{"id":202,"date":"2017-12-22T18:10:02","date_gmt":"2017-12-22T16:10:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/?p=202"},"modified":"2019-11-04T13:04:03","modified_gmt":"2019-11-04T11:04:03","slug":"fokus-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/","title":{"rendered":"FOKUS KUNST"},"content":{"rendered":"<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-202 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/1-inspiration-aus-einem-roman\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/12\/1-Inspiration-aus-einem-Roman-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/2-produktive-stimmung\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/12\/2-Produktive-Stimmung-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/3-materialbueffet\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/12\/3-Materialb\u00fcffet-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/4-vorbereitung-der-praesentationsflaeche\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/12\/4-Vorbereitung-der-Pr\u00e4sentationsfl\u00e4che-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/5-individuelle-auseinandersetzung\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/12\/5-Individuelle-Auseinandersetzung-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/6-eindruecke-verarbeiten\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/12\/6-Eindr\u00fccke-verarbeiten-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/7-mehl-und-ei-waren-auch-dabei\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/12\/7-Mehl-und-Ei-waren-auch-dabei-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/8-klebeordnung-2\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/12\/8-Klebeordnung1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/9-mehrperspektivitaet\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2017\/12\/9-Mehrperspektivit\u00e4t-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify\">EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON ANNA GUSEWSKI, MARIA KRIMMLING UND ISABELL BALDERMANN<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Das Problem mit der Sprache<\/b><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><i>\u201eGespr\u00e4che \u00fcber Bilder sind bewegliche Gef\u00fcge, in denen das Sehen und Sprechen sich gegenseitig auf die Welt bringen.\u201c<\/i>\u00a0(Sturm 2010, S. 3)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00dcber Kunst zu sprechen ist fruchtbringend und hinderlich zu gleich, denn zum Einen wird durch das Verbalisieren Wissen erworben, zum Anderen kann man Gesehenes nicht auf die Art ausdr\u00fccken, wie man tats\u00e4chlich sieht. Dies problematisieren auch Herbold\/Kirschenmann, die erkl\u00e4ren, dass die standardisierte Sprache meist der inneren Wahrnehmung nicht gerecht wird und folglich keine Kongruenz zwischen Bild und Bildbeschreibung entstehen kann. (Herbold\/Kirschenmann 2013, S. 3) Dieses dichotome Paradoxon kann auch als Begr\u00fcndung daf\u00fcr gesehen werden, warum stets Mehrperspektivit\u00e4t und unterschiedliche Deutungen f\u00fcr Kunstwerke zul\u00e4ssig sein m\u00fcssen, denn der subjektive Zugang zum Sehen und zur Sprache macht die Deutung unabschlie\u00dfbar und individuell.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Was war nochmal der Bildungsauftrag?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Bezug auf die PISA-Resultate stellt Buschk\u00fchle fest, dass der Fokus der Schulen darin liegt, Lernende zu f\u00e4higen Gesellschaftsmitgliedern zu machen. Die eigene Bildung zum Individuum samt durchdringender Denkprozesse und Selbstbestimmung stehe deutlich im Hintergrund. Nach seiner Auffassung w\u00fcrde ein ungehemmtes Auseinandersetzen mit der Kunst sowohl kontemplativ als auch imaginativ auf den Rezipierenden einwirken und daraus resultierend eine innere\u00a0Komplexit\u00e4t bef\u00f6rdern. (Buschk\u00fchle 2005, S. 220f)\u00a0 Aus Masets Perspektive ist die Kunstp\u00e4dagogik zu stark organisiert, wodurch das Experimentieren und die Freiheit eingeschr\u00e4nkt werden. Dabei, argumentiert er, sei gerade das Auseinandersetzen mit der Gegenwarts\u00e4sthetik notwendig, um eine Dekodierf\u00e4higkeit in sich zu etablieren und dadurch zum Verstehen der Welt bzw. zur Orientierung in ihr zu gelangen. Dem Fach Kunst spricht er dabei besonderes Potenzial zu, denn wird dieses als &#8218;Testfeld&#8216; verstanden, k\u00f6nnen Lernende ihr Potenzial entfalten, sich Herausforderungen stellen und sich selbst verorten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><i>\u201eDer Kunstunterricht ist seinem Wesen nach eine experimentelle Situation, in der anhand von Auseinandersetzung von Materialien, Wahrnehmungen und Begriffe Welt- u<\/i><i>nd Selbstreferenz erprobt und erfahrbar werden k\u00f6nnen.\u201c<\/i>\u00a0(Maset 2005, S. 9 )<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Unterrichtsweise erfordert eine stark ausdifferenzierte Kunstp\u00e4dagogik, erm\u00f6glicht aber die Herausbildung pluraler Mentalit\u00e4ten und Lebensstile unter den Lernenden, wodurch\u00a0eine Abkehr vom blo\u00dfen Funktionieren innerhalb einer Gesellschaft geschehen w\u00fcrde und der Bildungsauftrag als das F\u00f6rdern selbstbestimmter, m\u00fcndiger B\u00fcrgerInnen wieder im Fokus l\u00e4ge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Zielstellung<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ziele der Vermittlungssituation waren es, den\u00a0Studierenden viel Zeit f\u00fcr eigene Kreativit\u00e4t und Gedanken zu lassen, aber auch in Kontakt mit der Gruppe zu bleiben und in einen fruchtbaren Austausch \u00fcber Eindr\u00fccke und Ideen zu gelangen. Im ersten Schritt war es wichtig, dass die private Erfahrung einen\u00a0individuellen Zugang zum Thema erm\u00f6glicht. Die Herausforderung lag darin, einen Ausgleich zwischen konventionalisierten Kommunikationskan\u00e4len und den eigenen Anschauungen zu schaffen. Eva Sturm behandelt die Sprache als ein geeignetes Werkzeug f\u00fcr die Vermittlung verschiedener Perspektiven. Allerdings werden auch Schw\u00e4chen und Grenzen der Sprache aufgezeigt, da nicht jedes Wort bei Sprechern dieselbe Bedeutung hat. (Sturm 2010, S. 2) Deshalb war es ein Ziel, auch noch andere Ausdrucksm\u00f6glichkeiten neben der Sprache einzubinden. An diesem Punkt kommt Maset ins Spiel, der die vielf\u00e4ltigen Ausdrucksformen der Kunst als ein geeignetes Mittel sieht, Mehrperspektivit\u00e4t zu einem Thema zuzulassen, aber trotzdem eine gemeinsame Kommunikationsbasis zu gew\u00e4hrleisten.\u00a0(Maset 2005, S. 13) Dabei fungiert nicht die Sprache als Mittler, sondern die \u00e4sthetische Handlung als solche. Die Studierenden sollten \u00fcber ihre Handlung miteinander in Kommunikation treten. Die eigene Wahrnehmung kann somit ge\u00e4u\u00dfert werden, ohne andere zu behindern oder in ihrer Sicht einzuschr\u00e4nken. Die Teilnehmenden sollten nach der Vermittlungssituation in der Lage sein, \u00fcber komplexe Eigenschaften von Kunst wie Uneinheitlichkeit, Unabschlie\u00dfbarkeit, Sprachlosigkeit oder Unlogik sowohl k\u00fcnstlerisch, als auch sprachlich reflektieren zu k\u00f6nnen. Ihnen sollte au\u00dferdem Mut zum pers\u00f6nlichen Experimentieren gemacht werden, um die k\u00fcnstlerische Einmaligkeit selber zu erleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Struktur: Kunst und P\u00e4dagogik<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Konzept unserer VMS besch\u00e4ftigt sich einerseits\u00a0mit der Schaffung eines besonders hohen Anteils von Arbeitszeit f\u00fcr eigenes k\u00fcnstlerisches Schaffen (KUNST) und bezieht sich andererseits auf den Aspekt der von Eva Sturm beschriebenen Grenzen von Sprache, deren Bedeutung f\u00fcr Rezeption, Produktion und Lehren von Kunst (P\u00c4DAGOGIK), sowie dem Aspekt der Mehrperspektivit\u00e4t von Kunst. Ausgangspunkt der VMS war &#8211; bezugnehmend auf den Sprachaspekt des Zitats von Eva Sturm &#8211; eine Bildbeschreibung aus dem Roman \u201eDas letzte Bild der Sara de Vos\u201c (Smith 2017, S. 7),\u00a0die wir vorlasen. Die TeilnehmerInnen sollten ausschlie\u00dflich mit geschlossenen Augen zuh\u00f6ren. Nach Ende der Beschreibung wurden die Studierenden gebeten, sich nicht miteinander \u00fcber den Bildinhalt auszutauschen, erhielten die Anweisung, sich am gut\u00a0ausgestatteten Materialtisch zu bedienen sowie innerhalb der folgenden 30 Minuten eine Version der Bildbeschreibung k\u00fcnstlerisch umzusetzen. In die Mitte unserer Pr\u00e4sentationswand hingen wir ein wei\u00dfes Blatt als Stellvertreter f\u00fcr das beschriebene Bild, das nur\u00a0im Buch existiert. Wir wollten am Ende der Diskussion aufl\u00f6sen, dass das Bild nicht existiert. Nachdem alle Teilnehmenden ihre Arbeiten zur Pr\u00e4sentation gebracht hatten, sollten sie die Arbeiten beschreiben in Bezug auf \u00c4hnlichkeiten, Unterschiede, Arbeitsweise, k\u00fcnstlerisches Potential, Vorgehensweise, die \u00c4ngste, Erwartungen, Erfahrungen w\u00e4hrend der Arbeit. Nach dieser ersten Auswertung leiteten wir den zweiten Teil der VMS ein, indem wir die zentrale These von Eva Sturm rund um die Pr\u00e4sentationsfl\u00e4che h\u00e4ngten und vorlasen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><i>\u201eIch vermute, das Bild, das Sie anschauen, hat sich ver\u00e4ndert. Sie haben sich selbst zugesehen, wie Sie das Bild ver\u00e4ndert haben. Sprechend-zuh\u00f6rend zum Wissen kommen. Vielleicht wollen Sie l\u00e4ngst etwas dazu tun zu meiner Rede, irgendw<\/i><i>o anders hin weisend, widersprechend, erg\u00e4nzend. Gespr\u00e4che \u00fcber Bilder sind bewegliche Gef\u00fcge, in denen das Sehen und Sprechen sich gegenseitig auf die Welt bringen.\u201c<\/i><i>\u00a0<\/i>(Sturm 2010, S. 3)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zun\u00e4chst sollte die TeilnehmerInnen das Zitat erl\u00e4utern und Bez\u00fcge zu\u00a0der Vorgehensweise unserer VMS herstellen. Wir wollten formulieren, was die Sprachlosigkeit f\u00fcr den Umgang mit Kunst bedeutet und bewirken, dass die Studierenden im Hinblick auf ihre kunstp\u00e4dagogische Arbeit auf die Bedingungen von Sprache f\u00fcr k\u00fcnstlerische Prozesse mit Sch\u00fclerInnen schlussfolgern. Weitere Impulse in dieser Diskussion sollten sein, ob Bilder st\u00e4rker sind als Sprache, ob es einfach ist \u00fcber Kunst zu sprechen und was zu beachten ist am sprachlichen Zugang zu Kunst. Weiterhin nahmen wir die Beziehung zwischen Unterschiedlichkeit der Wahrnehmung und die Beschreibung von Kunst durch Sprache nochmals in den Fokus. Dazu schickten wir eine Studentin aus dem Raum, w\u00e4hrend eine andere eines der pr\u00e4sentierten Werke beschreiben sollte. Anschlie\u00dfend holten wir die erste Studentin wieder herein und lie\u00dfen sie das Bild erneut beschreiben.\u00a0\u00a0Obwohl beide Studentinnen das gleiche Bild vor Augen hatten, war ihre Darstellungsweise vollkommen unterschiedlich. So konnten wir einen anschaulichen Bezug \u00fcber die vielf\u00e4ltige Wahrnehmung von Kunst und damit zu Sturms Zitat geben.\u00a0Am Ende der VMS sollte noch das Geheimnis um das wei\u00dfe Bild in der Mitte gel\u00f6st werden.\u00a0Wir lie\u00dfen die Studierenden Mutma\u00dfungen zum Inhalt des wei\u00dfen Blatts aufstellen, um mit dem allerletzten\u00a0Aspekt\u00a0noch auf die Mehrperspektivit\u00e4t von Kunst zu verweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Quark und Kartoffeln<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu Beginn war es wichtig, die Aufmerksamkeit der Studierenden zu erlangen und f\u00fcr eine ruhige fokussierte Stimmung zu sorgen. Nach unserer kurzen Einleitung entstand sehr schnell eine Phase konzentrierter k\u00fcnstlerischer Arbeit. Es wurde als positiv empfunden, ausreichend Zeit f\u00fcr die eigene k\u00fcnstlerische Umsetzung und eine gro\u00dfe unterschiedliche Materialauswahl zu haben. Die TeilnehmerInnen pr\u00e4sentierten letztlich eine\u00a0Vielfalt k\u00fcnstlerischer Arbeiten, was auf unsere konsequente Durchsetzung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, den Text einmal vorzulesen und danach die Arbeitszeit beginnen zu lassen. (Studierende, die sich versp\u00e4teten, bekamen den Text in einem separaten Raum noch einmal\u00a0vorgelesen.) Diese Dynamik zum Beginn der VMS ist der kurzen und unkomplizierten, aber pr\u00e4zisen Aufgabenstellung zu verdanken, die wir aufgrund der Ausdehnung der Arbeitszeit so formulierten. Eine Studentin lobte die VMS als spannend und sowohl kompatibel\u00a0f\u00fcr den universit\u00e4ren als auch schulischen Rahmen. Eine Erkenntnis aus der VMS war die Vertiefung unserer in der Kurzpr\u00e4sentation formulierten These: Es gibt nur individuelles Empfinden und Wahrnehmen von Kunst, was durch die Vielf\u00e4ltigkeit der praktischen Arbeiten best\u00e4tigt wurde. Erkenntnisse der Studierenden betraf auch, dass Kunstp\u00e4dagogik im Unterricht an Schulen oft einhergeht mit K\u00fcrzung der Kunst zu Gunsten der P\u00e4dagogik und wodurch wir als angehende LehrerInnen das in unserem Unterricht vielleicht\u00a0ausgleichen k\u00f6nnen. Weiterhin schaffte unser kleines Sprachexperiment zur Bildbeschreibung eine gute Best\u00e4tigung des Zitats von Eva Sturm, das sozusagen der Ausgangspunkt f\u00fcr den Diskussionsteil der VMS bildete und eine Diskussion dar\u00fcber, wie damit im eigenen Kunstunterricht am besten umgegangen werden kann, ausl\u00f6ste. Ergebnisse der VMS waren eine Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit zun\u00e4chst eigenem k\u00fcnstlerischen Schaffen und dann mit dem Problem, vor dem wir alle als zuk\u00fcnftige Kunstlehrende stehen\u00a0werden\u00a0 &#8211;\u00a0 den Merkmalen, die Kunst zu Kunst machen: die Schwierigkeit der Individualit\u00e4t im Hinblick auf Bewertung, Verst\u00e4ndnis und auch Grenzen. Weiterhin das Bewusstsein \u00fcber die Grenzen von Sprache beim Sprechen \u00fcber Kunst. Diese Aspekte sind es, die\u00a0unsere VMS simpel, aber gut machten, weshalb wir sie intern auch \u201eQuark-und-Katroffeln-VMS\u201c nannten. Die Schwierigkeit des Lehrenden, jedem Lernenden einen individuellen Zugang zu erm\u00f6glichen und damit verschiedene Mentalit\u00e4ten zu f\u00f6rdern, kann diese blo\u00dfe\u00a0Wissensabfrage und Reproduktion ersetzen und damit die Selbstbestimmtheit der Heranwachsenden im schulischen Kontext best\u00e4rken. Die Studierenden konnten sich durch die VMS jener Problematik stellen und sie wom\u00f6glich einmal mehr als Chance und Verantwortung begreifen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Literaturverzeichnis<\/b><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Buschk\u00fchle, Carl-Peter: Mensch \u2013 Bilder \u2013 Bildung.\u00a0Herausforderungen f\u00fcr eine Bildung\u00a0im \u00e4sthetisch-k\u00fcnstlerischen Bereich, in: Bering, Kunibert und Cornelia (Hrsg.):\u00a0Konzeptionen der Kunstdidaktik. Dokumente eines komplexen Gef\u00fcges,\u00a0Oberhausen\u00a02011, S. 219-223.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Herbold, Kathrin \/ Kirschenmann, Johannes: Bild- und Kunstvermittlung,\u00a02013, einzusehen\u00a0unter: https:\/\/www.kubionline.de\/artikel\/bild-kunstvermittlung, letzter Zugriff:\u00a024.09.2017.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8211; Maset, Pierangelo: \u00c4sthetische Operationen und kunstp\u00e4dagogische\u00a0Mentalit\u00e4ten\u00a0(Kunstp\u00e4dagogische Positionen, Bd. 10), 2005, einzusehen unter:\u00a0http:\/\/hup.sub.unihamburg.de\/volltexte\/2008\/34\/pdf\/HamburgUP_KPP10_Maset.pdf,\u00a0letzter\u00a0Zugriff: 26.09.2017.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\u00a0&#8211; Smith, Dominic: Das letzte Bild der Sara de Vos. Berlin 2017.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\u00a0&#8211; Sturm, Eva: Wie man anl\u00e4sslich von Kunst sprechend zu Wissen\u00a0kommen kann. Und was\u00a0das mit Kunstvermittlung zu tun hat, 2010, einzusehen unter:\u00a0http:\/\/www.kunstlinks.de\/material\/peez\/2010-11-sturm.pdf, letzter Zugriff:\u00a026.09.2016.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON ANNA GUSEWSKI, MARIA KRIMMLING UND ISABELL BALDERMANN Das Problem mit der Sprache\u00a0 \u201eGespr\u00e4che \u00fcber Bilder sind bewegliche Gef\u00fcge, in denen das Sehen und Sprechen sich gegenseitig auf die Welt bringen.\u201c\u00a0(Sturm 2010, S. 3) \u00dcber Kunst zu sprechen ist fruchtbringend und hinderlich zu gleich, denn zum Einen wird durch das Verbalisieren Wissen erworben, &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2017\/12\/22\/fokus-kunst\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">FOKUS KUNST<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":170,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[23,21,25,22,20,24],"class_list":["post-202","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zmaeb","tag-bildbeschreibung","tag-kunstpaedagogik","tag-malerei","tag-mehrperspektivitaet","tag-sprache","tag-vorlesen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/users\/170"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=202"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":514,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/202\/revisions\/514"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}