{"id":469,"date":"2018-03-22T15:23:42","date_gmt":"2018-03-22T13:23:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/?p=469"},"modified":"2018-05-26T10:55:50","modified_gmt":"2018-05-26T08:55:50","slug":"learning-space-rating-system","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/2018\/03\/22\/learning-space-rating-system\/","title":{"rendered":"Learning Space Rating System"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/files\/2018\/03\/IMG_0529_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-471\" src=\"http:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/files\/2018\/03\/IMG_0529_-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/files\/2018\/03\/IMG_0529_-300x224.jpg 300w, https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/files\/2018\/03\/IMG_0529_-768x573.jpg 768w, https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/files\/2018\/03\/IMG_0529_-1024x765.jpg 1024w, https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/files\/2018\/03\/IMG_0529_.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wie kann man eigentlich die Qualit\u00e4t von Lehr- und Lernr\u00e4umen bewerten? Die Frage scheint nur auf den ersten Blick einfach zu beantworten sein. Pragmatiker w\u00fcrden wahrscheinlich sagen, dass ein Lehrraum dann von besonderer G\u00fcte ist, wenn am Ende des Semesters m\u00f6glichst viele Lehrende gute Zensuren erzielen. Mit G\u00fcte meine wir im Projekt <em>Lehrraum_digital<\/em> im Grunde das, was Horst Rittel als &#8222;die Eignung eines Gegenstandes f\u00fcr einen bestimmten Zweck&#8220; (Rittel, 2013, S. 87) beschrieben hat. Eine gro\u00dfe Herausforderung bei der Beurteilung der G\u00fcte von Lehr- und Lernr\u00e4umen kommt, das wird kaum \u00fcberraschen, dem Ma\u00dfstab zu, den man an die eigenen Lehrr\u00e4ume anlegt. Dar\u00fcber hinaus ist es nat\u00fcrlich so, dass jeder Mensch Raum und damit auch Lehr- und Lernr\u00e4ume ganz unterschiedlich wahrnimmt, dass jeder einzelne Raum-Benutzer mit ganz eigenen Vorstellungen \u00fcber den Lernraum daher kommt und dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens ganz unterschiedliche Umgangsweisen mit Lehr- und Lernr\u00e4umen entwickelt. Eine ma\u00dfgeschneiderte \u00dcberpr\u00fcfung w\u00e4re in diesem Zusammenhang eine ziemlich aufwendige Sache.<\/p>\n<p>Es kann allerdings bereits auf einiges Expertenwissen zur\u00fcckgegriffen werden, zur Frage, wie ein Raum entsprechend seiner Einrichtung bewertet werden k\u00f6nnte. Beispielsweise mittels des Rating-Systems des US-amerikanischen <a href=\"https:\/\/www.educause.edu\/\">Bildungs-Netzwerks EDUCAUSE<\/a>. Das ist eine Organisation, in der sich einige amerikanische Universit\u00e4ten zusammengetan haben, um ihre IT- und Medienstrategien gemeinschaftlich voranzubringen. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist das <a href=\"https:\/\/www.educause.edu\/eli\/initiatives\/learning-space-rating-system\"><em>Learning Space Rating System<\/em><\/a>, das auch im Umgebungskonzept des Projekt <em>Lehrraum_digital<\/em> Anwendung findet.<\/p>\n<p>Beim Learning Space Rating System (LSRS) geht es darum, mit messbaren Kriterien bewerten zu k\u00f6nnen, wie gut ein Klassenraum-Design aktives Lernen erm\u00f6glicht und f\u00f6rdert. Dazu schl\u00e4gt das LSRS ein Bewertungs-System vor, das sich durch den Erfolg verschiedener Architektur-Programme nachhaltigen Bauens leiten l\u00e4sst. Das LSRS etabliert dazu ein grundlegendes Bewertungssystem, dass es erm\u00f6glichen soll, die eigenen Lehr- und Lernr\u00e4ume mit Best-Practise-Beispielen des Hochschulbereichs vergleichen zu k\u00f6nnen. Werthaftigkeit und Relevanz zieht das Rating-System aus einer aktiven Benutzer- und Anwendungsgruppe, die die erste Version des Bewertungsverfahrens \u00fcber ein Jahr lang erprobt, getestet, diskutiert und reflektiert hat und nun auf dieser Grundlage der gesammelten Erfahrungen weitere Empfehlungen formuliert. Dies geschieht unter dem Eindruck zunehmender \u00dcberpr\u00fcfung von Pr\u00e4senzlehre unter dem Eindruck steigender Kosten und alternativer Lernm\u00f6glichkeiten au\u00dferhalb des traditionellen Campus. Hinzu kommt der Einfluss neuartiger Kursmodelle, die die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnen das Design von Lernr\u00e4umen zu \u00fcberdenken. In diesem Umfeld sei es von vorrangiger Bedeutung, sich des Werts des Campus&#8216; zu besinnen. Vor allem diejenigen physischen Orte seien interessant, an denen Lehrer das Lernen erm\u00f6glichen und dabei die Anspruchsberechtigten des Campus auch r\u00e4umlich in Planung und Gestaltung des Unterrichts einbeziehen. Das LSRS erm\u00f6glicht die Bewertung diejenigen formalen Lernorte in standardisierter Weise, die planm\u00e4\u00dfig f\u00fcr Pr\u00e4senzlernen genutzt werden. Die R\u00e4ume werden dabei nach einem Creditpoint-Verfahren bewertet, das sein Augenmerk neben dem Design des individuellen Raums ganz besonders auf die Erfolgsfaktoren des Lernens am Lernort legt: Planung, Unterst\u00fctzung, Evaluation und strategische Ausrichtung der Lernumgebung. Es geht darum, die F\u00e4higkeit der Lernr\u00e4ume hinsichtlich breit angelegter Lernpraktiken zu untersuchen und die gro\u00dfe Spannweite unterschiedlicher Lehr- und Lernans\u00e4tze zu beschreiben. Es gehe auf jeden Fall <u>nicht<\/u> darum, spezifische Lernverfahren vorzuschreiben. Planung, Gestaltung und Unterst\u00fctzung von Lernr\u00e4umen sei eine kollaborative und gemeinschaftliche Unternehmung zwischen Lehrenden, Lernenden, Administratoren, Technikern, Hausmeistern und Planern. Eine nachhaltige Lernumgebung als ganzheitlich gedachtes \u00d6kosystem k\u00f6nne nur durch einen instituts\u00fcbergreifenden Ansatz gelingen, der Lehrende und Lernende zur produktiven Zusammenarbeit einl\u00e4dt. Das Learning Space Rating System hilft zum einen dabei, besser bewerten zu k\u00f6nnen, in wie weit eine Hochschule in der Lage ist Lehrr\u00e4ume anzubieten, die sich mit den besten Beispielen messen lassen k\u00f6nnen. Und zum anderen werden ganz konkrete Lehrr\u00e4ume auf deren spezifische Lehrangebote hin gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Im Projekt <em>Lehrraum_digital<\/em> wird diese Art Benchmarking erwartungsgem\u00e4\u00df etwas kontrovers betrachtet und beispielsweise kritisiert, dass die Bewertungskriterien etwas stark an der verf\u00fcgbaren Technik ausgerichtet sind. Das verwundert nicht unbedingt, ist EDUCAUSE doch eben eine Vernetzungs-Organisation, in der sich vor allem CIOs verschiedener Mitgliedseinrichtungen tummeln. Eine Ausgangsbasis ist das Bewertungssystem aber schon, weil es einen Hinweis darauf zu geben in der Lage ist, wie am Ende eines Lehrraum-Design-Prozesses die die eigene Planung bewertet werden wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Referenz:<\/p>\n<p>Rittel, Horst (2013): Thinking Design &#8211; Transdisziplin\u00e4re Konzepte f\u00fcr Planer und Entwerfer. Basel: Birkh\u00e4user<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Planung vom Ende her denken, das hei\u00dft immer auch die Bewertung der eigenen Planung im Auge behalten. Lehr- und Lernraumgestaltung ist in diesem Zusammenhang eine Design-Aufgabe wie jede andere. Planungsprofis sprechen in diesem Zusammenhang gelegentlich auch von der G\u00fcte eines Geb\u00e4udes. Das Bildungs-Netzwerk EDUCAUSE hat in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, mittels eines standardisierten Bewertungsschemas die Qualit\u00e4t von Lehr- und Lernr\u00e4umen zu \u00fcberpr\u00fcfen: Das Learning Space Rating System.<\/p>\n","protected":false},"author":171,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[52,50,51,53,54],"class_list":["post-469","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-bewerten","tag-guete","tag-messen","tag-qualitaet","tag-skala"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/469","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/users\/171"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=469"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/469\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":541,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/469\/revisions\/541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tu-dresden.de\/lehrraum-digital\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}