{"id":143,"date":"2017-11-20T07:51:42","date_gmt":"2017-11-20T05:51:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/?p=143"},"modified":"2019-11-04T13:04:45","modified_gmt":"2019-11-04T11:04:45","slug":"aesthetische-forschung-und-ein-grosses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/","title":{"rendered":"\u00c4STHETISCHE FORSCHUNG UND EIN GRO\u00dfES ?"},"content":{"rendered":"<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-143 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/_15-thesen_1\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/15-Thesen_1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/_systematisierung_1\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Systematisierung_1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/_logbuch_1\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Logbuch_1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/img_0044\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/IMG_0044-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/img_0040\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/IMG_0040-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/img_0035\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/IMG_0035-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/img_0030\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/IMG_0030-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/img_0027\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/IMG_0027-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/20\/aesthetische-forschung-und-ein-grosses\/img_0031\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/IMG_0031-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON LINDA NOSSAN, ULRIKE HAAS UND VERA ZIMDARS<\/p>\n<h4>1. Verortung in der Kunstp\u00e4dagogik<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr viele von uns wirft das Thema \u00e4sthetische Forschung immer wieder gro\u00dfe Fragen auf. Es scheint, als sei es ein riesiges Seifenblasenkonstrukt, welches kurz bevor man es h\u00e4tte greifen k\u00f6nnen, vor den eigenen Augen zerspringt und man wieder mit einem gro\u00dfen Fragezeichen zur\u00fcckbleibt. Dabei ist es wahrscheinlich nur der Respekt vor diesem weiten Thema, der einen zur\u00fcckschrecken und nicht verstehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn man \u00e4sthetische Forschung in das gro\u00dfe Feld der Kunstp\u00e4dagogik einordnen will, muss man die drei gegenw\u00e4rtigen kunstp\u00e4dagogischen Positionen betrachten. Zum Einen ist das die Bildorientierung, das hei\u00dft die Entwicklung von \u201evisueller Kompetenz\u201c, zum Anderen die Kunstorientierung verbunden mit der \u00e4sthetischen Erfahrung und weiterhin die Subjektorientierung, zu der sich auch die \u00e4sthetische Forschung einordnen l\u00e4sst. Es geht um das Wahrnehmen, Handeln, Denken und nach Peez, um die Anregung und F\u00f6rderung des kulturellen Selbstbildungsprozesses der Sch\u00fcler*innen (vgl. Peez, 2012\/2013). Zu diesen Positionen muss noch erw\u00e4hnt werden, dass wohl keins dieser Konzepte im Schulkontext f\u00fcr sich allein funktionieren kann, sondern gerade die Verkn\u00fcpfung und Pluralit\u00e4t eine gelungene Kunstp\u00e4dagogik ausmacht (vgl. Peez, 2012\/2013).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was ist aber eigentlich eine \u00e4sthetische Forschung? Wenn man es nach K\u00e4mpf-Jansen und deren 15 Thesen zur \u00e4sthetischen Forschung (vgl. K\u00e4mpf-Jansen, 2000, S. 274-277) auf den Punkt bringen m\u00f6chte, k\u00f6nnte man es so formulieren: Die \u00c4sthetische Forschung ist das Forschen, Erkunden und Auseinandersetzen auf Grundlage individueller Alltagserfahrungen zu einem selbstgew\u00e4hlten Thema, welches nach den individuellen Interessen orientiert ist. Demnach kann man bei der \u00e4sthetische Forschung von einer Subjektorientierung sprechen. Dabei geht es um die Vernetzung von individuellen Alltagserfahrungen mit k\u00fcnstlerisch- wissenschaftlichen Verfahren und Methoden. Gegenstand einer \u00e4sthetischen Forschung kann im Grunde alles sein. Alle Lebensbereiche, wie Alltag, Kunst, Wissenschaft, Stadt- und Kulturraum k\u00f6nnen angesprochen werden und auf die Forschung einwirken. Der Kernpunkt der \u00e4sthetischen Forschung ist die These oder die Frage! Ausgehend von diesem Punkt, entwickelt sich die \u00e4sthetische Forschung frei und ist dem Einzelnen offen gelegt. Am Anfang steht also ein Thema, es folgt eine Frage, man sammelt, experimentiert und forscht mittels origin\u00e4r wissenschaftlicher Methoden. Es wird befragt, recherchiert, analysiert, kategorisiert, dokumentiert, archiviert, konserviert, kommentiert, verglichen und eingeordnet. Alle gesammelten Informationen k\u00f6nnen anschlie\u00dfend mit Hilfe k\u00fcnstlerischen Strategien und Konzepten pr\u00e4sentiert und reflektiert werden. Dies l\u00e4sst sich in Form von Texten, Fotografien, Tageb\u00fcchern, Zeichnungen und Skizzen, Filmen oder zum Beispiel durch Musik ausdr\u00fccken. Ziel der \u00e4sthetischen Forschung ist der Prozess. Das hei\u00dft, sie ist nicht ergebnisorientiert, sondern prozessorientiert. Aus dem Prozess k\u00f6nnen reflektierend Erkenntnisse gezogen und Produkte hergestellt werden. Eine \u00e4sthetische Forschung kann als kumulativer Prozess, der in st\u00e4ndiger Bewegung ist, betrachtet werden. Er erlaubt auch Zwischen-Ziele und &#8211; Erkenntnisse, wodurch Krisensituationen als fruchtbarer Boden f\u00fcr neue Ausgangssituationen, Fragen, Ideen, oder Verfahren dienen k\u00f6nnen. Altes kann verworfen, abgewandelt oder weiter entwickelt, sowie neue Ankn\u00fcpfungsmechanismen offen gelegt werden (vgl. K\u00e4mpf-Jansen, 2000, S. 274-277).<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify\">2. Problematiken und Ziele<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei unserer Vermittlungssituation wollten wir uns explizit auf die Forschungsfrage konzentrieren. Um daf\u00fcr Anregung zu schaffen w\u00e4hlten wir den Strehlener Platz als urbanen Raum und zentralen Knotenpunkt aus, den jeder von uns in seinem Alltag durchl\u00e4uft, aber sich nie wirklich mit dessen Ph\u00e4nomenen auseinandersetzt. Auf Grund dessen, ging es darum den Blick zu sch\u00e4rfen, genauer hinzusehen, die Normalit\u00e4t zu hinterfragen und die Perspektive zu wechseln. Au\u00dferdem ist der urbane Raum nicht nur f\u00fcr uns ein Knotenpunkt, sondern gerade auch f\u00fcr Sch\u00fcler*innen ein aktueller Interessenpunkt, der Bildungsprozesse ausl\u00f6st und als experimentelle Spielwiese dient (vgl. Eschment, 2015, S. 97 f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um den Raum, als solchen, zun\u00e4chst wahrnehmen zu k\u00f6nnen und den Zugang zu erleichtern, setzten wir einen weiteren Fokus auf die Wahrnehmungssensibilisierung. Der Raum sollte mit allen Sinnen, also durch H\u00f6ren, Sehen, Riechen, Schmecken und F\u00fchlen erkundet werden. Daraus ableitend bildeten sich folgende Ziele: Die Sensibilisierung f\u00fcr den Raum, die Fokussierung zu einem selbstgew\u00e4hlten Thema und die daraus folgende Entwicklung einer Forschungsfrage, sowie die Entwicklung eines weiterf\u00fchrenden Konzepts, welches sich im Schulkontext anwenden l\u00e4sst. Des Weiteren war die interaktive Reflexion und Diskussion \u00fcber die ver\u00e4nderten Sinneswahrnehmungen und entstandenen Arbeitsergebnisse ein weiteres Ziel.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify\">3. Konzept<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">Bedingt durch eine intensive, kritische, sowie vernetzende Auseinandersetzung mit den wissenschaftlichen Texten zum Schwerpunkt der \u00e4sthetischen Forschung (vgl. Sch\u00f6nherr- Heinrich, K\u00e4mpf-Jansen, Eschment, Brenne) und des sich darauf aufbauenden, kontinuierlichen Sich-Austauschens in der Vermittlungsgruppe, w\u00e4hrend des Arbeitsprozesses (Ideen-, Struktur-, Konzeptfindungsphase), zu den aus den Texten gewonnen individuellen Erkenntnissen, wurde die folgende Konzeption zur Vermittlungssituation, mit der Fokussierung auf die urbane \u00e4sthetische Forschung, entwickelt: Zu Beginn der Vermittlungssituation, am Knotenpunkt Strehlener Platz, wurde ein Zitat von Jane Eschment aus dem Text \u201eGoing Public! Urbane \u00e4sthetische Forschung\u201c (vgl. Eschement, 2015, S. 97) vorgelesen. Auf diese Weise sollte Spielraum f\u00fcr erste individuelle Assoziationen zur Thematik der urbanen \u00e4sthetischen Forschung und gleichzeitig auch Motivation f\u00fcr das Folgende, die Vermittlungssituation, geschaffen werden. Das Zitat diente demnach als Impulsgebung, der ersten Heranf\u00fchrung an das Thema. Folglich wurde der Schwerpunkt der Vermittlungssituation, die \u00e4sthetische Forschung im urbanen Raum (\u00e4sthetische Forschung wird in den Stadtraum verlegt), kurz umrissen und die Aufgabenstellung kleinschrittig (Heft-und Materialverteilung, Erl\u00e4uterungen, Ablauf, Zeitangaben) vorgestellt, um diese f\u00fcr die Student*innen transparent und verst\u00e4ndlich zu machen, so dass keine Unklarheiten entstehen. Zweck dessen, war es, einen Rahmen f\u00fcr die Vermittlungssituation zu schaffen, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Die Vorstellung der Thematik, die konkrete Darlegung der Aufgabenstellung, des Ablaufs (Zeitangaben, Arbeitsraum, Treffpunkt) und der Zielsetzung bildeten eine elementare Grundlage f\u00fcr die Vermittlungssituation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Fokus der Vermittlungssituation lag auf der Findung der Forschungsfrage, da diese die Basis einer jeden \u00e4sthetischen Forschung darstellt, und als Dreh- und Wendepunkt, als essentiell zu betrachten ist. Alle weiteren Schritte einer \u00e4sthetischen Forschung bauen und ruhen auf der Forschungsfrage auf. Dabei wurde der Arbeitsrahmen gezielt auf den urbanen Raum gelegt, in welchem wir uns im Alltag aufhalten, von diesem tagt\u00e4glich umgeben sind, diesen jedoch nicht bewusst wahrnehmen, da dieser bereits zu einer Gewohnheit verkommen ist. So wurde auch der Treffpunkt, Knotenpunkt Strehlener Platz, als Ausgangspunkt f\u00fcr die Vermittlungssituation gew\u00e4hlt, da dieser von den Studierenden nahezu t\u00e4glich durchlaufen wird und auf dem Campus liegt. Auf diese Weise sollte ein aktuelles Thema geboten werden, zu denen die Student*innen eine Verkn\u00fcpfung herstellen k\u00f6nnen (vgl. Sch\u00f6nherr-Heinrich, 2009) und die \u201eGrenze zwischen Schul- und Au\u00dfenraum werden bewusst \u00fcberschritten, um im Feld des eigenen Lebensraums \u00e4sthetisch zu forschen.\u201c (Eschement, 2015, S. 97). Dies bietet die Chance, die Student*innen individuell, interessenspezifisch an einem Thema, das f\u00fcr alle eine Bedeutung in sich tr\u00e4gt (vgl. Sch\u00f6nherr-Heinrich, 2009), im urbaner Raum arbeiten zu lassen und eine Vernetzung zwischen Alltag, Wissenschaft und Kunst gew\u00e4hrleistet. Denn der urbane Raum bietet eine Vielfalt an m\u00f6glichen Forschungsbereichen, die von Verkehrsstrukturen, Bewegung im Raum, \u00fcber Natur-Mensch- Wechselbeziehung, bis hin zu Kommunikation und soziale Interaktion reichen. Das Spektrum ist gro\u00df und jeder kann seinen Vorlieben nach den urbanen Raum erkunden. In diesem Zusammenhang war die Aufgabe, die eigenen Vorstellungen zu reflektieren und individuelle Zielvorstellungen zu entwickeln (vgl. Sch\u00f6nherr-Heinrich, 2009).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend der Praxiszeit, sollten sich die Student*innen, in Einzelarbeit, um der subjektorientierten Erfahrung, die f\u00fcr die \u00e4sthetischen Forschung von gro\u00dfer Bedeutung ist, gerecht zu werden, zun\u00e4chst einmal im Radius von 500 Metern, vom Knotenpunkt Strehlener Platz aus, im urbanen Raum bewegen und dabei auf ihre Sinne und Wahrnehmung 10 Minuten lang achten. Innerhalb des vorgegebenen Raumes wurden vorab die 15 Thesen von K\u00e4mpf-Jansen, in Form von A4 Plakaten mit jeweils einer These verteilt, die als Anregung und Hilfestellung auf dem Weg des Einzelnen dienen sollten, um die Kernpunkte der \u00e4sthetischen Forschung ins Ged\u00e4chtnis zu rufen. Dabei war es jedem selbst frei gestellt sich der Hilfestellung zu bedienen, je nach individuellem Bed\u00fcrfnis. Ziel war es, den Blick zu sch\u00e4rfen, die Perspektive zu wechseln und die gewohnten Strukturen zu hinterfragen und daraus resultierend, je nach individuell gemachter Erfahrung und Interesse, eine selbstst\u00e4ndige erste Forschungsfrage (Ansatz) zu entwickeln. Denn das Sehen impliziert bereits eine Handlung, eine bewusste Positionseinnahme (vgl. Eschement, 2015, S. 97.). Mittels des Materialfundus (Augenbinde, Handschuhe, W\u00e4scheklammer, Ohropacks und ein Papierrahmen, um die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Ausschnitt zu richten), der zu Beginn der Vermittlungssituation an den Einzelnen ausgeteilt wurde, sollten die Student*innen die M\u00f6glichkeit bekommen, sich w\u00e4hrend der Praxiszeit kreativ und frei auszuprobieren. Der Fokus sollte dabei auf die Sinne (Ver\u00e4nderung und Erweiterung) gesetzt werden, um ihre Wahrnehmung im urbanen Raum individuell zu erkunden\/erforschen und die Sinne zu sensibilisieren. Der Materialfundus sollte als eine Art Angebot an die Student*innen dienen, der zwar bereits eine bestimmte Vorgehensweise vorgibt, gleichzeitig aber auch nicht ausschlie\u00dft, dass die individuellen, eigenen Materialien hinzugezogen und neue Ans\u00e4tze gefunden werden k\u00f6nnen. Zur Dokumentation der individuellen Eindr\u00fccke, Erfahrungen, Erkenntnisse und um Ideen zur Konzeption der Forschungsfrage notieren zu k\u00f6nnen, sollte das Heft, das jeder sich zu Beginn der Praxisaufgabe frei aussuchen konnte, als \u201est\u00e4ndiger Begleiter\u201c und Repertoire, auf das man sp\u00e4ter zur\u00fcckgreifen kann, dienen. In dem Heft befanden sich, neben der verschriftlichten Aufgabenstellung zur Orientierung, auch ausgew\u00e4hlte Fragen auf der letzten Seite, die f\u00fcr die Student*innen w\u00e4hrend ihrer Praxiszeit als eine Option der Anregung offen gestellt waren. Ankn\u00fcpfend an den Teil der Wahrnehmungssensibilisierung, hatten die Student*innen 20 Minuten Zeit, eine Forschungsfrage (Ansatz) zu entwickeln. Darauf aufbauend sollte im n\u00e4chsten Aufgabenschritt, 15 Minuten Zeit, ein weiterf\u00fchrendes Konzept zu der ersten individuellen Forschungsfrage entworfen werden. Mittels der subjektorientierten Aufgabenstellung, in der der Einzelne sich nach seinen eigenen Bed\u00fcrfnissen (Tempo, Ort\/Raum, Sinneserfahrung) und Interessen hin richten konnte, wurde versucht der Individualit\u00e4t innerhalb der Heterogenit\u00e4t gerecht werden zu k\u00f6nnen, gleichzeitig aber auch das Konzentrationsniveau zu steigern und ein intensives Arbeiten zu garantieren, in dem wiederum das Potenzial f\u00fcr eine fruchtbare Anschlussdikussion liegt. Denn ein jeder hat eine andere Art und Weise des Arbeitens, weswegen es wichtig ist, dem Einzelnen innerhalb des vorgesetzten Arbeitsrahmen, einen Freiraum, offene Strukturen zur individuellen Entfaltung, zu geben. Auch wurde beim Zeitmanagement bewusst darauf geachtet, dass die Student*innen w\u00e4hrend der Praxisaufgabe ausreichend Zeit haben, soweit es der Rahmen einer Doppelstunde zul\u00e4sst, um sich zun\u00e4chst einmal heranzutasten, in Ruhe auf die Aufgabe einlassen und sich \u00fcber die folgenden Schritte Gedanken machen zu k\u00f6nnen. Die Aufgabe von uns, als leitenden Personen der Vermittlungssituation, innerhalb der Praxisaufgabe, sollte sich dabei auf die Hilfestellung\/St\u00fctzfunktion und Anregung, durch weiterleitende, impulsgebende Fragestellungen und keine konkreten Antworten, beruhen (vgl. Sch\u00f6nherr-Heinrich, 2009). Denn den Studierenden sollte die Chance der eigenen vertieften Auseinandersetzung und Findung von m\u00f6glichen L\u00f6sungsans\u00e4tzen geboten werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Anschluss an die Praxisaufgabe fand die Auswertung statt, in der der Raum f\u00fcr die Pr\u00e4sentation der Ergebnisse, aber auch f\u00fcr die Diskussion und Reflexion geboten werden sollte, die f\u00fcr die Verinnerlichung der Erfahrung aus der Praxisphase und das Verst\u00e4ndnis der Vermittlungssituation ausschlaggebend sind. Hierzu fand ein Ortswechsel statt (Treffpunkt auf der Wiese der ABS), um eine ruhige Atmosph\u00e4re zu haben. F\u00fcr die Auswertung der Ergebnisse wurde ein wei\u00dfes Pr\u00e4sentationslaken auf der Wiese vorbereitet. Die Studierenden sollten zun\u00e4chst, die gegebenenfalls gesammelte Fundst\u00fccke und ihre Ideen, Ans\u00e4tze, Notizen im Heftchen auf dem Laken ausbreiten und die Ergebnisse mittels \u201epost-its\u201c, gemeinsam in eine schl\u00fcssige Form bringen (Kategorisieren und Systematisieren), in dem den einzelnen Ans\u00e4tzen ein Oberthema zugeordnet werden sollte. Sinn und Zweck sollte sein, dass sich die Studierenden einen \u00dcberblick verschaffen und Vernetzungen aufstellen. Danach sollten einzelne Studierende ihre Ergebnisse (Herangehensweise, Erfahrungen, Erkenntnisse usw.) vorstellen. Dabei stand der subjektiven Schilderung der gemeinschaftliche Austausch mit weiterleitenden Fragen, Anmerkungen und Erg\u00e4nzungen entgegen. Weitere Diskussionsankn\u00fcpfungspunkte sollten durch gezielte Fragestellungen wie zum Beispiel: Was macht eine gelungene Fragestellung aus? Inwiefern hat euch die Wahrnehmungssensibilisierung geholfen? \u201eWas irritiert, wo sind L\u00fccken, Risse und Kontraste, die andere Sichtweisen m\u00f6glich machen?\u201c (Eschement, 2015, S. 97) Worin liegt das Potenzial einer \u00e4sthetischen Forschung und welche Kompetenzen k\u00f6nnen erworben werden und wie k\u00f6nnte die \u00e4sthetische Forschung im Unterricht Anwendung finden? Die Fragen st\u00fctzen sich auf drei unterschiedliche Schwerpunktbereiche: 1. subjektorientierte Erfahrung, Erkenntnisse, 2. urbaner Raum, 3. Schulunterricht und Anwendung. Auf diese Weise, durch die Anleitung der Fragen, sollten die Student*innen vom Einzelnen ausgehend, \u00fcber die Theorie, hin zur Praxis, dem Schulalltag und der Pragmatik geleitet werden (von eigenen Erfahrungen auf Anwendung\/Schulkontext schlussfolgern).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass die subjektorientierte Praxis den zentralen Gegenstand unserer Vermittlungssituation bildete, denn der individuelle und selbst-erfahrende Zugang l\u00f6st Bildungsprozesse aus, die in der Reflexion hinterfragt, analysiert und diskutiert werden k\u00f6nnen und m\u00fcssen, um ein Verst\u00e4ndnis entwickeln und Erkenntnisse erzielen zu k\u00f6nnen, weswegen auch die Reflexion als unverzichtbar anzusehen ist und in enger Beziehung zur Rezeption und der Praxis steht.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify\">5. Bibliografie<\/h4>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Brenne, Andreas: \u00c4sthetische Forschung \u2013 Revisited. Gedanken \u00fcber \u00e4sthetisch-k\u00fcnstlerische Strategien zur Erforschung von Lebenswelt: In: Blohm, M. (Hrsg.): \u00dcber \u00c4sthetische Forschung. Lekt\u00fcre zu Texten von Helga K\u00e4mpf-Jansen. M\u00fcnchen 2006, S. 193-201.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Eschement, Jane: Going Public! Urbane \u00c4thetische Forschung. In. Meyer, Torsten und Kolb, Gina: What\u2019s next? Art Education. Ein Reader. M\u00fcnchen 2015, S. 97\u201399.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; K\u00e4mpf-Jansen, Helga: \u00c4sthetische Forschung. Wege durch Alltag Kunst und Wissenschaft zu einem innovativen Konzept \u00e4sthetischer Bildung. Salon Verlag K\u00f6ln, 2000, S. 274\u2013 277.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Peez, Georg: Kunstp\u00e4dagogik, 2012\/13. https:\/\/www.kubi-online.de\/artikel\/kunstpaedagogik (letzter Zugriff: 14.08.2017).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Sch\u00f6nherr-Heinrich, Claudia: \u00c4sthetische Forschung \u2013 p\u00e4dagogisch betrachtet, 2009. http:\/\/www.kunstlinks.de\/material\/peez\/2009-01- schoenherr-heinrich.pdf (letzter Zugriff: 16.08.2017).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON LINDA NOSSAN, ULRIKE HAAS UND VERA ZIMDARS 1. Verortung in der Kunstp\u00e4dagogik F\u00fcr viele von uns wirft das Thema \u00e4sthetische Forschung immer wieder gro\u00dfe Fragen auf. 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