ACT. MOVE. PERFORM. Performance und Performativität in Kunst, Bildung und Forschung

Symposium und Fachtagung für Nachwuchswissenschaftlertagung des Fachbereichs Kunstpädagogik an der TU Dresden

TEXT: CHRISTIN LÜBKE


Vom 30.9. – 5.10. 2017 fand in Dresden und in der Fortbildungsstätte Schloss Siebeneichen bei Meißen das Symposium Act. Move. Perform. Performance und Performativität in Kunst, Bildung und Forschung statt. Die umfangreiche Veranstaltungswoche wurde von einem Team organisiert, das aus Prof. Dr. Marie-Luise Lange, Christin Lübke (beide Kunstpädagogik TU Dresden) und dem Künstler BBBJohannes Deimling (Direktor von PAS) sowie vielen studentischen Helferinnen bestand. Das Sächsische Bildungsinstitut finanzierte die Veranstaltung als Fortbildung für KunstlehrerInnen, Theater- und MuseumspädagogInnen. Das Symposium stand unter Schirmherrschaft des sächsischen Ministeriums für Kultus und gab Einblicke in zeitgenössische  künstlerische, wissenschaftliche und pädagogische Zugänge zu Begriff und Bedeutung von Performativität und Performance Art. ACT. MOVE. PERFORM. Performance und Performativität in Kunst, Bildung und Forschung weiterlesen

ZWISCHENMENSCHLICHE BEGEGNUNGEN

 

EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON JONAS TROPARTZ, KATHARINA RUBLEV & VANESSA KARNETT

TEXT: JONAS TROPARTZ


  1. Verortung [come together]

Die Performance, eine Kunstgattung entstanden im 20. Jahrhundert, eröffnet durch die freien und vitalen innewohnenden Ausdrucksformen eine Bandbreite an Vermittlungsmöglichkeiten. Auf dem schmalen Pfad zwischen Kunst und Leben ist die performative Handlung die Achtsamkeit auf den Vollzug der eigenen Handlungen und die Wahrnehmung derer in Bezug auf sich selbst und alle anderen. (Peters 2005, S. 8)

Passend dazu beschreibt David George die Fähigkeit von Performance als „neue Art der Betrachtung bekannter Phänomene – eine andere Weise, auf sie zu reagieren, sie zu erfahren und über sie nachzudenken.“ (George 1998, S.16) Dies bedeutet, bekannte Alltagsphänomene neu in den Fokus zu rücken und das Spannungsgefälle zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem zu untersuchen. Dabei hat man kein klares Ziel vor Augen, sondern gestaltet den Weg und Prozess als solches fruchtbar, sodass diese als Erkenntnisgewinn ausreichen können. Der Körper als anfängliche nutzbare Quelle sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden. ZWISCHENMENSCHLICHE BEGEGNUNGEN weiterlesen

VERMITTLUNGSSITUATION ZU JORINDE VOIGT

 

EIN BEITRAG VON KAYA KRAMER


1 Individueller Zugang zur Künstlerin

Am Anfang ist die Erfahrung und das Erspüren der Welt und der Dinge, die uns umgeben.“ ( Kusch 2017)

Mit diesen Worten findet Jorinde Voigt eine Beschreibung für ihre Herangehensweise an ein neues Projekt. Resultierend aus der Sensibilisierung für ihre Umwelt begibt sie sich in die Erforschung eines ihr unbekannten Sachverhaltes oder beginnt, Alltagsphänomene und bekannte Thematiken neu zu entdecken und zu beleuchten. Als Ergebnisse ihrer akribischen Auseinandersetzungen entstehen „detailliert ausgearbeitet[e] Papierarbeiten [in denen] sie ihre Erkenntnisse und Erfahrungen in ein hochkomplexes Bildsystem [integriert].“ (Klüser, Wipplinger (2015), S.6.) VERMITTLUNGSSITUATION ZU JORINDE VOIGT weiterlesen

NÄHE SCHAFFT /DISTANZ/ SCHAFFT NÄHE

EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON NATHALIE JÄNISCH UND JOHANNA ARNDT


  1. Verortung

„Jede Form ästhetischer Erfahrungsarbeit […] [ist] biografisch verankert, es [gibt] keine ernstzunehmende ästhetische Praxis ohne biografische Anteile.“ (Blohm 2002, zit. in.: Peez 2005). Diesem Grundsatz folgend, bezieht sich unsere VMS auf Fragmente von Biografien in Verbindung mit eigener künstlerischen Praxis. Ausgehend von Porträtfotografien mit persönlichem Bezug entwickeln sich Gesprächs- und Gestaltungsanlässe.

Ein künstlerischer Prozess, eine künstlerische Suche kann von Fotografien ausgehen, welche „einen vergangenen Augenblick fest[halten] und […] als Repräsentation von Erinnerungen [gelten]“ (Grütjen 2007, S. 58).   Dieser Aspekt ist unser Ansatzpunkt, der sich in Form einer Fotowand visualisiert. NÄHE SCHAFFT /DISTANZ/ SCHAFFT NÄHE weiterlesen

PORTRAIT MAL ANDERS

EINE VERMITTLUNGSSITUATION VON JESSICA BERNECKER, THERESA EINSIEDEL, JOHANNA MUTH UND MARIE MÜLLER


1. Verortung

Wenn wir einem Menschen oder einem Tier ins Gesicht sehen, geschieht mit uns etwas ganz anderes, als wenn wir einen Gegenstand oder eine Landschaft betrachten. Denn beim Blick in ein anderes Gesicht entsteht ein An-Blick im Doppelsinn: Nicht nur wir blicken in oder auf das Gesicht, sondern es blickt uns auch umgekehrt von sich aus an. (Sowa/Uhlig 2007, S. 4)

Zwei Blicke begegnen sich und wir sprechen von „Angesicht zu Angesicht“ (Sowa 2003, S. 4). Unsere Wahrnehmung konzentriert sich auf die kommunikative Korrespondenz mit dem figürlich-menschlichen oder tierischen Gegenüber und ist fokussiert auf die Begegnung mit der leiblichen Präsenz des Anderen (Sowa/Uhlig 2007, S. 4).

Im Portrait gestalten wir unsere Interpretation dieses interpersonalen Erlebnisses. Generell kann man sagen, dass das Anfertigen von Portraits eine anthropologische Konstante in vielen Kulturen darstellt. Das Gesicht steht hierbei häufig im Mittelpunkt – gilt es doch gleichsam als öffentliches Display unseres Charakters, welches konzentrierte Informationen zum Lesen und Kommunizieren bereithält (ebd.). PORTRAIT MAL ANDERS weiterlesen

Ein Blog des kunstpädagogischen Instituts der TU Dresden