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Learner Communities of Practice

Google plus (Google+) – ein Review

Seit etwa einem Monat hat Google nun sein Social Network Google+ in den Testbetrieb genommen. Im Web ist dazu schon einiges geschrieben und geblogt worden,  so dass an dieser Stelle ein kurzer Review und Überlegungen zum Potential von Google+ zur Unterstützung informellen Lernens erfolgen sollen.

Dass Social Networks informelles Lernen und vor allem den Aufbau von Communities of Practice unterstützen ist kein Geheimnis. Die Einrichtung von Gruppen bei bei StudiVZ oder Facebook kann die Zusammenarbeit in Referats- und Lerngruppen erleichtern. Studiengangsspezifische Informationen können in Gruppen einzelner Studiengänge ausgetauscht werden.

Was bietet Google+ nun mehr? – dazu folgender Film What is Google+ and do I need it? – der in Kürze und auf amüsante Art und Weise den Unterschied zwischen Facebook und Google+ erklärt.

Die Idee der Circles erscheint zunächst tatsächlich von Vorteil auch im Hochschulkontext: Studierende können in einem Netzwerk auf Kontakte aus dem privaten Bereich, dem Studium (von Komillitonen bis zu Dozenten) usw. zugreifen, Informationen aber kontextspezifisch verteilen. Dabei können einige Kontakte in mehreren Circles vorhanden sein, etwa die Komillitonen aus der Referatsgruppe mit denen man sich auch in seiner Freizeit trifft. Der Vorteil gegenüber Facebook ist dabei, eine bessere Kontrolle darüber, wer welche Kommentare, Posts, Fotos, Videos usw. zu sehen und zu lesen bekommt.

Die Gefahr in der Circle-Struktur besteht nun darin, Circles zu eng zu fassen und unbewusst Kontakte von Informationen auszuschließen, die vielleicht auch für diese interessant sein könnten. Bei aller Euphorie (siehe Blogposts von Jeremy Littau und The Innovative Educator) warnt etwa Audrey Waters vor dem möglichen entstehen neuer „Online Ivory Towers“. Auch Stephen Downes (How to fix Google+ and Circles) sieht das Problem, allerdings aus einer anderen Perspektive: „In other words, there’s no way for me to present different facets of myself to the wider world, and no way for the wider world to select from those facets“.

Um die Potentiale von Google+also wirklich nutzen zu können sind Medienkompetenzen notwendig  (Beat Döbeli Bedeutung von Google+ für die Bildung). Dazu gehört auch zu verstehen was SOCIAL Software eigentlich heißt und welche Vorteile ihr offener Charakter zur Unterstützung informellen Lernens hat, denn das ist überhaupt die Voraussetzung um die Potentiale von Social Software – egal ob Google+ oder anderer – ausschöpfen zu können.

Ob Google+ tatsächlich Facebook als Social Network ablöst, wird sich herausstellen. Die Frage inwieweit die Nutzung einer einzigen Social Network-Plattform unter dem Google-Dach sinnvoll ist, wird wohl in der nächsten Zeit noch ausgiebig diskutiert werden. Die Vielfalt an  Social Software-Anwendungen von unterschiedlichen Anbietern ermöglicht jedenfalls eine Auswahl der passenden Anwendung durch den Nutzer – und nicht umgekehrt, die Anpassung des Nutzungsverhaltens an die vorhandene Technologie. Oder um es kurz mit Stephen Downes zu sagen: „I’m distributed and I like being distributed“.

PS: Mögliche Szenarien zum Einsatz von Google + zur Unterstützung formellen und informellen Lernens werden hier bei Google-Docs zusammengetragen.

Autor: lcpherbst | 8. August 2011 | 8:08 Uhr

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