{"id":164,"date":"2017-11-22T22:37:39","date_gmt":"2017-11-22T20:37:39","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/?p=164"},"modified":"2019-11-04T13:04:29","modified_gmt":"2019-11-04T11:04:29","slug":"listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/","title":{"rendered":"LISTEN AND WHISTLE &#8211; Vermittlungssituation zum Fokus Performance"},"content":{"rendered":"<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-164 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/______\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/JPG-150x150.\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/automatisches-schreiben\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/AUTOMATISCHES-SCHREIBEN-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/beruehrung\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/BER\u00dcHRUNG-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/hier\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/HIER-e1513587663339-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/klangprobe\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/KLANGPROBE-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/spiel\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/SPIEL-e1513587639339-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/suchen\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/SUCHEN-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/take-home-message\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/TAKE-HOME-MESSAGE-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/zeit\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/ZEIT-e1513587604932-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify\">EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON ANNE PATZELT UND LILLY G\u00d6BEL<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">[WE\u2019VE COME A LONG WAY TO BE HERE TOGETHER]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zun\u00e4chst \u00f6ffnet der Begriff Performance, unter welchem die von uns gestaltete Vermittlungssituation verlief, ein gro\u00dfes Spannungsgef\u00e4lle. Malte Pfeiffer betont, dass Performance und Performativit\u00e4t mittlerweile ein Schl\u00fcssel- und Sammelbegriff in vielen Disziplinen geworden ist. (vgl. Pfeiffer \/ 2014 \/ S. 1) Die Extreme erschlie\u00dfen sich zwischen der k\u00fcnstlerischen Form der Performance und einer erfolgreichen Darstellung von etwas \u2013 eine gute Performance abliefern. Susanne Schittler stellt diese Gegebenheit als Ambivalenz zwischen einem \u201egelungenen Auftritt\u201c und \u201eetwas Wilde[m], Unbez\u00e4hmbare[m]\u201c dar. Genau an dieser Schnittstelle versucht unsere Vermittlungssituation zu fu\u00dfen. Dazu zitiert Schittler McKenzie: \u201eUnd genau an dem Kreuzpunkt zwischen den beiden \u201ePerformance\u201c- Verst\u00e4ndnissen [\u2026] wird es spannend und weiterf\u00fchrend. Denn in eben dieser Differenz k\u00f6nnte das transformative Potenzial des Performativen liegen.\u201c (ebd.) Ein Spagat zwischen Spiel und Darstellen, zwischen Spontanit\u00e4t und Plan.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Innerhalb dieses Spiels gibt es Teilnehmende, in unserem Fall die Studierenden, Initiator_innen, die Richard Schechner auch als \u201emanipulators of playing\u201c bezeichnet, das sind wir, und die Au\u00dfenstehenden. Es entsteht innerhalb der performativen Handlung des Spiels ein Spielrahmen, welcher durch die Initiator_innen bestimmt wird. (vgl. ebd. S. 149) Dieser Spielrahmen umfasst in unserem Fall besonders die \u00f6rtliche und zeitliche Umgrenzung des Stattfindenden. Und doch liegt das gro\u00dfe Potenzial innerhalb des Spiels, als eine m\u00f6gliche Form performativen Handelns, in der \u201eDifferenz, [der] Reibung, [dem] Widerstand, also [dem], was sich einer Handhabbarkeit entzieht.\u201c (ebd. S. 151) Schittler sieht die Aufgabe performativer Bildungskonzepte darin, \u201eSituationen in einer Art Spielfeld einzurichten, zwischen einem Raum der Unbestimmtheit und der M\u00f6glichkeiten, in denen unsere eigene Wahrnehmungsf\u00e4higkeit in der Begegnung gesch\u00e4rft werden kann: auf uns und Andere.\u201c (ebd. S. 155) Und somit wurde es zu unserer Aufgabe einen Rahmen zu konzipieren, welcher den Teilnehmenden einerseits Sicherheit bietet und andererseits Raum gibt, um aus dem von uns gesteckten Rahmen auszubrechen. Dabei wurde es zum unausgesprochenen Ziel von den <em>manipulators of playing<\/em> zu stillen Beobachtern zu werden. Die Verantwortung als Strukturgeber wurde an dieser Stelle abgegeben und an die Agierenden \u00fcbertragen, die sich selbst dem Spiel hingaben. Das Spiel beinhaltet stets die Komponente des Unvorhersehbaren, Unz\u00e4hmbaren, Ausprobierens, da vielleicht nach bestimmten Regeln verl\u00e4uft, man den Ablauf jedoch nicht planen kann und die Regeln \u00fcberschritten werden k\u00f6nnen. In diesem Punkt zeigt sich das riesige Potenzial von Performance Art, weil auf diese Weise neue Erfahrungen gemacht werden k\u00f6nnen, die \u00fcber alles vorher Gewusste hinausgehen. (vgl. Dudek 2016, \u00a0S. 108 f.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Performative Forschung umfasst laut Schittler drei Ebenen: \u201edie Arbeit als Imagination, als handelnde Untersuchung und als Methode der Intervention\u201c. (Schittler 2015, S. 151) Dabei unterschiedet sich die performative Erkenntnis vom urspr\u00fcnglichen Wissensbegriff dahingehend, dass sie \u201eein Wissen \u00fcber\u201c vermittelt. (vgl. ebd.) \u201eEs geht in einer performativen Perspektive eher um ein Fragen mit, ein Vermuten dass, ein Erfahren von, kurz um ein Verst\u00e4ndnis davon, dass sich Erkennen auch anders vollzieht als im Herstellen von zeitlicher, r\u00e4umlicher und medialer Distanz und \u00dcbersetzen in Sprache.\u201c (ebd.) Innerhalb unserer Vermittlungssituation setzten wir besonderen Schwerpunkt auf die Ebene der handelnden Untersuchung. Die Teilnehmenden hatten die M\u00f6glichkeit die Grenzen ihres eigenen K\u00f6rpers und ihres Materials zu erproben und zu untersuchen, Erfahrungen mit sich als Individuum und im Gruppengef\u00fcge zu machen, um dadurch zu einer (\u00e4sthetischen) Erkenntnis zu gelangen. Pfeiffer betont, dass innerhalb der Performance das Agieren der K\u00fcnstler_innen ins Zentrum der Beobachtung gerufen wird, welches nur im Moment des Handelns entsteht. (Pfeiffer 2014, S. 2) F\u00fcr uns war diese k\u00f6rperliche Erfahrung, welche die Studierenden innerhalb der Vermittlungssituation machen sollten, ausschlaggebend daf\u00fcr kein konkretes Ziel abzustecken. Die Teilnehmenden sollten, \u00e4hnlich wie Pfeiffer beschreibt, durch ihr Handeln zu einer Erkenntnis gelangen, und das w\u00e4hrenddessen. Denn Performance Kunst wird auch als K\u00f6rperkunst bezeichnet &#8211; der K\u00f6rper existiert parallel zu den Parametern Raum und Zeit, unter deren Einfluss er agiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dabei wird also ein K\u00f6rperwissen vermittelt, welches einerseits handelnd und andererseits erfahrend geschieht. (vgl. Schittler 2015, S. 152) \u201eIn Bezug auf uns selbst sind wir Leibsein und K\u00f6rperhaben\u201c. (Meyer-Drawe 1999, S. 45) Diese leiblichen Erfahrungen sind elementar f\u00fcr \u00e4sthetische Bildungsprozesse, da Bildung, wie Pfeiffer betont, nicht ausschlie\u00dflich aus Kompetenzen sondern auch aus Performanz, also der ausgef\u00fchrten Kompetenz, dem eigenen Schreiben, dem eigenen Malen, dem eigenem Musizieren, besteht. (Pfeiffer 2014, S. 4) Deswegen war es wichtig, innerhalb unserer Vermittlungssituation den Fokus auf das Handeln der Teilnehmenden zu setzen. Im individuellen Handeln ist es den Agierenden m\u00f6glich das Bewusstsein voll und ganz im eigenen Befinden und Empfinden zu kumulieren, was zum Entstehen eines neuen Sinnes- und Selbst-Bewusstseins f\u00fchrt (vgl. Lange [1] 2013, S. 17). Ihre Wahrnehmung lenken sie auf den eigenen K\u00f6rper, der zu jedem Zeitpunkt an einem bestimmten Ort steht und auf vielf\u00e4ltige Weise mit den anderen Subjekten im Raum X verwickelt ist. Marie-Luise Lange beschreibt diesen Zustand als eine \u201eI\u2019m-Here- Situation\u201c, die Person, die sie erf\u00e4hrt als \u201eI\u2019m- Here-Subjekt\u201c. (vgl. ebd.) Diese Begrifflichkeiten unterstreichen deutlich, mit welcher Klarheit und Einfachheit die Wirklichkeit einer Situation erfahren werden kann. In wohl keinem anderen Zustand als diesem kann man Umwelteinfl\u00fcssen, ob sinnlich wahrnehmbar oder nicht, offener und unvoreingenommener begegnen. \u201eDenn in der Leiblichkeit der Wahrnehmung erlebt das Subjekt das Verstricktsein in den Moment begegnet sich dabei selbst.\u201c (ebd. S. 18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es sind genau diese eigens generierten Erkenntnisse, die Selbstbewusstsein quellen und multiperspektivisch denken lassen und zu begr\u00fcndbaren Entscheidungen f\u00fchren. Im Alltag der Menschen geschehen fast alle Bewegungen, viele Handlungen und Entscheidungen unaufmerksam und selbstverst\u00e4ndlich. Was passiert nun, wenn diese genau beobachtet anstatt \u00fcbergangen werden? Wird hier N\u00e4he zwischen sinnlichen Wahrnehmung und K\u00f6rper aufgebaut? Die Sinnessensibilisierung und Wahrnehmungsfokussierung waren allgegenw\u00e4rtige Bestandteile unserer gesamten VMS, klar tragend in der Einzelarbeitsphase und kombiniert in der Gruppenphase. Hier wurde aus dem isolierten Subjekt ein Gef\u00fcge an Subjekten, die ein Netz aus Aktionen bilden und sich offen gegen\u00fcberstehen. Aus der bestehenden, bestimmten I\u2019m-Here- Situation wird eine neue synthetisiert, die eine Entscheidung er\u00f6ffnet und durch Handlung, Zeitpunkt und Raum gekennzeichnet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was ist nun dieser Raum, in dem alles geschaffen wird? Marie-Luise Lange beschreibt ihn als \u201edas Ergebnis von Aktivit\u00e4ten, durch die er Ausbreitungsrichtungen bekommt und die ihn verzeitlichen.\u201c (Lange [2] 2013, S. 4) Er ist unspezifisch, unbegrenzt, flie\u00dfend, instabil, abstrakt und er ist vor dies alles vor allem aufgrund von Handlung. Sein spezifisches Gegenst\u00fcck ist der Ort, der mit seiner individuellen Geschichte und Sinn erf\u00fcllt ist und deshalb in einer fixierten Art und Weise Stabilit\u00e4t bedeutet. (vgl. ebd.) Unsere VMS findet an ganz bestimmten Orten statt; durch die Handlungen der Studierenden entstehen an diesem Ort R\u00e4ume, die mit Bedeutung gef\u00fcllt werden. Es ist nicht gerade ein Sinn, sondern die blo\u00dfe Bedeutung des Moments, die das Raumausma\u00df bestimmt und Bilder, Knotenpunkte, Situationen und Beziehungen entstehen l\u00e4sst. Erweitert werden k\u00f6nnen diese K\u00f6rper-Raum- Zeit-Handlungen durch Material. Ob materiell oder immateriell, sind sie ein wichtiges Gestaltungsmerkmal von Performances und sollten \u00fcberlegt in das Konzept mit eingebunden werden, denn unter Verwendung von Material entstehen noch multiplere Sinneseindr\u00fccke. (vgl. ebd. S. 10) In der hier darzulegenden VMS gab es einen Materialpool, der frei entscheidbar genutzt oder ungenutzt bleiben konnte, womit die M\u00f6glichkeiten von Experimentieren, Spielen, Fantasieren, Verr\u00fccken, Passierens-Lassen, Interagieren und Konfrontieren erweitert wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">[CLARIFY YOUR PURPOSE]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Den eineinhalb Stunden unserer Vermittlungssituation lagen folgende Zielstellungen zugrunde:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\/1\/\/ Die Studierenden handeln in ihren Einzelarbeiten untersuchend und experimentell, indem sie die M\u00f6glichkeiten und Grenzen ihres K\u00f6rpers und des Materials austesten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\/2\/\/ Die Studierenden sollen ein Verst\u00e4ndnis entwickeln \u00fcber die Wichtigkeit und das Potenzial eines Gruppendynamischen Prozesses, um infolge dessen die Heterogenit\u00e4t einer Gruppe innerhalb einer VMS als Vorteil zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\/3\/\/ Die Studierenden erkennen die VMS als einen m\u00f6glichen Ansatz f\u00fcr Performance im Unterricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\/4\/\/ Die Studierenden fokussieren im Verlauf der VMS den eigenen K\u00f6rper und das Selbst, um sich f\u00fcr sinnliche, gef\u00fchlsgeleitete Erkenntnisse zu \u00f6ffnen und diese zu erlangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">[HOLD ON TO THE CONCEPT, \u00a0ALWAYS DARLING]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die VMS ist f\u00fcr die Arbeit im Freien konzipiert. Dabei umfasst sie von uns entwickelte f\u00fcnf [5] Phasen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zun\u00e4chst erfolgen eine kurze Begr\u00fc\u00dfung der Studierenden und die Einteilung in zwei Gruppen. Diese beiden Gruppen, welche unterschiedliche Aufgaben bew\u00e4ltigen, werden durch losen gebildet. Die Teilung der Gruppe geschieht einerseits um zwei verschiedene Ans\u00e4tze f\u00fcr Vermittlungssituationen mit dem Schwerpunkt Performance aufzuzeigen und andererseits um die sp\u00e4tere gemeinsame Pr\u00e4sentation aus zwei unterschiedlichen Aufgaben-Blickwinkeln besprechen zu k\u00f6nnen. Eine wichtige Frage dabei ist: Werden die sp\u00e4teren Ergebnisse genau so unterschiedlich wie die Aufgabenstellungen? [1]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Gruppenaufgaben werden auf kleinen Zetteln an die Teilnehmenden verteilt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">A) Entwickle eigenst\u00e4ndig eine Handlungssequenz. DEIN K\u00d6RPER IST DEIN MATERIAL. Orientiere sich an Alltagshandlungen! Zur Hilfe oder Erweiterung stehen dir verschiedene Materialien zur Verf\u00fcgung, die du in ihrer urspr\u00fcnglichen Funktion ver\u00e4ndern solltest.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">B) Entwickle dein eigenes Klangorchester unter Zuhilfenahme deines K\u00f6rpers und\/oder der bereitgestellten Materialien! Experimentiere mit den M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Kl\u00e4nge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Somit entstehen eine eher handlungsorientierte und eine klangorientierte Gruppe. Gew\u00e4hlt wurden diese beiden M\u00f6glichkeiten, um bekannte k\u00fcnstlerische Beispiele, wie Laurie Andersson als Vertreterin der Musikperformance, nachzuempfinden und unterschiedliche Sinneswahrnehmungen in den Mittelpunkt zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Material-Pool gestaltet sich dabei vielf\u00e4ltig, von Mehl und Salz, \u00fcber Alufolie, bis hin zu einem Springseil k\u00f6nnen die Studierenden frei w\u00e4hlen. Beide Gruppen speisen ihre Ideen und Experimente aus demselben Material-Pool, um den Umgang mit diesem m\u00f6glichst ungeleitet zu ebnen. Die Gruppen werden w\u00e4hrenddessen r\u00e4umlich voneinander getrennt und angehalten selbstst\u00e4ndig Erfahrungen zu sammeln, um einen intensiven Zugang zu ihrem gew\u00e4hlten Material und ihrem K\u00f6rper zu erm\u00f6glichen und dabei die Sinne der Teilnehmenden zu sch\u00e4rfen. Innerhalb dieser Phase sollen M\u00f6glichkeiten und Grenzen des selbstgew\u00e4hlten Materials in Bezugnahme der Handlungs- oder Klangorientierung erprobt werden. Die Studierenden nutzen dabei k\u00fcnstlerische Herangehensweisen wie ZITIEREN, EXPERIMENTIEREN und ZUFALL. Diese erste Ann\u00e4herung wird ungef\u00e4hr auf 15 Minuten abgesteckt. [2]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Innerhalb der gemeinsamen Pr\u00e4sentation wird der Ort gewechselt, an welchem ein klar abgegrenztes \u201eSpielfeld\u201c zu finden ist. Durch diese Abgrenzung vom sonst \u00f6ffentlichen Raum, entsteht ein Vehikel, indem alle Beteiligten uneingeschr\u00e4nkt und spielerisch agieren k\u00f6nnen. Durch den Ortswechsel wird auch die neue Aktionsphase visualisiert, da alle Studierenden eine bewusste Ver\u00e4nderung zwischen ihrem eigenst\u00e4ndigen Erproben und dem gemeinsamen spontanen Pr\u00e4sentieren wahrnehmen. Die Teilnehmenden erhalten erneut unterschiedliche Gruppenaufgaben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">A) F\u00fchre deine Handlung zeitgleich mit den anderen auf! Versuche vorsichtig, auf andere Einfluss zu nehmen oder lass dich beeinflussen! Ergeben sich Interaktionen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">B) Lasst das (Klang-) Spiel beginnen. Nehmt mit eurer Klangproduktion vorsichtig auf die Handlungen der anderen Gruppe Einfluss oder lasst euch beeinflussen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die gemeinsame Pr\u00e4sentation l\u00e4uft ca. 10 bis 15 Minuten, in denen je 2 Teilnehmende neue Aufgaben bekommen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">C) Beobachte das Geschehen und notiere Auff\u00e4lligkeiten. Du kannst dich entweder auf die Gesamtsituation oder auf selbst gew\u00e4hlte Fokusse beziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">D) St\u00f6re das Geschehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gew\u00e4hlt wurden diese zus\u00e4tzlichen Aktionen, um einerseits das Geschehen auch als passiver Beobachter zu reflektieren und andererseits um die Grenzen und M\u00f6glichkeiten von St\u00f6rungen und Irritationen w\u00e4hrend performativer Handlungen zu unterstreichen. Diese Phase beinhaltet zu anfangs ein Aufgreifen der zuvor erprobten physischen Aktionen, und fordert zugleich ein Aufl\u00f6sen, Freimachen von diesen zugunsten des produktiven Weiterentwickelns und intuitiven Handelns. [3]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um im Anschluss die erlebten Eindr\u00fccke zu sammeln, kommen alle Teilnehmenden unweit des Spielfeldes zusammen und versuchen entstandene Bilder und Erfahrungen mit Hilfe von Zettel und Stift zu formulieren. Ziel dieser kurzen Ruhephase ist es, dass die Teilnehmenden die vielen Eindr\u00fccke kurz verarbeiten k\u00f6nnen, um eine stockende Auswertung zu vermeiden. Danach folgt das Gespr\u00e4ch im Plenum zu verschiedenen Impulsfragen an die Teilnehmenden. Im Fokus des Gespr\u00e4chs stehen besonders Erkenntnisse und Wahrnehmungsver\u00e4nderungen der Teilnehmenden innerhalb der bisherigen Vermittlungssituation. [4]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Anschluss werden Plakate mit verschiedenen Aussagen durch die Teilnehmenden bewertet. Jeder Studierende erh\u00e4lt mindestens drei Klebepunkte [rot = Ablehnung, gelb = Zustimmung, blau = keine Stellungnahme]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">_Performance eignet sich nur f\u00fcr die Oberstufe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">_Performance muss Teil des Kunst-Unterrichts sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">_Die Vermittlungssituation ist auf den Schulkontext \u00fcbertragbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">_Provokation ist immer ein Teil von Performance.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">_Der K\u00f6rper ist das ausdrucksst\u00e4rkste Mittel innerhalb der Kunstproduktion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Besonders stark frequentierte Positionen oder kontroverse Meinungen zu den Aussagen werden im Anschluss besprochen. [5]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bevor die Teilnehmenden verabschiedet werden, haben sie die M\u00f6glichkeit kleine Take- Home-Messages mitzunehmen, welche sich auf jeweils ein k\u00fcnstlerisches Beispiel f\u00fcr Musik- und Klangperformances und Gruppenperformances beziehen. Diese sollen als Anregung zur weiteren Auseinandersetzung mit vielf\u00e4ltigen Erscheinungsformen von Performance dienen. Nach der VMS ist vor der VMS!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON ANNE PATZELT UND LILLY G\u00d6BEL [WE\u2019VE COME A LONG WAY TO BE HERE TOGETHER] Zun\u00e4chst \u00f6ffnet der Begriff Performance, unter welchem die von uns gestaltete Vermittlungssituation verlief, ein gro\u00dfes Spannungsgef\u00e4lle. Malte Pfeiffer betont, dass Performance und Performativit\u00e4t mittlerweile ein Schl\u00fcssel- und Sammelbegriff in vielen Disziplinen geworden ist. (vgl. Pfeiffer \/ 2014 \/ &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/listen-and-whistle-vermittlungssituation-zum-fokus-performance\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">LISTEN AND WHISTLE &#8211; Vermittlungssituation zum Fokus Performance<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":170,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[55,8,54,50,56,51,14,48,49,57,52,53,10,58],"class_list":["post-164","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zmaeb","tag-alltagshandlung","tag-experiment","tag-gruppe","tag-handeln","tag-klang","tag-koerper","tag-material","tag-performance","tag-performativitaet","tag-praesentation","tag-raum","tag-situationen","tag-spiel","tag-stoerung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/164","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/users\/170"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=164"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/164\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":517,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/164\/revisions\/517"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}