{"id":150,"date":"2017-11-21T12:42:55","date_gmt":"2017-11-21T10:42:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/?p=150"},"modified":"2019-11-04T13:04:37","modified_gmt":"2019-11-04T11:04:37","slug":"150","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/","title":{"rendered":"EINEN ORT ERLEBEN"},"content":{"rendered":"<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-150 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/chat\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/chat-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/faltblatt\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/faltblatt-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/pinnwand\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/pinnwand-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/reflexion\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/reflexion-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/treffpunkt\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/treffpunkt-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/zugang_objektivi\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/zugang_objektivI-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/zugang_objektiviii\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/zugang_objektivIII-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/zugang_performativ\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/zugang_performativ-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/zugang_subjektiv\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/zugang_subjektiv-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON PAMELA BUSCHMANN, SANDRA KR\u00c4TKE UND LUISE H\u00c4SSNER<\/p>\n<hr \/>\n<h1>\u00a01. Verortung<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201eDiese [Kunstp\u00e4dagogik] bedarf der anhaltenden Auseinandersetzung mit den unabl\u00e4ssig sich entwickelnden und sich in Frage stellenden \u00e4sthetischen Praxen und k\u00fcnstlerischen Ausdrucksformen und \u2013mitteln.\u201c (Dreyer \/ 2005 \/ S.41)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In unserer Vermittlungssituation, im Rahmen des Seminars \u201eZeitgen\u00f6ssische Modelle \u00e4sthetischer Bildung\u201c, setzen wir uns mit dem Fokus \u201eOrt\u201c, konkret mit dem \u00f6ffentlichen Raum, in Theorie und Praxis, auseinander. Nach Frey auch bezeichnet als \u201e\u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche, verh\u00e4uslichte\u201c R\u00e4ume.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr ein erweitertes Verst\u00e4ndnis des \u00f6ffentlichen Raumes ist ein Begriff erforderlich, der Subjekt und Raum nicht mehr voneinander trennt bzw. Raum als etwas \u00c4u\u00dferes betrachtet, der durch das Individuum genutzt und\/oder gestaltet wird. Der Begriff des Raums kann allgemein als Synonym f\u00fcr Erdboden, Territorium oder Ort verstanden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Raumsoziologie wird der \u201eabsolutistische Raumbegriff\u201c als eine eigene Realit\u00e4t und nicht als Folge menschlichen Handelns gesehen. Absolutistische Denkmodelle verstehen den Raum als Beh\u00e4lter oder Territorium, welcher Lebewesen und Dinge beinhalten kann. Relativistische Denkmodelle hingegen sehen den Raum als Ergebnis handelnder, sich bewegender Subjekte in einem Raum. Martina L\u00f6w entwickelte 2001 den \u201erelationalen Raumbegriff\u201c, welcher Subjekte und soziale Objekte mit dem Raum in Beziehung setzt und dar\u00fcber hinaus deren jeweilige Lage zueinander ber\u00fccksichtigt. Sie stellt fest, dass R\u00e4ume in Wahrnehmungs-, Erinnerungs- oder Vorstellungsprozessen von Subjekten zu gesellschaftlichen Strukturen konstruiert werden. Sie bezeichnet dies als \u201eDualit\u00e4t von Raum\u201c. Orte symbolisieren also nicht nur fixe Lokalit\u00e4ten einer Land- oder Stadtkarte oder sind Teil einer Architektur. Orte sind ein flexibles und komplexes Konstrukt bestehend aus Menschen, Gef\u00fchlen, physikalischen Gegebenheiten, sozialen Strukturen und Gegenst\u00e4nden aller Art.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um die Welt als Raum besser zu verstehen und Handlungsf\u00e4higkeiten zu erweitern, bedarf es der Notwendigkeit der individuellen Auseinandersetzung mit (Lebens)- raum, zum Beispiel auf k\u00fcnstlerischem, philosophischem, psychologischem und\/oder mathematisch-wissenschaftlichem Weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Voraussetzung f\u00fcr eine tiefgr\u00fcndige Auseinandersetzung mit dem uns umgebenden Raum ist die F\u00f6rderung einer gezielten Wahrnehmung desselben. Bildungsprozesse finden in geografischen und sozialen R\u00e4umen und damit auch in kulturellen Zusammenh\u00e4ngen statt, deren Zug\u00e4nge jedoch von heterogener Natur sind. Darum braucht es in einer modernen, zeitgen\u00f6ssischen Gesellschaft ein grundlegendes Verst\u00e4ndnis von Kulturen und ihrer Variabilit\u00e4t sowie eines p\u00e4dagogischen Verst\u00e4ndnisses des Raumes und der eng damit verbundenen Aneignungsprozesse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der wissenschaftlichen Untersuchung von Raumaneignungsprozessen, in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, unterteilt Baache 1984 den Lebensraum Heranwachsender in 4 Zonen: das \u00f6kologische Zentrum, den Nahraum, Ausschnitte und die \u00f6kologische Peripherie. Zwischen diesen einzelnen Zonen bestehen, abh\u00e4ngig vom biologischen Wachstum, keine statischen Abgrenzungen, sondern der Raum wird bei Baache eher als dynamisches Modell aus verschiedenen Erfahrungs- und Erlebnism\u00f6glichkeiten betrachtet. Bereits 1983 best\u00e4tigt Zeiher die gro\u00dfe Bedeutung des \u00f6kologischen Nahraums in der t\u00e4tigen Auseinandersetzung mit dem Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen. Er betrachtet den r\u00e4umlichen Aneignungsprozess als \u201eInselmodell\u201c. Der Lebensraum der Heranwachsenden bezeichnet nicht ein Segment der realistischen r\u00e4umlichen Welt, sondern dieser setzt sich aus einzelnen Inseln zusammen, die verstreut im Gesamtraum liegen, der als ganzer bedeutungslos und unbekannt ist. Die \u201eWohninsel\u201c, von der aus alle anderen Inseln aufgesucht werden, z.B. Kindergarten, Sportverein, Schule, Freunde etc., gilt als \u00f6kologisches Zentrum. Die Grenzen des Aneignungsraumes, zwischen \u00f6kologischem Zentrum und anderen Inseln, verschwimmen zusehends durch aktuelle Trennung von Wohn- und z.B. Arbeitsgebieten, Freizeit- und Versorgungszentren. Die heutigen Lebensr\u00e4ume werden immer komplexer, integrative und kommunikative Funktionen des Raumes werden somit ver\u00e4ndert und abgeschw\u00e4cht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">L\u00f6w stellt dementsprechend eine zunehmende Wandlung der Raum- und Ortswahrnehmung bzw. des Verst\u00e4ndnisses von Raum fest. So existiert heute, laut L\u00f6w, keine homogene Raumvorstellung mehr, sondern Raum wird als inkonsistent betrachtet. R\u00e4ume werden nicht nur wahrgenommen, sondern menschlich konstruiert. Das sogenannte \u201eSpacing\u201c bezeichnet eine durch k\u00f6rperliche Selbstinszenierung erweiterte Form der Raumaneignung Heranwachsender. Es erm\u00f6glicht, \u201eneu \u00fcber bildungspolitische und p\u00e4dagogische Aspekte der K\u00e4mpfe um Raum nachzudenken\u201c (L\u00f6w 2001\/ S. 245). Aus der selbstst\u00e4ndigen Besch\u00e4ftigung der Kinder und Jugendlichen mit ihrer Umwelt ergeben sich 5 Aneignungsdimensionen nach Ulrich Deinet (vgl.: Deinet \/ 2012 \/ S.48): Aneignung als:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; Erweiterung motorischer F\u00e4higkeiten<br \/>\n&#8211; Erweiterung des Handlungsraums<br \/>\n&#8211; Ver\u00e4nderung von Situationen<br \/>\n&#8211; Verkn\u00fcpfung von R\u00e4umen<br \/>\n&#8211; Spacing<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">2. Ziele<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als allgemeine Ziele im fachwissenschaftlichen Kontext unserer Vermittlungssituation besch\u00e4ftigten wir uns anfangs mit der Konkretisierung des Begriffs Ort\/Raum. Wir fragten uns:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was ist \u00fcberhaupt ein Ort?<br \/>\nWodurch zeichnet sich ein Ort aus?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Studierenden sollten, am Beispiel des Hauptbahnhofs Dresden, die Vielf\u00e4ltigkeit des Orts-Verst\u00e4ndnisses in einem \u00f6ffentlichen Raum erleben. Dies sollte \u00fcber verschiedene Arten der Wahrnehmung (objektiv, pers\u00f6nlich, individuell, forschend) realisiert werden. Ein weiteres Ziel unserer Vermittlungssituation war es eine \u00dcbertragbarkeit der angewandten Zugangsmethoden auf zeitgen\u00f6ssische Unterrichtsszenarien zu schaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die konkreten Ziele der Vermittlungssituation beinhalteten die Sensibilisierung der Studierenden auf das Stundenthema durch Wahrnehmung bzw. gezielte Beobachtung eines \u00f6ffentlichen Raumes. Die Kommilitonen und Kommilitoninnen sollten neue Blickrichtungen entwickeln durch die Verkn\u00fcpfung pers\u00f6nlicher Gef\u00fchle, Erinnerungen und Phantasien mit der \u00f6ffentlichen Nutzung, Geschichte und Informationen eines, an sich eher unpers\u00f6nlichen, \u00f6ffentlichen Ortes. Durch die k\u00f6rperliche, aktive und performative Auseinandersetzung mit dem Ort sollten Erfahrungen der Grenz\u00fcberschreitung und Zweckentfremdung neue Horizonte und M\u00f6glichkeiten des aktiven, ver\u00e4ndernden Eingriffs eines urbanen Raumes verdeutlicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">3. Konzept<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201e[\u2026] \u00f6ffentliche- und andere- R\u00e4ume erhalten ihre spezifische Qualit\u00e4t durch die Art der Nutzung, Aneignung, Umdeutung und Definition durch Menschen. Dies bedeutet, dass auch institutionalisierte \u00f6ffentliche (z.B. Schulen) aus Sicht der Kinder und Jugendlichen eine spezifische Aneignungsqualit\u00e4t besitzen (k\u00f6nnen).\u201c (Ziesche (Hrsg.) \/ Deinet \/ 2012 \/ S.43)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Laufe der Planung unserer VMS zum Thema Ort standen folgende Fragen im Vordergrund:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Welcher Ort ist geeignet f\u00fcr die VMS?<br \/>\nWelche Ziele sollen am Ende der VMS erreicht werden?<br \/>\nWelche Methoden sind geeignet f\u00fcr die Vermittlung?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr unser Vermittlungsvorhaben w\u00e4hlten wir den Dresdner Hauptbahnhof als Experimentierfl\u00e4che aus. Ein belebter Ort voller Menschen, Maschinen, Geschichte und Material sollte von den Studierenden erlebt werden in der Rolle des Beobachters, Wissenschaftlers, Beeinflussenden oder Sammelnden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zur Durchf\u00fchrung unserer Vermittlungssituation trafen uns am 13.06.2017, um 9.20 Uhr am Gleis 12, im Hauptbahnhof Dresden. Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch die Vermittelnden folgte die Verlesung eines Einf\u00fchrungszitats von Christiane Brohl: <em>\u201eOrte bergen Themen, erz\u00e4hlen versch\u00fcttete Geschichten, haben tiefe Spuren und gef\u00e4hrliche Splitter, locken zum Verweilen und Genie\u00dfen, sind Treffpunkte, l\u00f6sen Gef\u00fchle und Assoziationen aus, provozieren zum Handeln und zum Nichtstun, grenzen aus und schlie\u00dfen ein.\u201c<\/em> Dieses Zitat diente zur inhaltlichen Einstimmung und Reaktivierung des vorhandenen Wissens der Studierenden aus dem vorangegangenen Kurzvortrag zum Thema Ort und dessen wissenschaftlicher Verortung. Es folgte eine kurze Vorstellung des Hauptbahnhofs und der einzelnen Aufgabenstellungen. Die Aufgabenstellungen gliederten sich in 3 Aufgabenformate: objektiv, subjektiv und ver\u00e4ndernd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>1.Aufgabe:<\/strong> objektiv: \u201eBeobachtet den Bahnhof unter wissenschaftlichem Aspekt. Arbeitet schematisch | statistisch | analytisch, indem ihr dabei beobachtet, verfolgt, z\u00e4hlt, technisch zeichnet. Nutzt zur Dokumentation eurer Untersuchungen das Faltblatt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201e[Professionsspezifische Kompetenzen aus kunstdidaktischer Perspektive sind] durch Irritationen hervorgerufene Differenzen entstehender Wahrnehmungsformen und Erkenntniszug\u00e4nge in selbstinitiierten Erfahrungsprozessen zulassen und reflexiv zug\u00e4nglich machen k\u00f6nnen.\u201c (Dreyer \/ 2005 \/ S.82 f.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Durch einen wissenschaftlich gepr\u00e4gten Zugang sollen beim Ausf\u00fchrenden Irritationen entstehen und somit neue Zug\u00e4nge und Wahrnehmungsversuche, hier exemplarisch, in Verbindung mit dem Hauptbahnhof und dessen Funktionen, erm\u00f6glicht werden. Auf dem Faltblatt k\u00f6nnen sachliche Beobachtungen festgehalten und somit der ganz eigene Zugang sichtbar gemacht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201eDer Begriff der Kartierung benennt Vorgehensweisen des Beobachtens, Sammelns und Aufzeichnens sowie das dabei entstehende Beziehungsgef\u00fcge zwischen dem Beobachter und seinen Beobachtungen sowie innerhalb der Dokumentationen.\u201c (Heil \/ 2007)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>2. Aufgabe<\/strong>: subjektiv: <em>\u201eErforscht den Bahnhof unter pers\u00f6nlichem Aspekt. Sammelt und hinterlasst Spuren, erforscht dabei euch pers\u00f6nlich im Kontext Bahnhof. Arbeitet \u00e4sthetisch forschend. Nutzt zur Dokumentation eurer Untersuchungen das Faltblatt.\u201c \u201eWas geschieht im Ber\u00fchren, im Akt des Umformens, Bearbeitens, an was wird man erinnert, was waren Handlungen in der Kindheit, usw. Nur so wird klar, wie stark gerade die allt\u00e4glichen, banalen, kleinen Dinge in unserer Erinnerung verflochten sind, und wie sehr gerade die Hand es ist, in der diese Erinnerungen sozusagen gespeichert scheinen.\u201c (K\u00e4mpf-Jansen \/ 2002 \/ S.49)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>3. Aufgabe:<\/strong> ver\u00e4ndernd: <em>\u201eErschlie\u00dft euch das Thema Bahnhof und seine gegenw\u00e4rtige Pr\u00e4senz durch performatives Handeln. Unterbrecht, zerst\u00f6rt, kreiert und konkretisiert dabei raumgreifend die bestehenden Zusammenh\u00e4nge, Handlungsabl\u00e4ufe und Ordnungen. Nutzt zur Dokumentation eurer Erfahrungen das Faltblatt.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201eSie (performative Prozesse) machen auf die produktiven \u00e4sthetischen Anteile von Lernprozessen aufmerksam und stellen alle routinierten Organisationsformen von Lernen auf die Probe, sie hinterfragen diese mit \u00e4sthetischen Mitteln. Ergebnis kann ein Ausleben des eigenen Selbst in Beziehung zur Mit- und Umwelt sein \u2013 kurz: Selbstbildung.\u201c (Peez \/ 2008 \/ S.96)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201eDie atmosph\u00e4rische Wahrnehmung ist weder ganz und gar an die Empfindungen und Emotionen des Subjektes gebunden, noch wird sie allein vom Ort und den Dingen ausgel\u00f6st. Beides wirkt zusammen und verbindet sich nachhaltig. Gerade, wenn alles fl\u00fcchtig ist, wenn kaum Vorstellungsbilder von etwas bleiben, ist es das atmosph\u00e4rische, was noch eine Weile nachklingt.\u201c (K\u00e4mpf-Jansen \/ 2002 \/ S.45) Jedes Individuum hat einen differenzierten Zugang zu Kunst, hat somit eigene Wahrnehmungs- und Interpretationsans\u00e4tze als Resultat seiner Bildung, Interessen, pers\u00f6nlichen Erfahrungen etc. So w\u00e4hlten wir verschieden Aufgabenformate, um unterschiedliche Zug\u00e4nge und Vorlieben der Studierenden zum Thema abzudecken. Daher war es den Studierenden freigestellt, ob sie sich emotional, rational oder radikal mit dem Ort auseinandersetzen m\u00f6chten. Bewusst w\u00e4hlten wir 3 ergebnisoffene Aufgabenstellungen aus, da die Studierenden nur Impulse erhalten sollten, um v\u00f6llig selbst\u00e4ndig Prozesse finden und umsetzen zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201eDas Leerstellenkonzept (Manfred Blohm) verweist nicht explizit auf die Eigenverantwortlichkeit des Erarbeitens und Lernens im Unterrichtsprozess, sondern vielmehr auf die Initiierung von Wahrnehmungsbr\u00fcchen als Voraussetzung f\u00fcr die Entwicklung neuer Erkenntnis- und Wahrnehmungsformen.\u201c (Dreyer \/ 2005 \/ S.65)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zuvor angefertigte Faltbl\u00e4tter, nach Vorbild eines Fahrplans, wurden den Studierenden als Dokumentationsm\u00f6glichkeit ausgeteilt. Dadurch sollte eine bessere Vergleichbarkeit und einheitliche Pr\u00e4sentation der Ergebnisse realisiert werden. Die Studierende w\u00e4hlten ein jeweils f\u00fcr sie angemessenes Aufgabenformat aus und fanden sich somit in Gruppen zusammen. Jeweils ein Betreuer der Vermittelnden war Ansprechpartner f\u00fcr Fragen und gab eventuell Hilfestellung. Die Studierenden konnten entweder in Gruppenarbeit oder in Einzelarbeit arbeiten. Daraufhin folgte eine aktive Arbeitsphase von ca. 20 Minuten Dauer. Wir h\u00e4tten den Teilnehmern gern mehr Zeit gegeben. Jedoch brauchten wir auch gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr ein ausf\u00fchrliches Reflexionsgespr\u00e4ch. Die Aufgaben der Vermittlungssituation sollten nur Anreiz f\u00fcr m\u00f6gliche komplexere Prozesse sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend der praktischen Arbeit fand eher eine distanzierte Begleitung durch die Vermittelnden statt, in Form der Beobachtung. Die anschlie\u00dfende Auswertung bestand aus einer f\u00fcr alle sichtbaren Anbringung der Faltbl\u00e4tter mit Namen und Arbeitsgruppe. Diese Form der Pr\u00e4sentation erm\u00f6glichte der gesamten Gruppe einen Vergleich der verschiedenen, individuellen Zug\u00e4nge untereinander.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aufgrund des Lautst\u00e4rkepegels am Bahngleis strebten wir im 2. Teil unserer Vermittlungssituation eine schriftliche Diskussion der Studierenden an. In stiller Kommunikation miteinander, konnten, auf einer vorbereiteten Pappe, viele Informationen in kurzer Zeit ausgetauscht werden. Durch zuvor notierte Impulsfragen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eWie hat sich die Bedeutung des Ortes f\u00fcr euch ver\u00e4ndert?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eWas habt ihr w\u00e4hrend des Arbeitens um euch herum wahrgenommen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eWie w\u00fcrdet ihr nun weiterarbeiten?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eWie ist es euch pers\u00f6nlich dabei ergangen?\u201c, sollte erstmals \u00fcber vorangegangene Prozesse reflektiert und weitergedacht werden. Nach dem analogen Chat erfolgte eine gemeinsame Reflexion auf der Metaebene mit Hilfe folgender Impuls-fragen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eWorin seht ihr Potential f\u00fcr den Unterricht und welche Kompetenzen k\u00f6nnen SuS hier erlangen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eWas hat das heutige Geschehen mit Ort zu tun?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eWelche Orte sind noch geeignet? Gibt es Orte, die nicht geeignet sind?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die F\u00fchrung des Gespr\u00e4chs wurde bewusst offengehalten. Jeder Teilnehmer sollte sich am Gespr\u00e4ch beteiligen k\u00f6nnen. Der weitere Gespr\u00e4chsverlauf nicht genau planbar\/vorhersehbar.<\/p>\n<h4>Literaturverzeichnis:<\/h4>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Schr\u00f6teler-von Brandt, Hildegard; Coelen, Thomas; Zeising, Andreas; Ziesche, Angela (Hrsg.): Raum f\u00fcr Bildung, \u00c4sthetik und Architektur von Lehr- und Lebensorten. transcript Verlag. Bielefeld. 2012.<br \/>\n&#8211; Dreyer, Andreas: Kunstp\u00e4dagogische Professionalit\u00e4t und Kunstdidaktik, Eine qualitativ-empirische Studie im kunstp\u00e4dagogischen Kontext. kopaed. Bobingen. 2005.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; K\u00e4mpf-Jansen, Helga: \u00c4sthetische Forschung, Wege durch Alltag, Kunst und Wissenschaft zu einem innovativen Konzept \u00e4sthetischer Bildung. Salon Verlag. K\u00f6ln. 2002.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Peez, Georg: Einf\u00fchrung in die Kunstp\u00e4dagogik. W. Kohlhammer GmbH. Stuttgart. 2008.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Heil, Christine: Kartierende Auseinandersetzung mit aktueller Kunst. Schroedel Verlag. M\u00fcnchen. 2007.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON PAMELA BUSCHMANN, SANDRA KR\u00c4TKE UND LUISE H\u00c4SSNER \u00a01. Verortung \u201eDiese [Kunstp\u00e4dagogik] bedarf der anhaltenden Auseinandersetzung mit den unabl\u00e4ssig sich entwickelnden und sich in Frage stellenden \u00e4sthetischen Praxen und k\u00fcnstlerischen Ausdrucksformen und \u2013mitteln.\u201c (Dreyer \/ 2005 \/ S.41) In unserer Vermittlungssituation, im Rahmen des Seminars \u201eZeitgen\u00f6ssische Modelle \u00e4sthetischer Bildung\u201c, setzen wir uns mit &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/21\/150\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">EINEN ORT ERLEBEN<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":170,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[72,71,29,49,40,67],"class_list":["post-150","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zmaeb","tag-hauptbahnhof","tag-oeffentlicher-raum","tag-ort","tag-performativitaet","tag-stadt","tag-wahrnehmung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/users\/170"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=150"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":518,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150\/revisions\/518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}