein eines sozialen Netzwerkes, welches unter anderem die soziale Unterst\u00fctzung befriedigt, dazu f\u00fchrt, dass es zu einem besseren psychischen Wohlbefinden kommt. Eine andere Studie von Cohen und Wills (1985) pr\u00e4gt die \u201eBuffering-Hypothese\u201c, die verschiedenen Arten der sozialen Unterst\u00fctzung (emotional, instrumental oder informativ) als einen Puffer gegen sch\u00e4dliche Auswirkungen von Stress versteht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung<strong>&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Es konnte in Modellen erkl\u00e4rt werden, dass z. B. fehlerhaftes \u201eCoping\u201c (vgl. Larzarus &amp; Folkman, 1984), mangelhafter Koh\u00e4renzsinn (vgl. Antonovsky, 1997) und der Zustand von hoher Arbeitsanforderung (vgl. Karasek, 1979) einen negativen Einfluss haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb sollte der Begriff des pr\u00e4ventiven Stressmanagements (G\u00fcnthner &amp; Batra, 2012) immer an erster Stelle stehen, da dieser dem Erhalt von Gesundheit dient. Ein zentraler Fokus einer Organisation sollte immer zuerst die Pr\u00e4vention und F\u00f6rderung der Gesundheit des medizinischen Personals sein (M\u00f6ller, 2016), damit diese m\u00f6glichst lange einen gesunden Zustand halten k\u00f6nnen und als Arbeitskraft zur Verf\u00fcgung stehen. Laut M\u00f6ller (2016) geh\u00f6ren f\u00fcr ihn zur Gesundheitsf\u00f6rderung auf Ebene der Organisation Aspekte wie flexible Arbeitszeitmodelle, Freizeitausgleiche, bezahlte \u00dcberstunden, Fortbildungen und Weiterbildungen in verschiedenen Formen (z. B. R\u00fcckenschule, Ern\u00e4hrungsberatung, Stressbew\u00e4ltigung, Mediation sowie Sport) und die psychosozialen Unterst\u00fctzungsangebote dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Grundlage der zu Beginn dargestellten Problematik des medizinischen Personals und des allgemeinen Wissens von Modellen zur Belastung und Stress kann das Job-Demand-Control-Support Modell (vgl. Johnson, Hall &amp; Theroell, 19989) einen \u00fcbergeordneten L\u00f6sungsansatz f\u00fcr direkte Intervention bieten. Dieses zeigt auf, dass eine soziale Unterst\u00fctzung eine positive Wirkung auf hohe Arbeitsanforderungen hat und Stress und Belastung mildern kann. Deshalb bedarf es Strukturen der sozialen Unterst\u00fctzung f\u00fcr das medizinische Personal, die im Fall von bedrohlichen, krisenhaften Situationen oder empfundener \u00dcberforderung helfen, diese zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden soll ein empirischer \u00dcberblick zu bereits untersuchten psychosozialen Unterst\u00fctzungsangeboten gemacht werden, die unter dem Begriff der \u201ePsychosozialen Notfallversorgung f\u00fcr Einsatzkr\u00e4fte\u201c (PSNV-E) die nachfolgenden Ma\u00dfnahmen umfassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen konnte fr\u00fch die salutogene Wirkung sozialer Unterst\u00fctzung bei der Entstehung von posttraumatischen Reaktionen von Rettungssanit\u00e4tern beschrieben werden (Dalgleish et al., 1996), aus der eine Vielzahl von psychosozialen Versorgungsangeboten in Form von klinischer Krisenintervention sowie Klinikseelsorge entwickelt wurde. Weitere Ans\u00e4tze von PSNV-E umfassen das Peer-Support-System, welches ein kollegiales Unterst\u00fctzungssystem darstellt. Dieses scheint eine vielversprechende Methode zu sein, um einen Zugang zum medizinischen Personal mit ihrem dargestellten Problem zu erhalten (Hinzmann et al., 2019).<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend ist n\u00fcchtern festzuhalten, dass PSNV-E zwar als allgemeiner Versorgungsstandard im pr\u00e4klinischen Bereich gesehen und empfohlen wird, jedoch ist dieser f\u00fcr das klinische Personal aber nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis heute existiert weder ein einheitlicher noch ein strukturierter Ansatz f\u00fcr eine psychosoziale Notfallversorgung f\u00fcr Einsatzkr\u00e4fte, obwohl dies ausdr\u00fccklich im Umgang mit schwerwiegenden medizinischen Komplikationen empfohlen wird (Strametz et al., 2020).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Antonovsky, A. (1997). <em>Salutogenese: zur Entmystifizierung der Gesundheit<\/em> (36. Aufl.). Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Verhaltenstherapie (DGVT).<\/p>\n\n\n\n<p>Arndt, D. &amp; Beerlage, I. (2020). <em>Psychische Belastungen und Belastungsfolgen in der Akut-, Intensiv- und Notfallmedizin: Bekannte Fakten, neue Entwicklungen und offene Fragen.<\/em> (1. Aufl., Bd. 9) [DIVI Jahrbuch]. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Carrieri, D., Pearson, M., Mattick, K., Papoutsi, C., Briscoe, S., Wong, G. &amp; Jackson &amp; M. (2020). Interventions to minimise doctors\u2019 mental ill-health and its impacts on the workforce and patient care: The Care Under Pressure Realist Review. <em>Health Services and Delivery Research<\/em>, <em>8<\/em>(19), 1\u2013132. https:\/\/doi.org\/10.3310\/hsdr08190<\/p>\n\n\n\n<p>Cohen, S. &amp; Wills, T. A. (1985). Stress, social support, and the buffering hypothesis. <em>Psychological Bulletin<\/em>, <em>98<\/em>(2), 310\u2013357. https:\/\/doi.org\/10.1037\/0033-2909.98.2.310<\/p>\n\n\n\n<p>Dalgleish, T., Joseph, S., Thrasher, S., Tranah, T. &amp; Yule, W. (1996). Crisis Support Following the Herald of Free-Enterprise Disaster: A Longitudinal perspective. <em>Journal of Traumatic Stress<\/em>, <em>9<\/em>(4), 833\u2013845. https:\/\/doi.org\/10.1002\/jts.2490090411<\/p>\n\n\n\n<p>Ernst, G., Franke, A. &amp; Franzkowiak, P. (2022). Stress und Stressbew\u00e4ltigung. <em>Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung (BZgA)<\/em>, 1\u201316.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcnthner, A. &amp; Batra, A. (2012). Stressmanagement als Burn-out-Prophylaxe. <em>Bundesgesundheitsblatt &#8211; Gesundheitsforschung &#8211; Gesundheitsschutz<\/em>, <em>55<\/em>(2), 183\u2013189. https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00103-011-1406-y<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzmann, D. &amp; Schie\u00dfl, A. (2020). <em>Resilienz- perspektive in der Akutmedizin<\/em> (1. Aufl., Bd. 9) [DIVI Jahrbuch]. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzmann, D., Schie\u00dfl, A., Koll-Kr\u00fcsmann, M., Schneider, G. &amp; Kreitlow, J. (2019). Peer support in acute medicine. <em>An\u00e4sth Intensivmed<\/em>, <em>60<\/em>, 95\u2013101. https:\/\/doi.org\/10.19224\/ai2019.095<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzmann, M., Schie\u00dfl, A., Kreitlow, J., Igl, A., Koll-Kruesmann, M. &amp; Heininger, S. (2021). Let\u2018s talk about. . .us\u201c The situation at German hospitals from the perspective of anaesthe- siology and intensive medicine prior to the CovID-19 pandemic: BDA-Befragung zur psychosozialen Unterst\u00fctzung in der Akutmedizin im Herbst 2019. <em>An\u00e4sth Intensivmed<\/em>, <em>62<\/em>, 92\u2013100. https:\/\/doi.org\/10.19224\/ai2021.092<\/p>\n\n\n\n<p>Johnson, J. G., Hall, E. M. &amp; Theorell, T. (1989). Combined effects of job strain and social isolation on cardiovascular disease morbidity and mortality in a random sample of the Swedish male working population. <em>Scandinavian Journal of Work, Environment &amp; Health<\/em>, <em>15<\/em>(4), 271\u2013279. https:\/\/doi.org\/10.5271\/sjweh.1852<\/p>\n\n\n\n<p>Karasek, R. (1979). Job demands, job decision latitude, and mental strain: Implications for job redesign. <em>Administrative Science Quarterly<\/em>, <em>24<\/em>(2), 285\u2013308. https:\/\/doi.org\/10.2307\/2392498<\/p>\n\n\n\n<p>Lazarus, R. S., PhD &amp; Folkman, S., PhD. (1984). <em>Stress, appraisal, and coping<\/em>. Springer Publishing Company.<\/p>\n\n\n\n<p>Lindner, T., Joachim, R., Bieberstein, S., Schiffer, H., M\u00f6ckel, M. &amp; Searle, J. (2015). Aggressives und herausforderndes Verhalten gegen\u00fcber dem Klinikpersonal. <em>Notfall + Rettungsmedizin<\/em>, <em>18<\/em>(3), 195\u2013200. https:\/\/doi.org\/10.1007\/s10049-015-1982-8<\/p>\n\n\n\n<p>Mai, T., Franke, V., Todisco, L., Schilder, M. &amp; Rohde, G. (2022). Die Situation der \u00c4rztinnen und \u00c4rzte in Akutkrankenh\u00e4usern w\u00e4hrend der zweiten Welle der SARS-COV-2-Pandemie: eine Onlinebefragung. <em>Zeitschrift f\u00fcr Evidenz, Fortbildung und Qualit\u00e4t im Gesundheitswesen<\/em>, <em>174<\/em>, 52\u201358. https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.zefq.2022.08.005<\/p>\n\n\n\n<p>Michalsen, A., Hillert, A., Schie\u00dfl, A. &amp; Hinzmann, D. (2018). Burnout in der Intensivmedizin. <em>Deutsche Medizinische Wochenschrift<\/em>, <em>143<\/em>(01), 21\u201326. https:\/\/doi.org\/10.1055\/s-0043-109258<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f8ller, S. (2016). Erfolgreiche Teamleitung in der Pflege. In <em>Springer eBooks<\/em>. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-662-50288-4<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6ller, S. (2016). <em>Erfolgreiche Teamleitung in der Pflege<\/em>. Springer-Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Raspe, M., Koch, P., Zilezinski, M., Schulte, K., Bitzinger, D., Gaiser, U., Hammerschmidt, A., K\u00f6hnlein, R., Puppe, J., Tress, F., Uden, T. &amp; Nienhaus, A. (2019). Arbeitsbedingungen und Gesundheitszustand junger \u00c4rzte und professionell Pflegender in deutschen Krankenh\u00e4usern. <em>Bundesgesundheitsblatt &#8211; Gesundheitsforschung &#8211; Gesundheitsschutz<\/em>, <em>63<\/em>(1), 113\u2013121. https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00103-019-03057-y<\/p>\n\n\n\n<p>Schwappach, D. (2014). Nach dem Behandlungsfehler. <em>Bundesgesundheitsblatt &#8211; Gesundheitsforschung &#8211; Gesundheitsschutz<\/em>, <em>58<\/em>(1), 80\u201386. https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00103-014-2083-4<\/p>\n\n\n\n<p>Schwappach, D. L. &amp; Boluarte, T. A. (2008). The emotional impact of medical error involvement on physicians: A call for leadership and organisational accountability. <em>Swiss medical weekly<\/em>, <em>138<\/em>(1\u20132), 9\u201315. https:\/\/doi.org\/10.5167\/uzh-9997<\/p>\n\n\n\n<p>Shapiro, J. &amp; Galowitz, P. (2016). Peer support for Clinicians: A Programmatic approach. <em>Academic Medicine<\/em>, <em>91<\/em>(9), 1200\u20131204. https:\/\/doi.org\/10.1097\/acm.0000000000001297<\/p>\n\n\n\n<p>Sommer, G. &amp; Fydrich, T. (1989). <em>Soziale Unterst\u00fctzung: Diagnostik, Konzepte, F-SOZU<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Strametz, R., Raspe, M., Ettl, B., Huf, W. &amp; Pitz, A. (2020). Handlungsempfehlung: St\u00e4rkung der Resilienz von Behandelnden und Umgang mit Second Victims im Rahmen der COVID-19-Pandemie zur Sicherung der Leistungsf\u00e4higkeit des Gesundheitswesens. <em>Zentralblatt f\u00fcr Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie<\/em>, <em>70<\/em>(6), 264\u2013268. https:\/\/doi.org\/10.1007\/s40664-020-00405-7<\/p>\n\n\n\n<p>Waterman, A. D., Garbutt, J., Hazel, E., Dunagan, W. C., Levinson, W., Fraser, V. J. &amp; Gallagher, T. H. (2007). The emotional impact of medical errors on practicing physicians in the United States and Canada. <em>The Joint Commission Journal on Quality and Patient Safety<\/em>, <em>33<\/em>(8), 467\u2013476. https:\/\/doi.org\/10.1016\/s1553-7250(07)33050-x<\/p>\n\n\n\n<p>West, C. P., Huschka, M., Novotny, P. J., Sloan, J. A., Kolars, J. C., Habermann, T. M. &amp; Shanafelt, T. D. (2006). Association of perceived medical errors with resident distress and empathy. <em>JAMA<\/em>, <em>296<\/em>(9), 1071. https:\/\/doi.org\/10.1001\/jama.296.9.1071<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Bastian Glatz (1. Semester Master Psychologie \u2013 Human Performance in Sociotechnical Systems, Technische Universit\u00e4t Dresden) Teaser Das Potenzial von Belastung und Stress stellt in der Arbeitswelt einen permanenten negativen Faktor dar. Jedoch erfahren einige Berufsfelder ein besonders hohes Belastungspotenzial, da diese zus\u00e4tzlich zu der Alltagsbelastung besonderen Extrem- und Krisensituationen ausgesetzt sind. 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