{"id":350,"date":"2018-05-28T11:28:12","date_gmt":"2018-05-28T09:28:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/?p=350"},"modified":"2019-11-04T13:03:30","modified_gmt":"2019-11-04T11:03:30","slug":"vermittlungssituation-zu-jorinde-voigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2018\/05\/28\/vermittlungssituation-zu-jorinde-voigt\/","title":{"rendered":"VERMITTLUNGSSITUATION ZU JORINDE VOIGT"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-350 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2018\/05\/28\/vermittlungssituation-zu-jorinde-voigt\/img_9373\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2018\/05\/IMG_9373-150x150.jpg\" 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\/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2018\/05\/28\/vermittlungssituation-zu-jorinde-voigt\/img_9388\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2018\/05\/IMG_9388-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2018\/05\/28\/vermittlungssituation-zu-jorinde-voigt\/img_9385\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2018\/05\/IMG_9385-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div 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href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2018\/05\/28\/vermittlungssituation-zu-jorinde-voigt\/img_9381\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2018\/05\/IMG_9381-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/2018\/05\/28\/vermittlungssituation-zu-jorinde-voigt\/img_9390\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/kunstdidaktik-tud\/files\/2018\/05\/IMG_9390-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>EIN BEITRAG VON KAYA KRAMER<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"_Toc509674515\"><\/a><strong>1 Individueller Zugang zur K\u00fcnstlerin<\/strong><\/p>\n<p>\u201e<em>Am Anfang ist die Erfahrung und das Ersp\u00fcren der Welt und der Dinge, die uns umgeben<\/em>.\u201c (\u00a0Kusch 2017)<\/p>\n<p>Mit diesen Worten findet Jorinde Voigt eine Beschreibung f\u00fcr ihre Herangehensweise an ein neues Projekt. Resultierend aus der Sensibilisierung f\u00fcr ihre Umwelt begibt sie sich in die Erforschung eines ihr unbekannten Sachverhaltes oder beginnt, Alltagsph\u00e4nomene und bekannte Thematiken neu zu entdecken und zu beleuchten. Als Ergebnisse ihrer akribischen Auseinandersetzungen entstehen \u201edetailliert ausgearbeitet[e] Papierarbeiten [in denen] sie ihre Erkenntnisse und Erfahrungen in ein hochkomplexes Bildsystem [integriert].\u201c (Kl\u00fcser, Wipplinger (2015), S.6.) <!--more-->Diesen Prozess, aus der intensiven Erforschung einer unbekannten Thematik einen Sachverhalt zielf\u00fchrend zu pr\u00e4sentieren, haben auch meine Arbeitsgruppe und ich bei der Planung unserer Vermittlungssituation zu Jorinde Voigt durchlaufen. \u00a0So stand zu Beginn die Auseinandersetzung mit der K\u00fcnstlerin \u2013 \u00a0Arbeitsweisen und Techniken nachzuempfinden, zentrale Werke und Thematiken zu durchleuchten sowie Intentionen und Wirkung der K\u00fcnstlerin zu begreifen. Das Ziel der Erforschung bestand im Wesentlichen darin, die zentralen Merkmale und Informationen, die die K\u00fcnstlerin und ihr Wirken ausmachen, herauszufiltern, und dann im Rahmen eines p\u00e4dagogischen Konzeptes unseren Kommilitonen_innen zu vermitteln. Trotz der intensiven Studien der K\u00fcnstlerin den Blick f\u00fcr das Wesentliche zu behalten, stellte dabei eine sehr gro\u00dfe Herausforderung dar, denn die totale Konzentration auf das Schaffen Voigts r\u00fcckte mich ungewollt in eine beeintr\u00e4chtigte, voreingenommene Position. (Vgl. Regel, Schulz 2008, S.67.) \u00a0In meiner ersten Auseinandersetzung mit Jorinde Voigt notierte ich Assoziationen wie <em>Verwendung naturwissenschaftlicher Elemente<\/em>, <em>Dynamik<\/em>, <em>Rotationsbewegungen<\/em> oder <em>strukturiertes, geplantes Arbeiten<\/em>. Tats\u00e4chlich griffen diese ersten Eindr\u00fccke zentrale Elemente der Arbeit Voigts auf, die sich stets \u201eeiner eigenen Sprache, eines Zeichencodexes, mit dem sich alles Wahrgenommene im Wesen erfassen l\u00e4sst&#8220; (Kl\u00fcser, Wipplinger 2015, S.6.), bedient. \u201eVoigts Zeichnungen sind objektive Analysen der Umwelt in Verbindung mit subjektiven Gedanken und Emotionen\u201c (Ebd., S.6.) \u2013 Versuche, die wahrgenommene Umwelt mittels festgelegter Algorithmen kartierend zu Papier zu bringen. Die urspr\u00fcnglich studierte Fotografin wandte sich schon an einem sehr fr\u00fchen Zeitpunkt der grafischen Kunst zu (Vgl. Voigt im Interview mit Damianitsch, In: Kl\u00fcser, Wipplinger 2015, S.248.), da sie sich innerhalb der Kameraperspektive eingeschr\u00e4nkt f\u00fchlte. Jorinde Voigt sieht ihre Arbeiten \u201eweniger als Zeichnungen, sondern eher als Denkmodelle oder Versuchsanleitungen\u201c (Ebd, S.250.), die verschiedenen Ebenen von Alltagsph\u00e4nomenen und deren Wahrnehmungen in der sie umgebenden Welt darzustellen. Was mit spontanen Skizzen mittels Kugelschreiber auf einem Skizzenblock begann, wandelte sich im Laufe der Zeit zu gro\u00dfformatigen Bilderreihen, die in monatelanger Recherche und Feinarbeit, h\u00e4ufig in Verwendung von Schablonen, entstehen. Auff\u00e4llig fand ich auch die Weiterentwicklung im Portfolio der K\u00fcnstlerin. Nutzte sie in fr\u00fche Phasen \u201eklassische Mittel der Zeichnung wie Bleistift, Graphit, [oder] Tusche\u201c (Kusch (2017)) , kamen zunehmend farbige Elemente durch Pastellkreiden und Collageelemente\u00a0 hinzu, bevor sie in aktuelleren Arbeiten begann, mit Blattgold und anderen Metallen zu arbeiten (beispielsweise in der Werkreihe <em>Goethe-Faust-Prolog im Himmel<\/em> (2013). Eines der f\u00fcr mich ausschlaggebendsten Projekte ihres Stiles ist die Bilderreihe <em>Ludwig van Beethoven Sonaten 1-32, <\/em>in der sie die einzelnen Sonaten in ihre eigene Sprache, in ein \u201e Vokabular aus Linien, Diagrammen, Zeichen und handschriftlichen Notizen\u201c (Kusch, 2017) \u00fcbersetzt, indem sie die Musik mit jedem einzelnen Takt, jeder Pause, jedem Rhythmuswechsel, aber auch ihren versp\u00fcrten Emotionen, in einem grafischen Code verschl\u00fcsselt.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0Die Komplexit\u00e4t ihrer Arbeiten spiegelt sich auch in der Vielfalt der von ihr gew\u00e4hlten Themen wieder, so analysiert sie neben Musik beispielsweise auch Literatur und physikalische Ph\u00e4nomene, kartiert Orte und geografische Begebenheiten oder erlaubt neue Ansichten auf biologische oder k\u00fcnstlerische Objekte.<\/p>\n<p>\u201e<em>Sie ist Tagebuchschreiberin, Sammlerin von Informationen, Kartografin, Meteorologin, Mathematikerin, Physikerin, M\u00e4rchenerz\u00e4hlerin, aufmerksame Leserin und klassische Musikerin, die, w\u00e4hrend sie zeichnet, sowohl auf die Minute als auch auf das Unendliche eingestimmt ist, auf die Tatsache, dass sie die einsame Bewohnerin eines Planeten ist, der zwischen lang vergessenem Ursprung und unbekannter Zukunft dahintreibt<\/em>.\u201c (Yau 2012, S.15)<\/p>\n<p>Diese Worte des Kunstkritikers John Yau fassen meine Eindr\u00fccke nach der Recherche zu Jorinde Voigt \u00fcberaus treffend zusammen, war ich von ihren minuti\u00f6sen, tiefsinnigen und hochkomplexen Arbeiten \u00fcberw\u00e4ltigt. Doch wurde mir auch bewusst, dass eine umfassende Vermittlung des Schaffens und Wirkens der K\u00fcnstlerin im Angesicht des zeitlichen Rahmens von drei\u00dfig Minuten mehr als illusorisch erschien. W\u00e4re es nicht aber ein Ziel, die Studenten_innen\u00a0 diese Komplexit\u00e4t und Vielf\u00e4ltigkeit, die das Arbeiten Voigts ausmachen, erfahren zu lassen und dadurch zu einer individuellen Auseinandersetzung zu motivieren?<\/p>\n<p><strong>2. Fachdidaktische Begr\u00fcndung der Vermittlungssituation\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>Um in der vorgegebenen Zeit ein m\u00f6glichst einpr\u00e4gsames Erfahren der K\u00fcnstlerin f\u00fcr unsere Kommilitonen_innen zu garantieren, planten wir eine Vermittlung, die aus der Produktion eines eigenen Werkes heraus resultieren sollte. \u201eZiel dieser Konzeption [war] eine von den eigenen k\u00fcnstlerisch-\u00e4sthetischen Selbsterfahrungen ausgehende `existenzielle Selbst-Bildung\u00b4 des kunstp\u00e4dagogischen Subjektes\u201c (Bering 2013, S.100), in diesem Fall der K\u00fcnstlerin Jorinde Voigt. Resultierend aus den gestalterischen Ergebnissen und den Erfahrungen des Arbeitsprozesses planten wir dann, eine Br\u00fccke zu ausgew\u00e4hlten Arbeiten der K\u00fcnstlerin zu bauen und diese abschlie\u00dfend im biografischen Kontext zu beleuchten.\u00a0\u00a0Da der Fokus, auch im zeitlichen Kontext gesehen, deutlich auf der praktischen Arbeit und der Auswertung der entstandenen Ergebnisse lag, legten wir in der Vorbereitung gro\u00dfen Wert darauf, w\u00e4hrend der Vermittlung stets eine gewisse N\u00e4he zur K\u00fcnstlerin zu bewahren. Wir nutzten die M\u00f6glichkeit mit \u201ethematischen Formulierungen der Aufgaben und eingef\u00fcgten [&#8230;] Impulsen [&#8230;], Inhaltlichkeit und Ablauf des gestalterischen Handels der [Studenten_innen] zu beeinflussen\u201c (Ebd., S.142; Einf\u00fcgung d. Verf.), indem wir sie in sorgsam ausformulierten Fragestellungen dazu aufforderten, ihre Wahrnehmungen mittels eines spontan entwickelten Codes zu Papier zu bringen. Zudem schr\u00e4nkten wir sie durch die vorgeschriebene Verwendung von Schablonen ein, mit der wir zugleich eine weitere Parallele zu Jorinde Voigts Arbeitsweise schafften.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst hatten wir die Idee, vier verschiedene Gruppen zu unterschiedlichen Themen die o.g. Entwicklungsphasen Voigts nachempfinden zu lassen, doch w\u00e4re die Auswertung der Arbeiten zu vier Beispielwerken im vorgegebenen Zeitrahmen nicht tiefgr\u00fcndig genug realisierbar gewesen. So einigten wir uns nach der Konsultation darauf nur mit zwei Gruppen zu arbeiten, die sich jeweils mit unterschiedlichen Aufgaben besch\u00e4ftigen sollten. Diese orientierten wir an Werken der K\u00fcnstlerin, indem wir \u00e4hnliche Ausgangsbedingungen schafften. Wir w\u00e4hlten dazu zwei sehr verschiedene Arbeiten, <em>Beethovens 4.Sonate <\/em>und eine Grafik aus<em> Superdestination Venice, <\/em>die wir w\u00e4hrend der individuellen Recherche als sehr aussagekr\u00e4ftig empfunden hatten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><\/a><\/p>\n<p>Wie auch Voigt in Superdestination Venice, sollte eine Gruppe von Studenten_innen im Freien arbeiten, um dort visuelle und akustische Begebenheiten der Umgebung zu erkunden und mithilfe von \u00d6lkreiden und den vorgefertigten Schablonen auf Papier zu bringen. W\u00e4hrenddessen w\u00fcrde die andere Gruppe die 4.Sonate Beethovens h\u00f6ren, und versuchen, mit schwarzen Finelinern sowie Kurvenschablonen einen spontanen Code f\u00fcr die Melodien der Musik zu entwickeln. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Dabei war es uns keineswegs wichtig, dass die Studenten_innen \u201eWerkkopien anfertig[ten], sondern dass sie eigene \u00e4sthetische Pr\u00e4ferenzen und subjektive Zug\u00e4nge zu den Kunstwerken\u201c (Peez 2005, S.121)\u00a0\u00a0finden w\u00fcrden. Der Kunstp\u00e4dagoge Georg Peez \u201egeht davon aus, dass [&#8230;] \u00e4sthetische Erfahrungen [&#8230;] grundlegend f\u00fcr [k\u00fcnstlerische] Bildungsprozesse sind.\u201c (Ebd., S.22; Einf\u00fcgung d. Verf.) Dabei definiert er, dass \u201eerst wenn wir uns einer sinnlichen Wahrnehmung bewusst werden, wenn wir ihr gewahr werden, wenn wir die Wahrnehmung mit anderen Wahrnehmungen und Empfindungen in Beziehung setzen und auslegen,[&#8230;] wir uns [&#8230;] \u00e4sthetisch [verhalten].\u201c (Peez 2005, S.22.) In Bezug auf unsere Vermittlung hofften wir, unseren Kommilitonen_innen mittels der Sensibilisierung f\u00fcr ihre Umwelt und der praktischen Arbeit \u00e4sthetische Erfahrungen zu erm\u00f6glichen, die sie im Nachhinein in Verbindung mit der K\u00fcnstlerin setzen k\u00f6nnten.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Praxisphase stellten wir lediglich ein Zitat der K\u00fcnstlerin zuvor, so dass die Kommilitonen_innen m\u00f6glichst unvoreingenommen in die praktische Arbeit gehen konnten. Geleitet durch die Aufgabenstellung sollten sie sich ausprobieren und experimentieren, wobei wir planten, sie in diesem Prozess hilfestellend, jedoch ohne Beeinflussung in ihrer Arbeit, zu begleiten. Ganz unbewusst sollten dabei charakteristische Merkmale der Arbeitsweise Voigts verinnerlicht werden, beispielsweise die Arbeit mit Schablonen, \u00e4hnlichen Materialien oder die Entwicklung eines individuellen Codexes. Die Parallelen ihrer Produkte zu jenen der K\u00fcnstlerin w\u00fcrden wir erst in der anschlie\u00dfenden Auswertung aufdecken. Dieser lie\u00dfen wir zeitlich und im Sinne der Bedeutung den gr\u00f6\u00dften Anteil in der Vermittlungssituation zukommen, denn aktuelle kunstp\u00e4dagogische Positionen sind sich im Wesentlichen \u00fcber die zentrale Bedeutung der Reflexion von Gestaltungsprozessen einig. \u201eSolche Produktions- oder Rezeptionsprozesse mit den [Studenten_innen] zu inszenieren, zu beobachten, zu reflektieren, ist von viel gr\u00f6\u00dferer Bedeutung f\u00fcr \u00e4sthetische Bildung als das fertige Produkt [selbst]\u201c (Bering 2013, S.121; Einf\u00fcgung d. Verf.) , best\u00e4tigt beispielsweise der Kunstp\u00e4dagoge Bering.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0So war beabsichtigt, sich nach der Zusammenf\u00fchrung der Gruppen zun\u00e4chst auf die entstandenen Arbeiten zu konzentrieren, indem die Studenten_innen \u00a0ihre gestalterischen Entscheidungen, Emotionen und Wahrnehmungen w\u00e4hrend des Gestaltungsprozesses im Gespr\u00e4ch reflektieren sollten. Erst im Anschluss w\u00fcrden die urspr\u00fcnglichen Werke durch gezielte Vergleiche und Interpretationsans\u00e4tze Zusammenh\u00e4nge zwischen dem individuellen Zugang und dem Wirken der K\u00fcnstlerin erkennen lassen. Diese Erkenntnisse durch den biografischen Kontext zu erg\u00e4nzen, sollte dann den Abschluss der Vermittlung bilden.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Dabei hatten wir vor allem die Intention, die Komplexit\u00e4t und Feinarbeit Jorinde Voigts, die wissenschaftliche und vielf\u00e4ltige Themenbeleuchtung sowie charakteristische Gestaltungselemente noch einmal gesondert hervorzuheben.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0 Zusammenfassend zielte das erarbeitete Konzept darauf ab, die Arbeit der K\u00fcnstlerin auf zwei Ebenen erfassbar zu machen: \u201eproduktiv, in dem [man] etwas schafft, ein Werk hervorbringt, und rezeptiv, in dem [man] das k\u00fcnstlerische Werk aufnimmt, als solches wahrnimmt, sich damit auseinandersetzt [und] es schlie\u00dflich [&#8230;] zu seinem geistigen Besitz macht.\u201c (Regel, Schulz 2008, S. 403.)<\/p>\n<p><strong>3. Beschreibung der durchgef\u00fchrten Vermittlungssituation\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 In der Praxisphase wurden ganz verschiedene Ans\u00e4tze zur L\u00f6sung der Aufgabenstellung gefunden. W\u00e4hrend einige Studenten_innen unmittelbar zu zeichnen begannen, konzentrierten sich andere zun\u00e4chst intensiv auf die Musik. Dementsprechend unterschieden sich die entstehenden Grafiken sehr stark. Arbeiteten einige sehr stark an der Betonung der Linie, fokussierten sich andere auf die Formen, die zwischen den mit den Schablonen gezeichneten Linien entstanden. Diesen Ansatz, die Musik fl\u00e4chig zu interpretieren, hielt ich f\u00fcr eine interessante Entwicklung, die ich so nicht erwartet hatte. \u00a0Andere Kommilitonen_innen entwickelten lineare Wiederholungen, indem sie die Schablonen immer wieder verschoben oder drehten. Ich war sehr \u00fcberrascht, wie durch die vorgenommenen Einschr\u00e4nkungen grafische Elemente entstanden, die diesen in Voigts Arbeiten sehr \u00e4hnelten. Die Gruppe gemeinsam auf dem Boden arbeiten zu lassen, hatte den Vorteil, in einer sehr entspannten, ungezwungenen Atmosph\u00e4re zu arbeiten. So nahm ich die Praxisphase insgesamt in einem sehr produktiven Arbeitsklima wahr.<\/p>\n<p>Da ich mit fortschreitender Zeit beobachtete, wie immer h\u00e4ufiger Elemente mit der freien Hand hinzugef\u00fcgt wurden, erkundigte ich mich, ob die Schablonen die Arbeit zu sehr einschr\u00e4nkten. \u00dcberwiegend \u00e4u\u00dferte sich jedoch eher das Gegenteil, dienten die Schablonen mehr als Hilfe, einen Ansatz f\u00fcr die anspruchsvolle Aufgabe zu finden. Auch wurde erw\u00e4hnt, dass die runden, kurvigen Schablonen dem Lauf der Musik nur teilweise entspr\u00e4chen, weshalb es einer Erg\u00e4nzung eckiger Linien mit freier Hand bed\u00fcrfe.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wir unterbrachen die 15-min\u00fctige Arbeitsphase, indem wir die entstandenen Arbeiten beider Arbeitsgruppen in unserer Mitte pr\u00e4sentierten und mittels einer Blitzrunde Impulse der Praxisphase zusammentrugen. Die erw\u00e4hnten Begriffe reichten dabei von wahrgenommenen Objekten (z.B. <em>Regenrohr<\/em>, <em>Melodie<\/em> oder <em>Rot<\/em>) bis hin zu Emotionen und Gef\u00fchlen (z.B. <em>sch\u00f6n<\/em>, <em>\u00dcberforderung<\/em>, <em>Meditation<\/em>). Die vielseitigen Impulse erleichterten den Einstieg in die Auswertung ungemein, da sie einen zusammenfassenden Austausch zwischen den Gruppen bildeten. Nachdem wir die Aufgabenstellungen der jeweils anderen Gruppe zusammengefasst hatten, gingen wir mit gezieltem Fragen auf gestalterische Entscheidungen und Wahrnehmungen des Arbeitsprozesses ein. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Eine wesentliche Erkenntnis, die ich den Aussagen meiner Kommilitonen entnehmen konnte, war die deutliche \u00dcberforderung durch die Aufgabenstellung. Beide Gruppen brachten zum Ausdruck, dass die Entwicklung eines spontanen Codexes zu einer starken Reiz\u00fcberflutung f\u00fchrte. Einige entschieden sich deshalb, sich nur in der Gestaltung mit den Schablonen auszuprobieren, dabei ihre Wahrnehmungen aber eher zu vernachl\u00e4ssigen. Verglichen zu den Aussagen der von mir beobachteten Gruppe sah der Gro\u00dfteil der anderen die Arbeit mit den Schablonen als eine starke Eingrenzung. Die Begr\u00fcndung war jene, dass die vorgegebenen Formen nur bedingt mit der Umgebung zu identifizieren gewesen w\u00e4ren. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0Obwohl sich die Arbeiten zu <em>Superdestination Venice<\/em> ebenfalls sehr stark voneinander unterschieden, stellte ich auch dort fast durchg\u00e4ngig eine starke Arbeit mit Fl\u00e4chen fest. Durch die Schraffierung der vorgegebenen Schablonenformen wirkten die Bilder eher durch ihre Farbigkeit, was sie deutlich von den Bildern zu <em>Beethovens 4.Sonate<\/em> unterschied. \u00dcberrascht war ich von jenen Komilitonen_innen, die die Wahrnehmungen vor dem Geb\u00e4ude seriell in zwei bis drei Bildern verarbeitet haben, da niemand in der Gruppe der Musik diesen Ansatz gew\u00e4hlt hatte.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0Mit dem Vergleich zu den urspr\u00fcnglichen Werken und deren Entstehungsprozessen begannen die Studenten_innen von selbst \u201eZusammenh\u00e4nge und Beziehungen zwischen den Teilen und zwischen Teil und Ganzem\u201c (Regel, Schulz 2008, S.406) herzustellen. Intuitiv arbeiteten sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der gestalterischen Merkmale heraus und differenzierten ihre Werke von Jorinde Voigts hinsichtlich des Zeit-, Gr\u00f6\u00dfen- und Spontanit\u00e4tsaspektes. Obwohl dabei h\u00f6chst interessante und fruchtbare Standpunkte zu den Arbeiten ge\u00e4u\u00dfert wurden, f\u00fchlte ich mich angesichts der fortgeschrittenen Zeit dazu gezwungen, die Diskussion zu unterbrechen.\u00a0 Die Auswertung hatten wir in unserer zeitlichen Planung deutlich untersch\u00e4tzt, so dass die Biografie und die Vorstellung weiterer Werke unter deutlichem Zeitdruck standen. Gerade in der Endphase, in der wir die Informationen \u00fcberwiegend frontal vermittelten, registrierte ich, dass die Konzentration bei vielen Kommilitonen_innen nachlie\u00df, was ich pers\u00f6nlich als eine unangenehme Erkenntnis wahrnahm. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Indem wir am Ende den Rahmen unserer Vermittlungssituation durch Bezug auf unser Ausgangszitat schlossen, beendete ich die Vermittlung dennoch mit einem insgesamt positiven Gef\u00fchl. Nicht nur waren sehr vielversprechende Arbeiten in der Praxis entstanden, auch konnten in der Auswertung klare Bez\u00fcge zur K\u00fcnstlerin erkannt und selbstst\u00e4ndig Interpretationen entwickelt werden.<\/p>\n<p><strong>\/\/ Quellenverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>Bering, Kunibert (Hrsg.): Kunstdidaktik. 3., \u00fcberarbeitete und erweiterte Auflage. Oberhausen: Athena-Verlag 2013.<\/p>\n<p>Bering, Cornelia; Bering, Kunibert (Hrsg.): Konzeptionen der Kunstdidaktik. Dokumente eines komplexen Gef\u00fcges. 3., \u00fcberarbeitete und erweiterte Auflage. Oberhausen: Athena-Verlag 2011.<\/p>\n<p>Kathke, Petra: Sinn und Eigensinn des Materials. Projekte. Anregungen. Material. Berlin: Beltz Verlag 2001.<\/p>\n<p>Kl\u00fcser, Julia; Wipplinger, Hans-Peter (Hrsg.): NOW. Jorinde Voigt. K\u00f6ln: Verlag der Buchhandlung Walther K\u00f6nig 2015.<\/p>\n<p>Kusch, G\u00fcnter (2017): Jorinde Voigt mit 70 neuen Zeichnungen. Formen aus Gef\u00fchl und Gesp\u00fcr. (28.02.2017). URL: https:\/\/www.onetz.de\/nuernberg\/kultur\/jorinde-voigt-mit-70-neuen-zeichnungen-formen-aus-gefuehl-und-gespuer-d1733841.html &#8211; Download vom: 13.03.2018.<\/p>\n<p>Peez, Georg: Einf\u00fchrung in die Kunstp\u00e4dagogik. s., \u00fcberarbeitete und aktualisierte Auflage. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH 2005.<\/p>\n<p>Regel, G\u00fcnther; Schulz, Frank (Hrsg.): Das K\u00fcnstlerische vermitteln&#8230; . Aufs\u00e4tze, Vortr\u00e4ge, Statements und Gespr\u00e4che zur Kunst, Kunstlehre und Kunstp\u00e4dagogik. M\u00fcnchen: kopaed 2008.<\/p>\n<p>Yau, John: Jorinde Voigt: Piece for words and views. Ostfildern: Hatje Cantz Verlag 2012.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; EIN BEITRAG VON KAYA KRAMER 1 Individueller Zugang zur K\u00fcnstlerin \u201eAm Anfang ist die Erfahrung und das Ersp\u00fcren der Welt und der Dinge, die uns umgeben.\u201c (\u00a0Kusch 2017) Mit diesen Worten findet Jorinde Voigt eine Beschreibung f\u00fcr ihre Herangehensweise an ein neues Projekt. 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