{"id":175,"date":"2017-11-22T22:55:45","date_gmt":"2017-11-22T20:55:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/?p=175"},"modified":"2019-11-04T13:04:22","modified_gmt":"2019-11-04T11:04:22","slug":"fokus-bild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/","title":{"rendered":"FOKUS BILD"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-175 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/erarbeitungsphase\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Erarbeitungsphase-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/sortierung\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Sortierung-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/bildumgangsspiel-produktiv-reflexives-arbeiten\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Bildumgangsspiel-produktiv-reflexives-Arbeiten-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/bildzugang-mit-diskussion\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Bildzugang-mit-Diskussion-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/gruppenarbeit-zum-rezeptiv-reflexiven-arbeiten\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Gruppenarbeit-zum-rezeptiv-reflexiven-Arbeiten-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/bilder-bilder-bilder\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Bilder-Bilder-Bilder-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/raumgestaltung-zum-thema-fokus-bild\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Raumgestaltung-zum-Thema-Fokus-Bild\u201c--e1513587548657-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/raumgestaltung\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/Raumgestaltung-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/11\/22\/fokus-bild\/img_6102\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/11\/IMG_6102-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify\">EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON JOHANNES GALLUS UND SABINE KRIEBITZSCH<\/p>\n<hr \/>\n<h4 style=\"text-align: justify\">1. Verortung<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">Dier Verortung unseres Themas \u201eBild\u201c separiert sich in einen fachwissenschaftlichen sowie fachdidaktischen Part. Zu Beginn wird die fachwissenschaftliche Seite beleuchtet, daran anschlie\u00dfend deren Auswirkungen auf die Fachp\u00e4dagogik zusammenfassend\u00a0vorgestellt. Die Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte bereitete der Gesellschaft eine Vermehrung bildhafter Darstellungen in allen m\u00f6glichen Lebensbereichen. Die bildmediale Durchdringung wichtiger Gesellschaftsbereiche ist allgegenw\u00e4rtig: Bilder in analoger oder digitaler Form sind ein eminenter Teil unseres Lebens: Wir rezipieren, produzieren und kommunizieren \u00fcber und mit Bildern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">B\u00f6hme schreibt in seiner Theorie des Bildes von 1999: \u201eDie Bilderwelten sind selbst zu wichtigen Bestandteilen oder Sektionen unserer Welt geworden\u201c (B\u00f6hme 1999, S.132). Aufgrund der Massenmedien und der daraus resultierenden, unaufhaltsamen Bilderflut, wurde es n\u00f6tig den Begriff des Bildes zu erweitern. Ursprung dieser ver\u00e4nderten Sichtweise liegt in der kulturellen Wende \u2013 dem \u201epictorial\u201c (Mitchell 1992) und \u201eiconic turn\u201c (Boehm 1994) des letzten Jahrhunderts, die eine Bildorientierte Kunstp\u00e4dagogik hervorbrachte. Diese beiden Fachbegriffe beschreiben die Hinwendung zu einer Bildwissenschaft, die auf die Analyse von Bildern setzt. Das Element \u201eBild\u201c gewinnt gegen\u00fcber dem Element \u201eWort\u201c zunehmend an Bedeutung beziehungsweise \u00fcbertrifft in der Gewichtung bereits das gesprochene Wort. Beispielhaft sei hier auf die intensive Emoji-Verwendung von Jugendlichen hingewiesen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Etablierung neuer Medien f\u00fchrten die Kunst zu neuen Bildproduktionen und Bildprozessen. Weg vom Traditionellen, \u00f6ffneten sie den Weg f\u00fcr gesellschaftsrelevante und bewusstseinsbildende Kunst. Doch auch Bilder von heute sind mit einer traditionellen \u00c4sthetik verkn\u00fcpft. Die Verbindung zwischen aktuellen und historischen Bildern macht es n\u00f6tig, ein vernetztes Wahrnehmen und Verstehen zu entwickeln. Kinder und Jugendliche beziehen ihre Wirklichkeit deutlich auf Bilder, was die Verbreitung und Nutzung von reinen Picture-Apps wie Instagram oder Snapchat eindrucksvoll aufzeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Durch diese neuen Verwendungs- und Kommunikationsformen von und mit Bildern k\u00f6nnen andere gestalterische Arbeiten und Aufgaben zum Einsatz kommen, als noch vor 30 Jahren. Im schulischen Unterricht findet st\u00e4ndig ein Umgang mit Bildern statt. Hier kommt die Frage auf, ob der Umgang mit Bildern sich an dem traditionellen Werkbegriff orientiert und dementsprechend das Bild als zeichenhaftes Produkt verstanden wird oder ob r\u00e4umliche und zeitliche Bez\u00fcge mit einbezogen werden. Eine Variante zur Ann\u00e4herung stellt das Modell der Bildumgangsspiele dar. Das Modell der Bildumgangsspiele umfasst das Produzieren und Rezipieren von Bildern in kommunikativ-kontextueller Sicht. \u201eEs stellt Kontexte bereit, in denen Sch\u00fcler_innen mit Bildern in den konkreten performativen Bedingungen des Unterrichts handeln k\u00f6nnen\u201c (Busse 2009, S.53).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es f\u00f6rdert somit ein lehrplanbezogenes, performatives und k\u00fcnstlerisches Handeln. Wie bereits angedeutet, sieht auch Andreas Schoppe als programmatisches Ziel eine \u00d6ffnung des Bildbegriffes als dringend notwendig an. Die \u201eEntschleunigung heutiger Sehgewohnheiten zum Zwecke einer Intensivierung der Bildwahrnehmung\u201c (Schoppe 2011, S. 13) ist f\u00fcr ihn das geeignete Mittel. Das anvisierte Ziel liegt in der gewonnenen Sicherheit der Sch\u00fcler_innen im Umgang mit Bildern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dabei sollen die Dimensionen des Bildgebrauchs (herstellen, gestalten, verwenden, kommunizieren, wahrnehmen, beschreiben, analysieren, empfinden, deuten und werten) speziell im Kunstunterricht herausgearbeitet werden. Diese \u00dcberlegungen sind allerdings nicht allein auf den Kunstunterricht beschr\u00e4nkt. Das kunstdidaktische Konzept der Bildorientierung hat sich zur Aufgabe gemacht, die Entfaltung basaler produktiver, rezeptiver und reflexiver F\u00e4higkeiten zu f\u00f6rdern. Urs\u00e4chlich daf\u00fcr ist die Nutzung digitaler Medien und die damit einhergehende Ver\u00e4nderung allt\u00e4glicher Bildpraxis.nen des Bildgebrauchs (herstellen, gestalten, verwenden, kommunizieren, wahrnehmen, beschreiben, analysieren, empfinden, deuten und werten) speziell im Kunstunterricht herausgearbeitet werden. Diese \u00dcberlegungen sind allerdings nicht allein auf den Kunstunterricht beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nicht umsonst ist das Thema Bildkompetenz im s\u00e4chsischen Lehrplan unter der Rubrik <em>Ziele und Aufgaben des Faches Kunst<\/em> als erstes Schlagwort verortet: <em>\u201eDas Fach Kunst besitzt eine besondere Bedeutung f\u00fcr die Auspr\u00e4gung der Bildkompetenz und damit der Kommunikations- und Medienkompetenz\u201c (S\u00e4chsischer Lehrplan Kunst 2004, S. 14)<\/em>. Bildkompetenz beschreibt auch die F\u00e4higkeit, Bilder zu verstehen und sie zu gebrauchen. Dies schlie\u00dft \u201edie F\u00e4higkeit ein in Bildern zu denken, mit ihrer Hilfe zu lernen und sich in Form von Bildern auszudr\u00fccken\u201c(Bamford 2007, S.63). Um an der Lebenswelt der Sch\u00fcler_innen zu partizipieren, bedarf es den vermehrten Einsatz von Bildern f\u00e4cher\u00fcbergreifend.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify\">2. Ziele<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">Aus der oben beschriebenen Ausgangslage planten wir die verschiedenen Dimensionen des Bildgebrauchs zu thematisieren. Die Prozesse der Produktion, Rezeption und Reflexion standen bei uns im Fokus. Wir wollten aufzeigen, dass diese Prozesse in Gef\u00fcgen stattfinden, in denen r\u00e4umliche und soziale Situationen sowie mediale Gegebenheiten zusammenwirken. Daher sollte mit Hilfe von verschiedenen Gruppenarbeiten differente Zug\u00e4nge zum Bildumgang geschaffen werden. Diese sollten einen schulalltagstauglichen Charakter haben, um eine sp\u00e4tere Anwendung der ausprobierten Methode zu erm\u00f6glichen. Andreas Schoppe bietet dazu in seinem Buch \u201eBildzug\u00e4nge\u201c eine Vielzahl von M\u00f6glichkeiten an. Tragender Gedanke unserer Planung stellte das Konkretisieren des Begriffes \u201eBildkompetenz\u201c dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr die theoretische Hinwendung zum Thema wollten wir die enorm verst\u00e4rkte Bedeutung der allt\u00e4glichen Bildnutzung aufzeigen. Den Seminarteilnehmern sollte bewusst werden, welch enormer Bildermenge wir tagt\u00e4glich ausgesetzt sind. Diese aktuelle Bildkultur hat unter anderem zur Folge, dass sich kognitive Sehgewohnheiten ver\u00e4ndern. Zusammenfassend lassen sich folgende Zielstellungen ableiten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Seminarteilnehmer_innen werden sich \u00fcber die Multidimensionalit\u00e4t des \u00dcberbegriffs \u201eBild\u201c bewusst. Sie erkennen Abh\u00e4ngigkeiten und Wechselwirkungen, bedingt durch ver\u00e4nderte Alltagswahrnehmung und k\u00fcnstlerischer Verwendung. Daraus resultierend muss die kunstdidaktische Position angepasst und \u00fcber den eigenen Kunstunterricht hinaus betrachtet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um einen Einblick in die Vermittlungssituation zu erhalten, m\u00f6chten wir diese nun pointiert darlegen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify\">3. Konzept<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">Unsere komplette Vermittlungssituation war auf Bildern aufgebaut, die wir systematisch in den vorangegangenen Wochen aus Zeitungen und Magazinen sowie dem Internet gesammelt hatten. Diese verteilten wir mit Hilfe von Leinen im Seminarraum, klebten sie an 5 die Wand und f\u00fcgten sie in Diashows auf Rechnern und Tablets ein. Unsere Kommilitonen sollten von den Bildern sprichw\u00f6rtlich erschlagen werden. Der Begriff Bilderflut sollte sowohl der erste als auch der letzte Gedanke sein, wenn sie das Zimmer betreten und verlassen. Es befanden sich historische, politische als auch k\u00fcnstlerische Bilder darunter. Sie waren gezeichnet, gemalt, fotografiert oder digital erstellt. Je nach Einordnung und Wahrnehmung konnten diese Bilder informieren, manipulieren oder diktieren. Diese Vorgehensweise hielten wir f\u00fcr sehr effektiv, um den Studenten aufzuzeigen, wie \u00fcberpr\u00e4sent Bilder sind und welchen gro\u00dfen Einfluss sie auf uns aus\u00fcben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bevor unsere Kommiliton_innen das Zimmer betreten durften, mussten sie vor der T\u00fcr warten. Sie wussten nicht, was auf sie zukommen w\u00fcrde. Diesen \u00dcberraschungsmoment wollten wir f\u00fcr unsere Vermittlung nutzen, um sie in die Welt der Bilder eintauchen zu lassen. Sie bekamen anschlie\u00dfend Zeit, das Zimmer zu erkunden, sich erste Gedanken zu machen und sich dem Thema Fokus Bild zu \u00f6ffnen. Mit Betreten des Raumes mussten sie einen Zettel ziehen, auf dem eine Nummer stand. Diese Zahl wies sie daraufhin, zu welcher Gruppe sie geh\u00f6rten und mit welchen Kommiliton_innen sie gemeinsam arbeiten w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um die Aussage eines Kommilitonen aus der vorangegangenen Vermittlungssituation aufzugreifen, welcher behauptete, dass Bilder Sprache nicht ersetzen k\u00f6nnten, hielten wir es f\u00fcr sinnvoll, ein Zitat eines US-amerikanischen Psychologen (Paul Martin Lester) gegen\u00fcber zu stellen. Dieser behauptet, dass ein Bild 60.000-mal schneller verarbeitet wird als das gedruckte Wort. Ein Test im Rahmen dieser Aussage sollte das Zitat best\u00e4rken. Doch bevor wir diesen Test begannen, stellten wir an einer Tafel das Bild und die Sprache noch einmal gegen\u00fcber. Unsere Kommiliton_innen sollten mit Hilfe der Informationen, die wir ihnen in unserer Kurzpr\u00e4sentation gegeben hatten, entscheidende Unterschiede zwischen Bild und Sprache benennen. Mit dieser Aufgabe wollten wir zum einen an die letzte Vermittlungssituation ankn\u00fcpfen und zum anderen aufzeigen, wie verschieden beide Elemente sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Anschluss folgte der Test. Die Studierenden bekamen 20 Bilder im Abstand von ca. f\u00fcnf Sekunden gezeigt. In dieser Phase des Tests durften sie nicht schreiben. Anschlie\u00dfend erhielten sie die M\u00f6glichkeit ihre Erinnerungen zu notieren. Danach folgten 20 W\u00f6rter, die wieder im Abstand von f\u00fcnf Sekunden gezeigt wurden. Rein statistisch gesehen, behalten wir nur 10% der Informationen, die wir auditiv wahrnehmen. Das geschrieben Wort bis zu 20% und Dinge, die wir sehen oder selber machen bis zu 80%. Der Test selbst war ergebnisoffen. Wir hofften nat\u00fcrlich auf eine Best\u00e4tigung der vorgestellten These, was schlussendlich auch eintraf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Durch die schnellere Verarbeitung erhalten Bilder Macht und dieses Wissen wiederum nutzen Werbeindustrie, Presse und Politik. Diese Aussage f\u00fchrte uns schlie\u00dflich zur ersten praktischen Aufgabe in unserer Vermittlungssituation. Wie k\u00f6nnen Bilder Sch\u00fclern schl\u00fcssig erkl\u00e4rbar gemacht werden? Wie k\u00f6nnen sie die F\u00e4higkeit erlangen, Bilder differenziert deuten zu k\u00f6nnen? Um diese Fragen beantworten zu k\u00f6nnen, richteten wir unsere Aufmerksamkeit auf das rezeptiv \u2013 reflexive Betrachten von Bildern. Wir suchten verschiedene M\u00f6glichkeiten von Bildzug\u00e4ngen heraus. Unteranderem mussten Kommilitone_innen einer Gruppe ein Adjektiv bzw. Verb notieren, um sich anschlie\u00dfend ein assoziiertes Bild aus der Bilderflut im Seminarraum zu suchen. Das Bild sollte dann vor der Arbeitsgruppe pr\u00e4sentiert werden. Das zugrundeliegende Wort sollte erst benannt werden, um anschlie\u00dfend Wort-Bild-Bez\u00fcge zu thematisieren. Um herauszufinden, ob diese Methode auch im Unterricht sinnvoll und einsetzbar ist, war es uns wichtig eine Diskussion dar\u00fcber zu f\u00fchren, welche Potentiale und Grenzen diese Bildzug\u00e4nge mit sich bringen. Unsere Kommiliton_innen waren zu diesem Zeitpunkt schon in Gruppen aufgeteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir planten mit einer Arbeitszeit von ca. 15 Minuten. Nach dieser Zeit sollten die einzelnen Arbeitsgruppen kurz ihre Aufgabe dem Seminar vorstellen und die gewonnenen Erkenntnisse zusammentragen. Durch gezielte Fragestellungen versuchten wir die Pr\u00e4sentationen zu lenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nachdem wir ausschlie\u00dflich rezeptiv \u2013 reflexiv gearbeitet hatten, war uns der letzte Teil der Vermittlungssituation umso wichtiger. Hier sollten sie nun die M\u00f6glichkeit erhalten, produktiv \u2013 reflexiv zu arbeiten. Die Aufgabe bestand darin, sich in der Arbeitsgruppe auf ein Bild zu einigen. Dieses Bild sollte Grundlage und Ausgangspunkt sein. Aus der Vielzahl an Bildern, die im Seminarraum hingen, sollten nun weitere Bilder gesucht werden, die ggf. thematisch oder k\u00fcnstlerisch \u2013 \u00e4sthetisch zusammenpassen k\u00f6nnten, um eine neue Ordnung zu schaffen. Das Vorgehen sollte in der Gruppe abgestimmt werden. Im Anschluss bestand die Aufgabe in der Seminargruppe das eigene Handeln zu reflektieren und gemeinsam dar\u00fcber zu diskutieren. W\u00e4hrend der Diskussion flochten wir unsere K\u00fcnstlerbeispiele mit ein, die wir mit Hilfe der PowerPoint pr\u00e4sentierten. Dieser Prozess des produktiv-k\u00fcnstlerischen Arbeitens schuf einen Bezug zum Bildumgangsspiel, indem die Studenten kontextuell-performativ arbeiten konnten. Unserer These, die wir zum Abschluss unserer Vermittlungssituation in den Raum stellten, ob die klassische Bildanalyse, die heute noch weitestgehend im Unterricht durchgef\u00fchrt wird, gleichwertig einer Methodenkompetenz gegen\u00fcbersteht, war als Anregung f\u00fcr eine Diskussion gedacht.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify\"><strong>5. Literaturverzeichnis<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Bamford, Anne; Bildbereit, Die Bedeutung visueller Bildung; in: Noehoff, R. \/ Wenrich, R. (Hrsg.) Denken und Lernen in Bildern. Interdisziplin\u00e4re Zug\u00e4nge zur \u00c4sthetischen Bildung; M\u00fcnchen 2007.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; B\u00f6hme 1999. In: Torsten Meyer, Andrea Sabisch (Hrsg.) Kunst P\u00e4dagogik Forschung. Aktuelle Zug\u00e4nge und Perspektiven; Bielefeld 2009.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Busse, Klaus-Peter; Bildumgangsspiele einrichten; Norderstedt 2009.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Mitchell, William John Thomas; Bildtheorie.; Frankfurt\/Main 2008; (erstmalige dt. Ausgabe).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Schoppe, Andreas; \u201eBildzug\u00e4nge \u2013 Methodische Impulse f\u00fcr den Unterricht\u201c; Seelze 2011.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Torsten Meyer , Andrea Sabisch (Hrsg.); Kunst P\u00e4dagogik Forschung, Aktuelle Zug\u00e4nge und Perspektiven; Bielefeld 2009.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON JOHANNES GALLUS UND SABINE KRIEBITZSCH 1. Verortung Dier Verortung unseres Themas \u201eBild\u201c separiert sich in einen fachwissenschaftlichen sowie fachdidaktischen Part. 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