IMPROVISATION – IM LEBEN EINES TAUGENICHTS

EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON ANNE PATZELT, CHARLOTTE RUNCK UND LEONORE HECHT


_VERORTUNG          [DIE SUCHE IM AKTENSCHRANK]

Improvisation ist uns aus vielen verschiedenen Kontexten vertraut. Wir kennen sie nicht nur aus der bildenden Kunst, aus der Musik oder aus dem Theater, sondern auch aus unserem alltäglichen Leben, wo wir in schwer planbaren Situationen „eben improvisieren müssen“. Das fängt schon bei der Interaktion mit unseren Mitmenschen an, deren Verhalten wir nie mit Sicherheit vorhersehen können. Oft besteht das Improvisieren im Alltag aber auch darin, dass wir mit dem, was ohnehin da ist, etwas Neues erschaffen. Wenn wir zum Beispiel eine leere Weinflasche als Blumenvase nutzen oder mit einer Zahnbürste unsere Fahrradkette reinigen, werden vorhandene Materialien für unsere Bedürfnisse zweckentfremdet.

Christopher Dell zufolge ermöglichen diese „Alltagstechniken der Improvisation […] dem Individuum, in vielfältigen Weisen die gängigen Normen der gesellschaftlichen Verhältnisse zu unterlaufen“ (Dell 2002, S.17). Nach Dell „entzieht sich das Individuum der ordnenden Erziehung, der Technik der Gebrauchsanweisung, und versucht, die Materialien spielerisch für sich zu nutzen und zu interpretieren.“ (ebd.) Dabei können kreative Potenziale gelebt werden, die in anderen gesellschaftlichen Kontexten nicht genutzt werden (vgl. ebd.). Die kreative Entfremdung und Neudeutung von Altbekanntem hat längst in die bildende Kunst Eingang gefunden, indem sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr Künstlerinnen und Künstler mit Alltagsgegenständen und Zufallstechniken beschäftigen. Dell sieht darin den Beweis, dass Beeinflussung nicht nur von der Kunst zum Alltag verläuft, sondern eben auch in entgegengesetzter Richtung (ebd., S. 157).

Trotz ihrer weiten Verbreitung findet Improvisation nach Dell in unserer erfolgsorientierten Gesellschaft immer weniger Platz. Oft leide schon in der Schule die Akzeptanz des Widerspruchs und der Pluralität unter einer Konzentration auf lineare Lösungswege (vgl. ebd., S.167). Dabei brauche man gerade für die Auswahl von Daten aus der für Bildungskontexte typischen Informationsmasse einen „improvisatorischen Instinkt“ (ebd.). Ein Grund mehr, diesen „Instinkt“ auch in der Schule zu fördern, indem man im Kunstunterricht einen Raum schafft, in welchem das Prinzip der Improvisation erprobt und erlebt werden kann.

Der Begriff Improvisation leitet sich vom lateinischen Terminus improvisus ab und kann mit unvorhergesehen, unvermutet oder ohne Vorbereitung gleichgesetzt werden (vgl. ebd., S.17). Der improvisierende Mensch begibt sich also ohne Vorbereitung in eine Situation, deren Ausgang unvorhersehbar ist und die er nicht kontrollieren kann. In der Alltagssprache kann dieser Kontrollverlust mit dem sprichwörtlichen „Sprung ins kalte Wasser“ umschrieben werden. Dell versteht Improvisation als „Differenz zwischen Denken und Handeln“ (ebd., S. 17) als Verbindung von Kompetenz und Performanz (vgl. ebd., S. 160). Nach Christina Inthoff und Maria Peters werden Kompetenzen als bewusste Handlungsdispositionen erst durch Performanz sichtbar, ja werden oft erst im Handeln entwickelt (vgl. Inthoff/Peters 2017, S. 19). Improvisation hilft uns also, unser theoretisches Wissen in der (nie ganz vorhersehbaren) Praxis zu erproben und weiterzuentwickeln. In der aktuellen Forschung gilt dieses handelnde Lernen als eine der Grundbedingungen für gelingende Bildungsprozesse (vgl. Eger 2015). Die Lust am Tun wird von Dell wie folgt beschrieben:

„Improvisation ist […] Machen als Kunst, wobei ich halb weiß, was ich tue, und halb loslasse, passieren lasse. Ursache und Wirkung verlieren an Relevanz. Allein das Gestimmtsein, das timing zählt. Wobei ich nichts über das weiß, was das Bewegende, die energetia ist. Ich weiß nur, dass sie ist, denn sie enthüllt sich mir im Machen selbst.“ (Dell 2002, S.24)

Diese Verankerung im Moment durch Loslassen und Vertrauen kann Glücksgefühle hervorrufen, wie sie in den von Nana Eger beschriebenen Sparkling Moments als „überraschende, irritierende, prickelnde, unerwartete Augenblicke“ (Eger 2015) erlebt werden. Eger zufolge heben sich diese Momente von alltäglichen Erfahrungen ab, indem sie das Erleben von Einzigartigkeit und Vollständigkeit ermöglichen. Im Kunstunterricht entstehen Sparkling Moments vor allem dann, wenn die Lernenden auf emotionaler Ebene angesprochen werden, wobei vorhandene Emotionen nicht als störend gelten, sondern als Bereicherung der Situation (vgl. ebd.). Kurz, wenn das Konzept der Improvisation umgesetzt wird: mit dem zu arbeiten, was da ist. Egers betont, dass es zwar keine Garantie für Sparkling Moments gebe, Kulturelle Bildung sich aber dazu verpflichten könne, Gelegenheiten und günstige Rahmenbedingungen für ihr Auftreten zu kreieren, beispielsweise durch eine authentische künstlerische Umgebung, hochwertiges Material und ausreichende Zeiträume (vgl. ebd.). Ähnlich verhält es sich auch mit Prozessen der Improvisation, die man nicht erzwingen kann. Für Dell geht es darum, eine Haltung der Improvisationsbereitschaft einzunehmen: „Alles Weitere rufen die Situationen und die daraus resultierenden Prozesse hervor.“ (Dell 2002, S.17)

Auch wenn wir allein für uns selbst improvisieren, spielen andere Menschen dabei eine wichtige Rolle – und sei es in Form eines Publikums, das auf unser Improvisieren reagiert (vgl. Bertram 2010, S. 31). Ist Improvisation auch der Suche nach der eigenen Kreativität verpflichtet, reicht sie nach Dell doch über das Private hinaus und hinein in ein gesellschaftliches Miteinander (vgl. Dell 2002, S. 17). Sowohl im Alltag als auch in der Kunst spiele Improvisation mit der Vergänglichkeit der Umstände und nehme daher immer Bezug auf die bestehenden Gemeinschaftsregeln (vgl. ebd., S. 158).

Auch Georg W. Bertram betont die Wichtigkeit zwischenmenschlicher Interaktion, wenn er den Zusammenhang von Improvisation und Normativität betont. Bertram geht davon aus, dass Improvisieren besser oder schlechter gelingen könne und begreift Improvisationen daher als normative Geschehnisse (vgl. Bertram 2010, S. 21). Da improvisierendes Tun sich aber gerade durch seine Unabhängigkeit von Normen auszeichne, verwendet Bertram den Begriff einer Normativität ohne Normen (vgl. ebd., S. 22). In Anlehnung an Hegel nennt er als Bedingung für Normativität die Freiheit des Individuums, sich zu der Interaktion mit anderen zu verhalten, wofür es allerdings wechselseitiger Anerkennungsbeziehungen bedürfe (vgl. ebd., S. 29). Folglich sei Improvisation „dadurch normativ strukturiert, dass Anschlussaktionen Anerkennung gewähren, wobei das Tun und die Anerkennungsverhältnisse jederzeit innerhalb der Improvisation thematisiert werden können“ (vgl. ebd. S. 35).

Gerade in Hinblick auf die Kunstpädagogik ist der soziale Aspekt improvisatorischen Handelns von großer Bedeutung. Wie in unserem gesamten Alltag sind wir ja auch im Unterricht nie allein, sondern befinden uns in ständiger Interaktion mit anderen Menschen. Improvisierend nehmen wir dabei Bezug auf die Handlungen anderer und geben damit gleichzeitig Impulse für weitere Improvisationen. Um noch einmal Dell zu zitieren: „Improvisation ist der konstante flow der Kommunikation zwischen Menschen.“ (Dell 2002, S. 21.)

_INTENTION              [DIE RICHTIGE SCHUBLADE FINDEN]

Unserem dreistündigen Workshop lag die Zielstellung zugrunde, die Teilnehmenden in eine Situation zu bringen, in der sie im persönlichen Experiment die Möglichkeiten von Improvisation erforschen können. Mit einer begrenzten Auswahl an Materialien, die normalerweise eher dem Alltag als der Kunst zugeordnet werden, sollten die Studierenden dazu ermuntert werden, ihrer Intuition zu vertrauen und spielerisch-experimentell künstlerisch tätig zu werden. Dabei sollten sie Strategien des Improvisierens entwickeln und diese benennen, weiterentwickeln und reflektieren, wobei auch zur Diskussion stand, ob improvisierendes und strategisches Handeln sich nicht gegenseitig ausschließen. In Interaktion mit ihren Kommilitonen und Kommilitoninnen sollten sie ein Ausstellungskonzept für die entstandenen Arbeiten entwickeln und ihre kuratorischen Entscheidungen reflektieren. Sie sollten lernen, über die künstlerische Wirkung und Qualität der Ergebnisse zu sprechen und das Verhältnis von Improvisation und Inszenierung kritisch zu hinterfragen. Unsere Intention war es außerdem, unseren Kommiliton*innen das Potenzial der Improvisation als wichtigen Bestandteil der Kunstpädagogik nahezubringen und mit ihnen mögliche Einsatzmöglichkeiten improvisatorischer Handlungen im Unterricht zu erörtern.

_KONZEPT                 [EINEN EIGENEN ORDNER ANLEGEN]

Der Workshop „IMPROVISATION – Im Leben eines Taugenichts“ sollte für die Teilnehmenden einen Bezug zu ihrer Lebenswelt haben und Dinge aus dem alltäglichen Leben aufgreifen. Er untergliederte sich in verschiedene Arbeitsphasen, die aufeinander aufbauten. Passend zum Bürogebäude, in dem sich der Seminarraum befindet, sollte ein Setting geschaffen werden, in das sich die Studierenden „hineinbegeben“ konnten. Eine kleine Geschichte, in der*die Protagonist*in stundenlang auf etwas wartet und versucht, sich mit gegebenen Möglichkeiten, wie in Schubladen gefundenes Material, zu beschäftigen.

„Neben deinem Studium arbeitest du im Wärterhäuschen eines Privat- Parkplatzes. Deine Aufgabe ist es, die Schranke bei einfahrenden und ausfahrenden Autos zu öffnen und zu schließen. Vor 2 1⁄2 Stunden ist das letzte Auto vom Parkplatz gefahren, doch deine Schicht geht noch 3 Stunden, dir ist langweilig. Es gibt keinen Fernseher, kein Buch, keine Zeitung, der Akku deines Telefons ist leer. Du durchwühlst die Schubladen des Schreibtischs und alles was du findest, ist…“

Es gab drei verschiedene Schubladen mit Materialen zur Auswahl: Strohhalm & Klebeband, Locher & Papier und Faden & Büroklammern. Diese Materialien haben wir ausgewählt, da sie tatsächlich in der einen oder anderen Schublade eines Haushaltes oder eines Büros gefunden werden könnten und somit dem alltäglichen Leben entstammen. Außerdem wollten wir Materialien nutzen, die eher unüblich für künstlerische Herangehensweisen sind und zugleich einfach zu verändern sind. Um einer „Materialschlacht“ entgegen zu wirken, füllten wir die Schubladen nur teilweise und gaben bei Bedarf neues Material hinzu.

Im ersten praktischen Teil des Workshops sollten die Studierenden improvisieren und dabei verschiedene künstlerisch-ästhetische Strategien entwickeln. Im persönlichen Experiment mit den jeweils zwei vorgegebenen Materialien sollten sie die Möglichkeiten, die sich aus der Kombination ergeben, spielerisch erfahren. Ohne Vorbereitung sollten sich darauf einlassen, ihre Instinkte und Intuition nutzen und dabei Neues erschaffen. Die Reduktion des Materials war bewusst gewählt, um dem häufig überbordenden Angebot an Auswahl bewusst etwas entgegenzusetzen. Auch wenn die Auseinandersetzung mit nur zwei Gegenständen natürlich eine gewisse Frustration hervorrufen kann, kann sie genauso gut eine Bereicherung, einer Erweiterung des bisherigen Blickwinkels sein.

Das anschließende Auswertungsgespräch sollte dem Austausch der Erfahrungen, der angewendeten Strategien und der Präsentation der bisherigen Arbeitsergebnisse mit den verschiedenen Materialien dienen. Als theoretischer Input wurde hierbei ein Zitat von Christopher Dell über Improvisation in die Gruppe gegeben, mit dem sich die Studierenden in ihrem KEPP selbstständig auseinander setzen konnten. Sie konnten Bezug dazu zunehmen, mit der eigenen Arbeitsweise vergleichen und Assoziationen und Gedanken dazu sammeln. Jeder konnte sich so seinem Typ entsprechend intensiver praktisch oder auch theoretisch mit der Thematik befassen.

Da zuerst in unterschiedlichen Gruppen gearbeitet wurde, sollte es in der zweiten Arbeitsphase eine Steigerung geben: Den Workshop-Teilnehmenden standen hierfür jetzt alle Materialien zur Verfügung und sie konnten selber aus dem erweiterten, aber dennoch immer noch überschaubar angebotenen Material wählen, kombinieren, weiterarbeiten oder ganz neu beginnen und dabei spannende Verbindungen zwischen den Materialien erzeugen.

Das Potenzial der ersten beiden Arbeitsphasen bestand darin, dass die Studierenden frei und ungezwungen mit dem Material arbeiten konnten, es spielerisch betrachten konnten, ohne dabei auf ein Ziel fixiert zu sein. Erst im dritten Part des Workshops erfuhren sie, dass zum Abschluss eine kleine Ausstellung entstehen sollte. Gemeinsam sollten sie dafür ein kuratives Konzept entwickeln. Dabei sollten sie gemeinsam die entstandenen Arbeiten sortieren, sammeln, auswählen, Titel geben und inszenieren. Auch dies kann als eine Form der Improvisation gesehen werden, da die Studierenden in eine Interaktion gehen mussten und spontan auf die Vorstellungen und Ideen der anderen in einer kurzen Zeit reagieren mussten, um ein gemeinsames Konzept zu entwickeln. Als besondere Form der Inszenierung kam hierbei das neue Medium Licht hinzu. Verschiedene zur Verfügung gestellte Lampen und farbige Folien konnten genutzt werden, um die Arbeiten in ein anderes Licht zu setzen und hervorzuheben. Die Studierenden wurden dazu angehalten, sich mit ihren im Experiment durch Improvisation entstandenen Werken in dieser Arbeitsphase bewusster auseinanderzusetzen und im Nachhinein in diesen Ausstellungskontext zu setzen.

Die zu Beginn des Workshops vorgelesene Geschichte wurde auch zum Ende noch einmal aufgegriffen und bildete somit einen Rahmen, der den Workshop in ruhiger Atmosphäre beendete.

_PROZESS UND ERGEBNISSE         [ABHEFTEN, SORTIEREN und ENTWICKELN]

Während des Workshops konnten die Studierenden neben dem sichtbaren Ergebnis, der Präsentation der Werke in der Ausstellung, auch verschiedene Erkenntnisse erlangen. Während der praktischen Arbeitsphasen konnten sie durch ein persönliches Experimentieren die Möglichkeiten und vor allem das Potenzial von Improvisation erfahren. Dies geschah in einer sehr konzentrierten und angenehmen Arbeitsatmosphäre.

In den Diskussionen wurde die Bedeutung einer gestuften Arbeitsweise thematisiert, die sich, von einer simplen Aufgabe mit stark reduziertem Material ausgehend, zu einer komplexen Gesamtkomposition steigert. Zum einen durch die Erweiterung des Materials und zum anderen durch die Ganzheitlichkeit der Aufgaben: Zur Improvisation kommt die Inszenierung hinzu. Für die Studierenden lag das Reizvolle darin, sich am Anfang ausprobieren zu können, ohne von vornherein den Druck zu haben, am Ende etwas Präsentables vorzuweisen. Erst im Moment der Bekanntgabe der Aufgabenstellung mussten die Studierenden ihre Arbeiten bewertend betrachten, auswählen und hatten dann die Möglichkeit, sie so weiterzuarbeiten und zu inszenieren, dass sie sie als präsentabel erachten. Beim gemeinsamen Betreten des Ausstellungsraums wurde dann aber für alle ersichtlich, welches Potenzial diese improvisierten Werke dennoch oder gerade deshalb haben können.

Genau diesen besonderen Moment, den wir gemeinsam erleben konnten, das Betreten des Raums und das Betrachten der Arbeit der letzten Stunden, führte uns vor Augen, wie wichtig Anerkennung und Wertschätzung sind und wie bedeutend diese auch im schulischen Kontext sein sollten. Denn auch, wenn das Experimentieren und der spielerische Umgang mit dem Material Spaß machen und eine ästhetische Erfahrung sein konnten, war für alle diese kleine Ausstellung ein Höhepunkt. Die einzelnen Werke wirkten einerseits durch die Kombination mit den anderen Arbeiten auf kleinem Raum und zum anderen durch die Inszenierung mit Licht ganz anders. Das Hinzufügen des Lichts konnte aus dem, auf den ersten Blick banal wirkenden Material, wie Backpapier, Strohhalmen, Klebeband und weiteres, eine hohe Ästhetik erzeugen. Die speziellen Eigenschaften, wie die Transparenz der Strohhalme und des Backpapiers oder das Filigrane der Büroklammern und des Fadens wurden besonders betont und durch Licht, Schatten, Hell und Dunkel herausgehoben. Diskutiert wurden die Schwierigkeiten, die in einer Schule bezüglich der Qualität und Auswahl von Schülerarbeiten für eine mögliche Präsentation bestehen. Wie kann man die entstanden Arbeiten am Ende einer Stunde oder überhaupt wertschätzen? Welche Möglichkeiten der Präsentation oder zumindest der gemeinsamen Betrachtung der Werke bestehen?

Genauso wurden den Studierenden bewusst, welches Potenzial die Improvisation für den Kunstunterricht mitbringt und das dafür auch keine aufwendigen, preisintensiven Materialien nötig sind. Sondern dass gerade eine Reduktion des Materials ein großes Potenzial besitzt. Dabei können sowohl eine kleine Ausstellung als Wertschätzung oder der Weg, der Prozess und die Erfahrung mögliche Ziele sein.

In der Zwischendiskussion sollten die Studierenden ihre angewandten künstlerischen Strategien beschreiben. Dabei lässt sich als Erkenntnis festhalten, dass angewandte Strategien häufig keine von vornherein festgelegten Praktiken sind, sondern eben gerade intuitive, spielerische Zugänge, die gewählt wurden und denen man auch einen bestimmten Namen zuschreiben kann. Damit schließt sich Improvisation und Strategie nicht aus, vielmehr ist Improvisation vielleicht das unbewusste Anwenden von Strategien oder Techniken, die eher gebrauchsuntypisch für das vorgegebene Material sind.


LITERATUR

Bertram, Georg W. (2010): Improvisation und Normativität. In: Bormann, Hans – Friedrich; Brandstetter, Gabriele; Matzke, Annemarie (Hrsg.): Improvisieren. Paradoxie des Unvorhersehbaren. Kunst – Medien – Praxis. Bielefeld: Transkript, S. 21 – 39.

Dell, Christopher (2002): Prinzip Improvisation. Köln: König, S. 24 .

Eger, Nana (2015): What works? Arbeitsprinzipien zum Gelingen kultureller Bildungsangebote an der Schnittstelle von Kunst und Schule, einzusehen unter: https://www.kub i – online.de/artikel/what – works – arbeitsprinzipien – zum – gelingen – kultureller – bildungsangebote – schnittstelle – kunst, letzter Zugriff: 16.02.18., 16.03 Uhr.

Inthoff, Christina; Peters, Maria (2017): Kompetenzorientierung in der Kunstpädagogik: Vielfalt als Chance. In: Maset, Pierangelo; Hall mann, Kerstin (Hrsg.): Formate der Kunstvermittlung. Kompetenz – Performanz – Resonanz, Bielefeld: transcript, S. 17 – 33.