{"id":703,"date":"2025-04-25T12:52:31","date_gmt":"2025-04-25T10:52:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/arbeitspsychologie\/?p=703"},"modified":"2025-05-15T13:08:28","modified_gmt":"2025-05-15T11:08:28","slug":"digitalisiert-aber-nicht-organisiert-warum-technostress-hausgemacht-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/arbeitspsychologie\/2025\/04\/25\/digitalisiert-aber-nicht-organisiert-warum-technostress-hausgemacht-ist\/","title":{"rendered":"Digitalisiert, aber nicht organisiert: Warum Technostress hausgemacht ist"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Leonie Herbst<\/strong> (Technische Universit\u00e4t Dresden)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-e3eb5d4b-60e3-4988-9e78-8b0ffea511aa\">Technostress: Haben wir uns diesen Stress selbst eingebrockt?<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"block-1e97e95c-eb58-4feb-8b06-457a763d33fe\">Technologie sollte unsere Arbeit erleichtern, doch stattdessen f\u00fchrt sie immer h\u00e4ufiger zu Stress, \u00dcberforderung und Ineffizienz. Doch ist wirklich die Technik schuld oder haben wir uns den Stress selbst eingebrockt? Immer mehr Unternehmen investieren in digitale Tools, um die Produktivit\u00e4t zu steigern. Doch oft endet die Digitalisierung im Chaos: zu viele Systeme, unklare Prozesse und \u00fcberforderte Mitarbeitende. Wohin f\u00fchrt das? Zu einem Stresslevel, das nicht nur die Produktivit\u00e4t, sondern auch die Gesundheit gef\u00e4hrdet. Wie k\u00f6nnen Unternehmen die Digitalisierung besser gestalten, um Technostress zu vermeiden? Und was k\u00f6nnen wir selbst tun, um den digitalen Wandel stressfrei zu meistern?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-352ea3e5-0547-44a5-a969-2d1fc9f43004\"><strong>Warum Technologie allein nicht die L\u00f6sung ist&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p id=\"block-3f883728-c680-4f6d-b92b-9ae6cd6919ed\">Ein paar Tage im Home-Office arbeiten, weil das Kind krank ist, von unterwegs eine Unterschrift setzen, aus dem Urlaub an einem wichtigen Meeting teilnehmen oder abends vom Sofa aus noch ein paar E-Mails beantworten. Wer erkennt sich da wieder? All das erm\u00f6glichen uns die mehr oder weniger neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Rede ist von unseren Mobiltelefonen, Notebooks, Smartwatches, aber auch von Softwaretools zum Schreiben von E-Mails, zum Erstellen von Dokumenten, Tabellen oder Pr\u00e4sentationen, kurz: von allen Technologien, die unsere t\u00e4gliche Arbeitsumgebung und pers\u00f6nliche Interaktionen beeinflussen (Ayyagari et al., 2011). Aber Vorsicht: Technologie bringt nicht nur Vorteile. Mit der Flexibilit\u00e4t kommt der allgegenw\u00e4rtige Druck, erreichbar zu sein. Mit der erleichterten Kommunikation kommen die st\u00e4ndigen Unterbrechungen. Mit dem bequemen Zugang zu einer F\u00fclle von Informationen kommt die \u00dcberforderung. Und mit neuen intelligenten L\u00f6sungen kommt auch die Angst, sie nicht richtig benutzen zu k\u00f6nnen. All das sind Beispiele f\u00fcr Technostress. Dieser Begriff stammt aus den 80er Jahren und wurde beschrieben als die \u201eUnf\u00e4higkeit mit neuen Computertechnologien auf gesunde Weise umzugehen\u201c (Brod, 1984. p. 16). Die Symptome von Technostress reichen von Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu Depressionen und Burnout (Gimpel et al., 2018). Das bedeutet, Technostress wirkt sich nicht nur negativ auf uns als Mensch aus, sondern auch auf die Funktionsf\u00e4higkeit und Produktivit\u00e4t von Organisationen. Man k\u00f6nnte also meinen, dass nicht nur die die Mitarbeitenden, sondern auch die Arbeitgeber ein Interesse daran haben sollten, Technostress zu vermeiden. Im Arbeitsalltag kommt es jedoch schnell vor, dass auf die Einarbeitung in ein neues Tool verzichtet wird, weil zu viel zu tun ist, dass sich Tool-Funktionen \u00fcberschneiden oder bestimmte Arbeitsabl\u00e4ufe gar nicht abgebildet werden. Statt effizienter zu arbeiten, f\u00fchlen sich die Mitarbeitenden gestresst und sind weniger produktiv (Jager &amp; Thiemann, 2021). Doch wie genau entsteht Technostress in Organisationen? Was k\u00f6nnen Unternehmen und Mitarbeitende tun, um dem entgegenzuwirken?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-4ce1ef42-3ec4-4ec1-9c1b-4b2eadcf1a81\">Wenn die Technik zur Belastung wird<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"410\" src=\"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/arbeitspsychologie\/files\/2025\/04\/Unbenannt-1-1024x410.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-721\" srcset=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/arbeitspsychologie\/files\/2025\/04\/Unbenannt-1-1024x410.jpg 1024w, https:\/\/blog.tu-dresden.de\/arbeitspsychologie\/files\/2025\/04\/Unbenannt-1-300x120.jpg 300w, https:\/\/blog.tu-dresden.de\/arbeitspsychologie\/files\/2025\/04\/Unbenannt-1-768x308.jpg 768w, https:\/\/blog.tu-dresden.de\/arbeitspsychologie\/files\/2025\/04\/Unbenannt-1.jpg 1448w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"block-8fcf157c-6744-4fe6-aaaa-00f516536a49\">Wer kennt es nicht? Das neue Tool im Unternehmen soll eigentlich alles einfacher machen, doch stattdessen braucht man erst einmal eine halbe Stunde, um herauszufinden, wo der Login ist. Mit dem Modell von Jager und Thiemann (2021) kann die Entwicklung von Technostress, von den Ursachen bis hin zu den Folgen, nachvollzogen werden. Die sogenannten&nbsp;<strong>Technostressoren <\/strong>sind Belastungen, die direkt durch die Nutzung von Technologien entstehen. Oft liegt das Problem n\u00e4mlich in der <strong>Technologie<\/strong> selbst. Sei es die endlose Komplexit\u00e4t, un\u00fcbersichtliche Men\u00fcs oder schlicht fehlende Benutzerfreundlichkeit. Wenn dann noch zahllose Funktionen dazukommen, die kaum jemand versteht, bleibt die versprochene \u201eErleichterung\u201c schnell auf der Strecke. Statt Zeit zu sparen, k\u00e4mpfen sich die Mitarbeitenden durch ein digitales Chaos, das mehr Stress als Nutzen bringt. Technostressoren wirken jedoch nicht isoliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Situative Faktoren und <strong>Umgebungsbedingungen<\/strong> wie Zeitdruck oder eine unklare Nutzungspolitik im Unternehmen k\u00f6nnen den Stress verst\u00e4rken. Gleichzeitig spielen <strong>individuelle Faktoren<\/strong> eine gro\u00dfe Rolle dabei, wie wir mit digitalen Tools umgehen. Manche Menschen lieben es, mit neuen Technologien zu experimentieren, andere bekommen schon bei einem Software-Update Schwei\u00dfausbr\u00fcche. Wer wenig technikaffin ist oder Schwierigkeiten hat, sich auf neue Tools einzustellen, f\u00fchlt sich schnell \u00fcberfordert. Und das bleibt nicht ohne <strong>Folgen<\/strong>, weder f\u00fcr den Kopf noch f\u00fcr den K\u00f6rper. Laut Riedl (2013) kann die st\u00e4ndige \u00dcberforderung durch digitale Tools unsere biologischen Stressreaktionen triggern. Das hei\u00dft, unser K\u00f6rper sch\u00fcttet vermehrt Stresshormone wie Cortisol aus, die eigentlich f\u00fcr kurzfristige &#8222;Kampf-oder-Flucht&#8220;-Situationen gedacht sind. Doch wenn diese Dauerstressspirale durch Technologie in Gang bleibt, hat das Konsequenzen: Konzentrationsprobleme, Schlafst\u00f6rungen und sogar ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und auch psychisch zeigt sich die Belastung &#8211; von chronischer Ersch\u00f6pfung bis hin zu Burnout. Kurz gesagt: Technostress macht uns nicht nur m\u00fcde, sondern auf Dauer auch krank.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-f2a7b781-0310-46d9-aba7-56fe1d030801\">Diese Konsequenzen sp\u00fcren nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Unternehmen: Produktivit\u00e4t sinkt (Tarafdar et al., 2007), Stresslevel und Arbeitsunf\u00e4higkeitstage steigen (Meyer et al., 2018). Das zeigt klar: Technostress ist kein rein technisches Problem. Es ist ein Zusammenspiel aus Technik, Organisation und pers\u00f6nlichen Voraussetzungen und h\u00e4ufig das Ergebnis un\u00fcberlegter Entscheidungen (Jager &amp; Thiemann, 2021).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-ffba83be-b634-4ee7-91bf-e7708d9ecb00\">Das Rezept f\u00fcr hausgemachten Technostress<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"block-70d8a3b5-bc76-49c1-9934-5f940c329de5\">Die Ergebnisse einer Online-Befragung von Jager und Thiemann (2021) zeigen, wie un\u00fcberlegte Entscheidungen bei der Digitalisierung Unternehmen und ihre Mitarbeitenden ins Chaos st\u00fcrzen k\u00f6nnen. Statt effizienter zu arbeiten, k\u00e4mpfen viele mit \u00dcberforderung, Informationsflut und dem Gef\u00fchl, nie hinterherzukommen. Einer der h\u00e4ufigsten Fehler bei der Digitalisierung ist die Einf\u00fchrung zahlreicher Tools zur Effizienzsteigerung, aber ohne klare Strategie. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, dass die Arbeitsbelastung durch digitale Technologien gestiegen sei. Das liegt oft daran, dass Mitarbeitende mit mehreren neuen Systemen gleichzeitig jonglieren m\u00fcssen. Ohne klare Vorgaben oder Integrationskonzepte f\u00fchrt das zu Mehrarbeit statt Entlastung.<\/p>\n\n\n\n<p>Knapp zwei Drittel der Befragten berichteten ebenfalls, dass die Menge an Informationen durch digitale Technologien deutlich zugenommen hat. Aus dieser Flut an Daten die Relevanten auszuw\u00e4hlen, zu strukturieren und das Wesentliche herauszufiltern, wird schnell zur kognitiven Herausforderung. Fast die H\u00e4lfte der Befragten gab an, durch die st\u00e4ndige Informations\u00fcberladung abgelenkt zu werden, was ein deutlicher Hinweis auf vorliegenden Technostress ist. Aber auch die Komplexit\u00e4t neuer Technologien spielt eine Rolle: Ein Viertel der Teilnehmenden f\u00fchlte sich gezwungen, ihre F\u00e4higkeiten st\u00e4ndig zu verbessern, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Das Problem sind fehlende Schulungen. \u00dcber 42 % der Befragten gaben an, dass Weiterbildungsangebote in ihrem Unternehmen nicht bedarfsgerecht seien. Folgen sind frustrierte und unsichere Mitarbeitende, die das Gef\u00fchl haben, nicht ausreichend qualifiziert zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-1965c934-75b4-49fe-b95b-69976eb06e12\">Ein weiteres Problem, das sich in den Ergebnissen zeigt, ist die so genannte Techno-Invasion. Mobile Endger\u00e4te machen uns st\u00e4ndig erreichbar, sodass f\u00fcr viele die Grenze zwischen Beruf und Privatleben verschwimmt. Die Studie zeigt, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte besonders betroffen sind. Knapp 40 % von ihnen berichteten, dass sie abends oder am Wochenende arbeiten, h\u00e4ufig auf Kosten von Erholung und Gesundheit. Auch Park und Kolleg:innen (2020) stellten fest, dass die berufliche Nutzung von Smartphones nach Feierabend mit einem erh\u00f6hten Burnout-Risiko einhergeht. Diese Studienergebnisse, sowie die der Befragung von Jager und Thiemann (2021) verdeutlichen, dass Technostress nicht allein durch Technologien entsteht, sondern durch unreflektierte Entscheidungen bei ihrer Einf\u00fchrung. Zu viele Tools, mangelnde Integration und fehlende Schulungen schaffen Stress statt Effizienz. Digitalisierung ist also kein Selbstl\u00e4ufer, sondern braucht Planung, Struktur und ein Bewusstsein f\u00fcr die Menschen, die sie umsetzen sollen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-ffba83be-b634-4ee7-91bf-e7708d9ecb00\">Was Organisationen tun k\u00f6nnen<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"block-70d8a3b5-bc76-49c1-9934-5f940c329de5\">Die gute Nachricht ist, dass Technostress nicht unvermeidbar ist. Es liegt in der Hand von Organisationen, durch gezielte Ma\u00dfnahmen eine stressfreie Digitalisierung zu erm\u00f6glichen. Wie die Ergebnisse zeigen, entsteht Technostress nicht nur durch die Technologien selbst, sondern auch durch die Art und Weise, wie sie eingef\u00fchrt und genutzt werden. Jager &amp; Thiemann (2021) ziehen verschiedene Schl\u00fcsse aus ihrer Studie und geben praktische Empfehlungen an Organisationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen sollten Tools und Systeme bedarfsgerecht ausgew\u00e4hlt werden. Sie sollten nicht nur funktional sein, sondern auch die tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnisse der Mitarbeitenden und der Organisation erf\u00fcllen. Eine intuitive und benutzerfreundliche Gestaltung von Technologien helfen au\u00dferdem, die Arbeitsbelastung zu reduzieren, statt sie zu erh\u00f6hen (Tarafdar et al., 2011). Das bedeutet, dass Organisationen vor der Einf\u00fchrung neuer Tools pr\u00fcfen sollten, ob die geplanten L\u00f6sungen die Arbeitsabl\u00e4ufe tats\u00e4chlich unterst\u00fctzen, und nicht verkomplizieren. Ein weiterer h\u00e4ufiger Fehler bei der Einf\u00fchrung neuer Technologien sind fehlende Schulungen. Wie die Ergebnisse von Jager &amp; Thiemann (2021) zeigen, f\u00fchlen sich viele Mitarbeitende durch mangelnde Weiterbildung \u00fcberfordert und sind unsicher im Umgang mit neuen Systemen. Kupang et al. (2024) sehen in der F\u00f6rderung digitaler Kompetenzen eine Universalstrategie gegen Technostress. Daher sollten Organisationen gezielt auf Schulungsangebote setzen, die an die individuellen Kenntnisse der Mitarbeitenden ankn\u00fcpfen. Dazu geh\u00f6ren sowohl Tool-spezifische technische Schulungen als auch Trainings zu digitalen Kompetenzen, wie die Strukturierung und Priorisierung von Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wesentlicher Treiber von Technostress und weiterer zentraler Ansatzpunkt ist das Verschwimmen der Grenzen zwischen Beruf und Privatleben. Organisationen oder die Mitarbeitenden selbst sollten hier klare Regeln etablieren und kommunizieren: Wann ist jemand erreichbar, wann nicht? Park et al. (2020) betonen das \u201eRecht auf Abschalten\u201c als Burnout-Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme. Dieses Recht dr\u00fcckt aus, dass Arbeitnehmende nicht verpflichtet sind, au\u00dferhalb ihrer Arbeitszeit beruflich erreichbar zu sein. Weitere Studien zeigten, dass festgelegte Offline-Zeiten und auch allein das \u00dcberpr\u00fcfen von E-Mails nur zu festgelegten Zeiten stressreduzierend wirken kann (Kushlev &amp; Dunn, 2015; Ragu-Nathan et al., 2008). Besonders F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten eine Vorbildfunktion \u00fcbernehmen, indem sie selbst ihre Arbeitszeiten und Ruhephasen, sowie die ihrer Mitarbeitenden, einhalten und respektieren.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-1965c934-75b4-49fe-b95b-69976eb06e12\">Wer im Homeoffice arbeitet, kennt ein weiteres Problem. Fachliche Fragen bleiben unbeantwortet, weil die Kolleg:innen schwer erreichbar sind, und der informelle Austausch im B\u00fcro fehlt v\u00f6llig. Auch Jager &amp; Thiemann (2021)oder Weinert et al. (2020) erkennen die Bedeutsamkeit einer gelebten Vertrauenskultur, um den sozialen und fachlichen Austausch in einer digitalisierten Arbeitswelt aufrechtzuerhalten. Besonders beim mobilen Arbeiten kann leicht eine Entfremdung, also ein Verlust von N\u00e4he und Zugeh\u00f6rigkeit durch die Abkopplung vom Team und B\u00fcroalltag, entstehen. Das kann den Zusammenhalt im Team schw\u00e4chen. Unternehmen sollten daher digitale Tools nutzen, um den Austausch zwischen Mitarbeitenden proaktiv zu f\u00f6rdern, und regelm\u00e4\u00dfige pers\u00f6nliche Treffen initiieren. Solche Ma\u00dfnahmen f\u00f6rdern den Teamzusammenhalt und sorgen daf\u00fcr, dass flexible Arbeitsmodelle nicht zum Stressfaktor werden. Diese, aus verschiedensten Forschungsergebnissen abgeleiteten, Ma\u00dfnahmen zeigen deutlich, dass Technostress oft den Ursprung mangelnder Planung und fehlendem Bewusstsein f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der Mitarbeitenden nimmt. Indem Organisationen Technologien gezielt ausw\u00e4hlen, die Schulung und Kompetenzentwicklung priorisieren und klare Regeln sowie die interne Vertrauenskultur f\u00f6rdern, k\u00f6nnen sie eine stressfreie Digitalisierung erm\u00f6glichen. Der Schl\u00fcssel liegt in einer reflektierten Herangehensweise, die die menschliche Perspektive in den Mittelpunkt stellt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-ffba83be-b634-4ee7-91bf-e7708d9ecb00\">Vom Stress zur St\u00e4rke: Digitalisierung richtig anpacken<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"block-1965c934-75b4-49fe-b95b-69976eb06e12\">Technostress ist kein unvermeidbares Nebenprodukt der digitalen Arbeitswelt \u2013 er ist oft hausgemacht. Organisationen haben die Verantwortung, digitale Prozesse so zu gestalten, dass sie den Menschen dienen, statt sie zu \u00fcberfordern. Das bedeutet: Technologien bewusst ausw\u00e4hlen, Mitarbeitende schulen, klare Grenzen setzen und den sozialen Austausch f\u00f6rdern. Gleichzeitig sind auch wir als Individuen gefragt. Wer sich aktiv mit neuen Tools auseinandersetzt, seine digitalen Kompetenzen erweitert und bewusst Pausen einplant, kann selbst viel dazu beitragen, Stress abzubauen. Digitalisierung ist eine gemeinsame Aufgabe \u2013 wenn wir sie mit Bedacht angehen, schaffen wir eine Arbeitswelt, in der Technologie uns st\u00e4rkt, statt uns zu belasten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" id=\"block-472697ea-609c-4db4-b30d-a2ebeb2acb70\" \/>\n\n\n\n<p id=\"block-76eea293-ed8c-4c8c-8d29-c7d7aae36775\">Ayyagari, R., Grover, V., &amp; Purvis, R. (2011). Technostress: Technological Antecedents and Implications. <em>MIS Quarterly<\/em>, <em>35<\/em>(4), 831\u2013858. https:\/\/doi.org\/10.2307\/41409963<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-d5772a40-877b-448b-a29e-794e03063851\">Brod, C. (1984). <em>Technostress\u2014The human cost of the computer revolution<\/em>. Reading, MA: Addison-Wesley Publishing Company.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-4c3f91a4-a913-46fc-890a-c143362bc72f\">Gimpel, H., Lanzl, J., Manner-Romberg, T., &amp; N\u00fcske, N. (2018). <em>Digitaler Stress in Deutschland: Eine Befragung von Erwerbst\u00e4tigen zu Belastung und Beanspruchung durch Arbeit mit digitalen Technologien<\/em> (Working Paper Forschungsf\u00f6rderung, Nr. 101). D\u00fcsseldorf: Hans-B\u00f6ckler-Stiftung. https:\/\/doi.org\/10.5771\/9783748922933-265<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-056bae8a-a305-4507-b501-0ba26f7538b1\">Jager, A., &amp; Thiemann, D. (2021). Technostress als Schattenseite der Digitalisierung: Ansatzpunkte f\u00fcr eine gesundheitsf\u00f6rderliche Gestaltung digitaler Arbeitswelten. In S. Kaiser, A. Kozica, F. B\u00f6hringer, &amp; J. Wissinger (Hrsg.), <em>Digitale Arbeitswelt: Wie Unternehmen erfolgreich die digitale Transformation gestalten k\u00f6nnen<\/em> (S. 75\u201392). Springer Fachmedien. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-33224-2_4<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-1e9edca0-cf35-4f6f-903b-4fa23e1dee33\">Kupang, G. B., Ballangan, M. G., Carantes, F. T., &amp; Yanes Jr., P. S. (2024). Unpacking Technostress: A Systematic Review on its Effects and Mitigation. <em>Cognizance Journal of Multidisciplinary Studies<\/em>, <em>4<\/em>(4), 11\u201321. https:\/\/doi.org\/10.47760\/cognizance.2024.v04i04.002<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-2c2fd0b6-fd21-423a-ae6d-9739149e2b0b\">Kushlev, K., &amp; Dunn, E. (2015). Checking Email Less Frequently Reduces Stress. <em>Computers in Human Behavior<\/em>, <em>43<\/em>. https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.chb.2014.11.005<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-bd527e24-ac1d-4575-91c5-b29fa208ad52\">Meyer, M., Wenzel, J., &amp; Schenkel, A. (2018). Krankheitsbedingte Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft im Jahr 2017. In B. Badura, A. Ducki, H. Schr\u00f6der, J. Klose, &amp; M. Meyer (Hrsg.), <em>Fehlzeiten-Report 2018<\/em> (S. 331\u2013536). Springer Berlin Heidelberg. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-662-57388-4_29<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-824b8ee6-8212-4e58-a4f2-7bad01772084\">Park, J.-C., Kim, S., &amp; Lee, H. (2020). Effect of work-related smartphone use after work on job burnout: Moderating effect of social support and organizational politics. <em>Computers in Human Behavior<\/em>, <em>105<\/em>. https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.chb.2019.106194<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-40eb12bc-1b4e-4599-9d0f-5a9d50588b72\">Ragu-Nathan, T. S., Tarafdar, M., Ragu-Nathan, B. S., &amp; Tu, Q. (2008). The Consequences of Technostress for End Users in Organizations: Conceptual Development and Empirical Validation. <em>Information Systems Research<\/em>, <em>19<\/em> (4), 417\u2013433. https:\/\/doi.org\/10.1287\/isre.1070.0165<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-2c29ef5e-9ee0-48df-9fcc-0d003fb2d3c6\">Riedl, R. (2013). On the biology of technostress. <em>ACM SIGMIS Database<\/em>, <em>44<\/em>(1), 18\u201355. https:\/\/doi.org\/10.1145\/2436239.2436242<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-13da0b6c-9d0f-4ef9-acca-6769c2351d94\">Tarafdar, M., Tu, Q., Ragu-Nathan, B. S., &amp; Ragu-Nathan, T. S. (2007). The Impact of Technostress on Role Stress and Productivity. <em>Journal of Management Information Systems<\/em>, <em>24<\/em>(1), 301\u2013328. https:\/\/doi.org\/10.2753\/MIS0742-1222240109<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-ea30c8ed-8dc3-42e6-b98e-19620f729221\">Tarafdar, M., Tu, Q., &amp; Ragu-Nathan, T. S. (2011). Impact of Technostress on End-User Satisfaction and Performance. <em>Journal of Management Information Systems<\/em>, <em>27<\/em>(3), 303\u2013334. https:\/\/doi.org\/10.2307\/29780194<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-82f6b0dc-d199-4bc4-b1c5-1dae9b4123d5\">Weinert, C., Maier, C., Laumer, S., &amp; Weitzel, T. (2020). Technostress mitigation: An experimental study of social support during a computer freeze. <em>Journal of Business Economics<\/em>, <em>90<\/em>(8), 1199\u20131249. https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11573-020-00986-y<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leonie Herbst (Technische Universit\u00e4t Dresden) Technostress: Haben wir uns diesen Stress selbst eingebrockt? Technologie sollte unsere Arbeit erleichtern, doch stattdessen f\u00fchrt sie immer h\u00e4ufiger zu Stress, \u00dcberforderung und Ineffizienz. Doch ist wirklich die Technik schuld oder haben wir uns den Stress selbst eingebrockt? 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