// VERMITTLUNGSSITATION ZU EVA UND FRANCO MATTES

EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON KARL LAURINAT U. A.

TEXT: KARL LAURINAT


1. ) Annäherung an das Künstlerpaar Mattes

Bei dem Versuch, sich dem Künstlerpaar Mattes zu nähern, begegnet man nicht zwei Akteur*innen. Man trifft auf eine Vielzahl von Identitäten und Pseudonymen: Darko Maver, Luther Blissett, 0100101110101101.org und Zoe, nicht zuletzt auf Eva und Franco. Ebenso unüberschaubar verhält es sich mit ihren Arbeitstechniken, zu welchen neben Net-Art und Performances auch Skulpturen und Drucke gehören. Künstler_innen oder Provokateur_innen, Aktionist_innen oder Hacker_innen? Vermutlich ein bisschen von allem.

Die Verortung der künstlerischen Position fällt im ersten Moment schwer, wozu das Fehlen von Stellungnahmen und Interviews beiträgt. Auch geografisch gesehen: Trotz eines festen Wohnsitzes in Brooklyn (New York), pflegen sie starke Beziehungen zur Künstler_innenszene in Europa. Auf ihrer Internetseite 0100101110101101.org, die das Produkt einer früheren Arbeit darstellt, wird das Biografische lediglich in dem Satz „Eva and Franco Mattes (b. 1976, Italy) are an artist duo based in New York.“ (Mattes, E./Mattes, F.: 0100101110101101.org. ABOUT) abgehandelt. Weiterlesen

// VERMITTLUNGSSITUATION ZU ANNE IMHOF

TEXT: MARTHA TILLE


1.) Individueller Zugang zum Werk von Anne Imhof

Meine erste Konfrontation mit Anne Imhofs Werk erlebte ich durch Videoausschnitte der Performance „Angst II“, aufgeführt im Hamburger Bahnhof in Berlin im September 2016. Sofort fühlte ich mich eingesogen und vereinnahmt von der Welt, die Anne Imhof hier erschafft. Ich war fasziniert von der Vielschichtigkeit des Werkes, von den sehr eindrücklichen Bild- und Soundebenen, von den starken Emotionen, die in mir aufstiegen. Ambivalente Gefühle zwischen Angst und Faszination, Erstarrung und Irritation, Anziehung und Abstoßung kamen auf. Doch bald begann das Gefühl, Zuschauerin einer  fremden Welt zu sein, zu kippen. Ich sah die düstere Überzeichnung unserer eigenen Welt, die mich tief verstörte und abstieß, aber gleichermaßen auch in ihren Bann zog. In Imhofs Werk eröffnete sich mir eine neue Art der Körperarbeit, die ich bisher nur in zeitgenössischem Tanz, insbesondere durch Werke von William Forsythe, kennen gelernt hatte. Eliza Douglas formuliert in einem Interview zu Anne Imhofs Performance Forever Rage aus dem Jahr 2015 meiner Meinung nach sehr treffend die Wirkung ihrer Performances:

 Es scheint, als seien viele Leute von den Performances gefesselt, ohne genau erklären zu können warum. Es ist eine krasse Erfahrung, wenn wir das, was mit uns passiert, nicht in Worte fassen können. […] Das geht mit dem Versuch einher, etwas zu artikulieren, das sich per se dieser Artikulation entzieht; es ist also immer auch ein Versuch, die Grenzen der Sprache auszutesten. (Aigner, Douglas 2017, S. 48) Weiterlesen

// ACT. MOVE. PERFORM. Performance und Performativität in Kunst, Bildung und Forschung

Symposium und Fachtagung für Nachwuchswissenschaftlertagung des Fachbereichs Kunstpädagogik an der TU Dresden

TEXT: CHRISTIN LÜBKE


Vom 30.9. – 5.10. 2017 fand in Dresden und in der Fortbildungsstätte Schloss Siebeneichen bei Meißen das Symposium Act. Move. Perform. Performance und Performativität in Kunst, Bildung und Forschung statt. Die umfangreiche Veranstaltungswoche wurde von einem Team organisiert, das aus Prof. Dr. Marie-Luise Lange, Christin Lübke (beide Kunstpädagogik TU Dresden) und dem Künstler BBBJohannes Deimling (Direktor von PAS) sowie vielen studentischen Helferinnen bestand. Das Sächsische Bildungsinstitut finanzierte die Veranstaltung als Fortbildung für KunstlehrerInnen, Theater- und MuseumspädagogInnen. Das Symposium stand unter Schirmherrschaft des sächsischen Ministeriums für Kultus und gab Einblicke in zeitgenössische  künstlerische, wissenschaftliche und pädagogische Zugänge zu Begriff und Bedeutung von Performativität und Performance Art. Weiterlesen

// ZWISCHENMENSCHLICHE BEGEGNUNGEN

 

EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON JONAS TROPARTZ, KATHARINA RUBLEV & VANESSA KARNETT

TEXT: JONAS TROPARTZ


  1. Verortung [come together]

Die Performance, eine Kunstgattung entstanden im 20. Jahrhundert, eröffnet durch die freien und vitalen innewohnenden Ausdrucksformen eine Bandbreite an Vermittlungsmöglichkeiten. Auf dem schmalen Pfad zwischen Kunst und Leben ist die performative Handlung die Achtsamkeit auf den Vollzug der eigenen Handlungen und die Wahrnehmung derer in Bezug auf sich selbst und alle anderen. (Peters 2005, S. 8)

Passend dazu beschreibt David George die Fähigkeit von Performance als „neue Art der Betrachtung bekannter Phänomene – eine andere Weise, auf sie zu reagieren, sie zu erfahren und über sie nachzudenken.“ (George 1998, S.16) Dies bedeutet, bekannte Alltagsphänomene neu in den Fokus zu rücken und das Spannungsgefälle zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem zu untersuchen. Dabei hat man kein klares Ziel vor Augen, sondern gestaltet den Weg und Prozess als solches fruchtbar, sodass diese als Erkenntnisgewinn ausreichen können. Der Körper als anfängliche nutzbare Quelle sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden. Weiterlesen

// VERMITTLUNGSSITUATION ZU JORINDE VOIGT

 

EIN BEITRAG VON KAYA KRAMER


1 Individueller Zugang zur Künstlerin

Am Anfang ist die Erfahrung und das Erspüren der Welt und der Dinge, die uns umgeben.“ ( Kusch 2017)

Mit diesen Worten findet Jorinde Voigt eine Beschreibung für ihre Herangehensweise an ein neues Projekt. Resultierend aus der Sensibilisierung für ihre Umwelt begibt sie sich in die Erforschung eines ihr unbekannten Sachverhaltes oder beginnt, Alltagsphänomene und bekannte Thematiken neu zu entdecken und zu beleuchten. Als Ergebnisse ihrer akribischen Auseinandersetzungen entstehen „detailliert ausgearbeitet[e] Papierarbeiten [in denen] sie ihre Erkenntnisse und Erfahrungen in ein hochkomplexes Bildsystem [integriert].“ (Klüser, Wipplinger (2015), S.6.) Weiterlesen

Ein Blog des kunstpädagogischen Instituts der TU Dresden